Verkehr
Kommentare 7

Fahr mich doch um -02.03.2013-

Leser Wolfram schrieb in einem Kommentar:

Das Schild hat, aus dieser Sicht, durchaus einen Sinn: nämlich den Fußgängerüberweg absichern, bzw. genauer dessen Abschnitt auf der Mittelinsel, wo ggfs. mal ein Fußgänger das nächste Grün abwarten muß.
Dann müßten vielleicht mal die Fahrwege besser auf die Straße gezeichnet werden…

Das ist natürlich nicht so. Aber er kann das als Ortsfremder nicht wissen.

Deshalb hier noch einmal Großaufnahmen aus Google-Earth:

Dieses Bild zeigt noch einmal den genauen Standort des “Fahr mich doch um”-Schildes Lisa und die Verkehrssituation. Ich bin kein großer “Maler” in Photoshop, sorry.
Auf dem Bild ist es mit dem dicken roten Pfeil gekennzeichnet. Die grüne Linie zeigt die derzeitige Verkehrsführung und die orange-braune Linie zeigt die übliche Abbiegekurve, die auch von dem “Fahr-mich-doch-um”-Umfahrern genommen wird.

fahr-mich-doch-um002-16022013

Die Seckenheimer Hauptstraße (von oben nach unten verlaufend) ist ab da wo “L637″ eingetragen ist, eine Landstraße und hat auf beiden Seiten keine Fußgängerwege.
Anders als Wolfram annimmt, dient die kleine Insel mit dem “Fahr mich doch um” nicht als “Querungshilfe” für Fußgänger.

Auf dem Bild wegen der Bäume nicht sichtbar ist ein Gehweg, der auf der linken Seite nach oben verläuft. Etwa da wo die grüne Linie oben anfängt, gibt es eine Fußgänger- und Radfahrerampel, etwas rechts davon ist auch ein Fußgänger/Radfahrer-Überweg über den Schienenstrang.
Diese beiden Personengruppen könnten von rechts oben über den schlechter befestigten Weg kommen, können dann an den beiden genannten Stellen die Schienen und die Hauptstraße überqueren und dann über den links nach oben verlaufenden Gehweg/Radweg weggehen/-fahren.

Aber genau an der Stelle, wo sich das “Fahr mich doch um” befindet, gibt es keinen Übergang, keinen Gehweg usw.

Schlecht zu sehen und allenfalls an den langen Schatten zu erkennen, sind die Halbschranken, die an dieser Stelle die Autos aufhalten sollen, wenn ein Zug des Verkehrsverbundes die Stelle kreuzt.
Eine Schranke klappt etwa von da wo “L637″ steht bis zum “Fahr mich doch um” herunter.

So könnte das aussehen, wenn man die Insel mit dem “Fahr mich doch um” wegmachen würde:

fahr-mich-doch-um001-16022013

Es würde dann an der durch den dünnen roten Pfeil gekennzeichneten Stelle stehen und alles wäre gut.

Hier noch einmal verschiedene Aufnahmen aus Google-Maps in der 45-Grad-Ansicht aus verschiedenen Richtungen:

fahr-mich-doch-um-ansicht01

fahr-mich-doch-um-ansicht02

fahr-mich-doch-um-bumms2

fahr-mich-doch-um-normal

far-mich-doch-um-bumms

Und als weiteres Bild noch die Variante, die am gefährlichsten ist, die ich aber immer wieder beobachte:

fahr-mich-doch-um-chaos

Kategorie: Verkehr

von

Peter Wilhelm ist Publizist und Fachjournalist. Der Autor zahlreicher Satiren, Bücher, Glossen und Kolumnen gilt darüberhinaus als Deutschlands Bestattungsexperte Nummer Eins. Er ist Sachverständiger, Fernsehexperte und Fachautor. Im Dreibeinblog schreibt er über die hauptsächlichsten Nebensächlichkeiten dieser Welt und dieser Zeit und testet Produkte, Service und Angebote.

7 Kommentare

  1. DbA07 sagt

    Du schreibst in einen deiner letzten Sätze doch – vermutlich unbewußt – ganz gut, warum das Schild da steht wo es steht: ‘Eine Schranke klappt etwa von da wo “L637″ steht bis zum “Fahr mich doch um” herunter.’

    Das es von Norden kommend schlecht einsehbar ist, ist natürlich eine andere Sache. Hier sollte man einfach zwei Schilder nehmen, um diese im 90-Grad-Winkel nebeneinander jeweils nach Nord/Süd auszurichten!

    • Peter Wilhelm sagt

      Mir ist schon klar, warum das Schild da steht. Es markiert quasi den Teiler der Fahrbahn und soll ein optisches Signal sein, wenn die Schranke heruntergelassen ist. Es ist sozusagen der Endpunkt der Schrankensperrung.
      Indes: Eine Auflage für die Schranke, die gar nicht bis zum Fahr-mich-doch-um reicht, gibt es nicht.

      An anderen Stellen in der Region ist das aber anders gelöst. Da hat die Schranke einfach einen herunterklappenden Fuß bzw. Ständer in Rot-weiß, der genauso gut als Endpunkt taugt.

      Wie Du auf dem letzten Bild (rote Linie) sehen kannst, hindert selbst die herabgelassene Halbschranke niemanden daran, (aus dieser Sichtweise links) am “Fahr mich doch um” vorbei zu fahren.

      Letztlich bleibt es dabei: Die Insel steht unnütz in der Gegend herum, sorgt lediglich dafür, daß etwa zweimal im Monat jemand ein paar Bodenbleche und den Auspuff einbüßt und sich den Kühler verbeult.

      Durch deutliche Fahrbahnbemalung, möglichst reflektierend, evtl. gepaart mit diesen in den Asphalt eingelassenen, etwa 10 cm hochstehenden roten Plastikfahnen oder den guten alten Katzenaugen wäre da mehr geleistet und es würde nicht immer das arme Schild “Lisa” umgefahren.

  2. DbA07 sagt

    Ich glaube, es wird immer ‘blinde’ Autofahrer geben, egal wie oder was gemacht wird. Aber gut für mich/uns. Finde das doch schon recht amüsant … bleibe weiter treuer Leser!

    Meiner Meinung nach besteht aber seit langem Handlungsbedarf, denn das Umfahren der Halbschranke geht ja mal gar nicht. Muß denn erst was passieren, damit sich was ändert?

    • Peter Wilhelm sagt

      Hi,

      ich habe noch ein Bild hinzugefügt. Dort sieht man (dicker roter Pfeil) wie die wirklich “Blinden” Autofahrer abbiegen. Ich sehe das etwa alle zehn Tage. Da kommt einem dann auf der Linksabbiegerspur auf einmal einer entgegen!

      Im Übrigen geht es nicht um “blinde” Autofahrer. Das “Fahr-mich-doch-um” steht meistens so exakt ausgerichtet, daß es von der Seite nicht zu sehen ist, vor allem nicht bei Dunkelheit.
      Jemand der so abbiegen möchte, wie man es an tausenden anderer Einmünden gewöhnt ist, landet fast schon zwanghaft am Schild.

  3. Big Al sagt

    Das Schild steht wirklich an einer blöden Stelle. Ich habe es trotz hier gelesener Vorwarnung als “Ortsfremder” auch schon beinahe umgefahren. Im Dunklen ist die zu fahrende “kranke” Kurve nicht erkennbar. Katzenaugen, gelbe/rote Reflektorfähnchen, irgendwas muss da getan werden.

  4. Wolfram sagt

    Es gibt eben DOCH eine Wegekreuzung, nur eben nicht Fußweg, sondern – gefährlicher – Schienenweg. Und sogar eine Schranke, und diese Schranke erklärt ganz genau, wieso die Inselspitze dort sein muß.
    Weiterhin erklärt das Verhalten der Autofahrer, das du mit dem roten Pfeil beschreibst, warum das Schild da steht – nämlich um denen deutlich zu zeigen, wohin sie fahren müssen.
    Außerdem ist auf den Bildern deutlich zu erkennen, daß die Abbiegespur auf die Straße gezeichnet ist; wer der roten Linie auf deinem allerersten Foto nachfährt, überfährt die Fahrspur und (da kann ich nur den Ursprungszustand vermuten, aber eigentlich müßte es so sein) eine durchgezogene Linie. Da könnte man vielleicht noch reflektierende Nägel hinmachen für nächtliche Schlaffahrer, ggfs. auch wie es früher öfter mal zu finden war, das Schild beleuchten – aber… grundsätzlich ist nicht die Kreuzung falsch, sondern die Autofahrer, die da unaufmerksam sind.

    Man kann auch einen Kreisverkehr dahinbauen, aber den kapieren dieselben Autofahrer dann erst recht nicht und fahren linksrum drumherum… und wer ist dann schuld?

    • Peter Wilhelm sagt

      Lieber Wolfram, so sehr ich Deine Kommentare im Allgemeinen schätze, so zeigt dieser doch, daß es Dir in diesem Fall darum geht, mir zu verdeutlichen, wie doof ich bin und daß ich von der Materie keine Ahnung habe.

      Jeder, der diese Abbiegung aus persönlicher Erfahrung einmal gesehen hat, der weiß, wovon ich rede.
      Zu dem, was Bilder zweidimensional wiedergeben können, kommen ja noch Aspekte wie Straßenbelag, Neigungswinkel der Fahrbahn, Dunkelheit, Witterung und Verkehrsaufkommen und viele weitere hinzu.

      Erst wenn man das alles berücksichtigt, bzw. erlebt hat, kann man sich wirklich ein Bild machen.

      Aber es geht überhaupt nicht darum, ob jemand aus weiter Ferne diese kleine Verkehrsinsel für notwendig hält.
      Der Sinn dieses Inselchens und des Schildes sind auch mir durchaus bewußt.

      Wenn aber die Verkehrsverwaltung ein Schild aufstellt und dieses in einer überdurchschnittlichen Regelmäßigkeit umgefahren wird, wodurch ja dann jeweils auch ein Auto durchaus schwer beschädigt wird und wodurch das Schild dann oft tagelang überhaupt nicht dort steht, was ja erst richtig gefährlich ist, dann muß ja an meiner Theorie etwas dran sein, daß es mit diesem Schild irgendetwas auf sich hat.

      Es ist ja nicht so, daß da lauter unterdurchschnittlich begabte Fahrer ins Übel geraten, sondern es trifft vor allem Ortsfremde.

      Ich kann leider nicht so gut mit der Maus malen. Deshalb gelingt es mir offensichtlich nicht, dem Beobachter aus der Ferne zu verdeutlichen, wie “krank” diese Kurvenführung ist, die vom üblichen Kurvenradius und Abbiegeverhalten sehr drastisch abweicht.

      Hinzu kommt noch, daß die Ampelphasen sehr kurz sind und der zweite oder dritte in der Reihe oft schon zu befürchten scheint, ihm könne die Zeit nicht reichen und er deshalb in Eile unorthodox handelt.

      Die Sachlage wird noch dadurch erschwert, daß es neben der Straßenverkehrsampel noch eine für die Autofahrer geltende Signalanlage von der Straßenbahn gibt.

      Am häufigsten wird beobachtet, daß die Autofahrer losfahren, wenn die Schranken hochgehen oder die StraBa-Ampel das Rotlicht ausschaltet, obwohl die Verkehrsampel noch Rot zeigt.

      Es ist natürlich einfach, zu sagen: Ja, da sind doch Markierungen und da sollen sich die Autofahrer bitte mal schön dran halten.

      Das Schild steht definitiv einfach im Weg und hat keinen Sinn.
      Die Begründung, es stünde dort, weil es wegen der Schranke dort stehen muß, ist Blödsinn, weil es an anderen Stellen mit ähnlicher Verkehrsführung auch ohne eine solche vorgelagerte Insel reibungslos funktioniert.

      Es geht auch nicht um Idioten, die das Autofahren nicht kapieren oder um nächtliche Schlaffahrer, sondern um ganz normale Autofahrer.

      Im übrigen ist dies das am häufigsten lädierte Schild im ganzen Rhein-Neckar-Kreis.

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