In den letzten Tagen und Wochen habe ich mir ein NAS eingerichtet. Was ein NAS ist, und was man damit alles machen kannst, erfährst Du in den anderen Beiträgen zu diesem Thema, die unter dem Artikel als Serie verlinkt sind.
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- Die Sicherungseinstellung befindet sich nicht in UGOS Fotos
- iOS kann die Hintergrundübertragung verzögern
- UGOS erzeugt eventuell zusätzliche Unterordner
- Der persönliche Ordner ist nicht automatisch für Docker sichtbar
- Nach dem Verschieben braucht die Indizierung Zeit
- Eine Sicherung ersetzt kein weiteres Backup
Ich bin wahrlich niemand, der an gut funktionierenden, bestehenden Systemen herumschraubt, nur um irgendeinen alternativen Weg zu gehen. Ich habe auch keine Paranoia, die mich antreibt, um mich aus den Fängen eines kalifornischen Konzerns zu befreien. Nein, ausgerechnet das Fotografieren mit dem iPhone, die Speicherung der Bilder in der Apple-Fotomediathek und die geräteübergreifende Verwaltung aller Inhalte über iCloud sind äußerst praktisch und bis hin zur Perfektion optimiert.
Es gibt keinen ernsthaften Grund, daran etwas zu ändern.
Auf der anderen Seite habe ich Tausende Fotos, die alle in einer mehr oder weniger geschlossenen Bibliothek liegen und die nicht, wie ich es eigentlich gerne hätte, als einzelne Fotodateien in Ordnern auf meiner Festplatte liegen. Außerdem denke ich mir immer, dass es nie verkehrt sein kann, wenn man ein redundantes System hat, das also sozusagen zweigleisig fährt, und sicherstellt, dass mein Bestand an Fotos nicht nur ganz allein von den Apps einer ganz bestimmten Firma verwaltet wird.
Hinweis
Ich bin Hobby-Fotograf. Wer professionell fotografiert, der kommt schnell auf einen Bestand von Zehntausenden oder gar Hunderttausenden von Fotos. Das ist bei mir nicht der Fall. Ich bin ein sehr guter Löscher. Scheiße hebe ich nicht auf, sondern schiebe sie in den Papierkorb. Von einem Familienereignis oder Auftritt genügt mir maximal ein Dutzend guter Aufnahmen, der Rest kann weg. Deshalb habe ich aus den letzten 20 bis 25 Jahren ziemlich genau 6.000 Bilder, die ich aktuell verwalte.
Wer mehr Bilder hat oder wer das professionell nutzt, der wird andere Ansprüche an das System haben, und für den könnte die hier vorgestellte Lösung eventuell auch nicht das Richtige sein.
Die beschriebene Vorgehensweise klappt aber auch, wenn Du Zehntausende Fotos hast.
Ein NAS ist ein riesengroßer Datenspeicher mit eigener Rechenintelligenz, der genau auch für solche Arbeiten gemacht ist. Wir benötigen in diesem Fall nur zwei Apps auf dem NAS und die dazugehörige Mobiltelefon-App auf dem Handy. Und schon genügen einige Einstellungen, und die Bilder werden aus der Apple-Fotomediathek extrahiert, auf dem NAS in einem Bild-Ordner abgelegt und anschließend der NAS-App FOTOS zur Verfügung gestellt.
Ich beschreibe im Nachfolgenden die Vorgehensweise anhand der immer beliebter werdenden UGREEN-NAS-Systeme, die Vorgehensweise ist bei QNap- oder Synologie-Systemen aber ganz ähnlich.
Fotos mit dem iPhone
Wer seine Fotos mit einem iPhone aufnimmt, landet vollautomatisch in der Apple-Welt. Die Bilder erscheinen in der Fotos-App, werden auf Wunsch mit iCloud synchronisiert und stehen anschließend auch auf dem Mac oder iPad zur Verfügung. Das ist bequem – bedeutet aber zugleich, dass ein großer Teil des persönlichen Fotoarchivs von einem einzigen Anbieter und dessen Speicherplänen abhängig bleibt.
Mit einem UGREEN-NAS und UGOS kannst Du Dir zusätzlich ein eigenes, lokal gespeichertes Fotoarchiv aufbauen. Neue iPhone-Fotos werden dabei automatisch auf das NAS übertragen. Dort kannst Du sie mit UGOS Fotos betrachten, durchsuchen und verwalten. Wenn Du möchtest, lässt sich derselbe Bilderbestand außerdem in Immich einbinden.
Wichtig ist die genaue Einordnung: Wir verschieben nicht die Apple-Fotomediathek auf das NAS. Sie bleibt unangetastet auf dem iPhone, Mac oder in iCloud. Stattdessen kopiert das iPhone die darin enthaltenen Fotos zusätzlich auf das NAS. Damit entsteht ein zweiter, von Apple unabhängiger Bilderbestand.
Du kannst selbst entscheiden, wie es mit der Apple-Fotomediathek weitergeht. Ich für meinen Teil nehme das Apple-Universum für den aktuellen Bestand und behalte dort die vielleicht 300 bis 500 letzten Aufnahmen, so wie ich es immer schon gewöhnt bin. Ich kann jederzeit Bilder aus dieser Apple-Fotos-App löschen, auf dem NAS bleiben sie erhalten.
Was wir erreichen wollen
Am Ende soll die Einrichtung Folgendes leisten:
- Die Apple-Fotomediathek bleibt wie gewohnt erhalten.
- Vorhandene Fotos vom iPhone werden auf das NAS kopiert.
- Künftige Aufnahmen werden automatisch gesichert.
- Die Bilder landen in einem übersichtlichen, selbst gewählten Ordner.
- UGOS Fotos erkennt und katalogisiert die übertragenen Bilder.
- Das Löschen eines Fotos auf dem iPhone entfernt nicht automatisch die Sicherung auf dem NAS.
- Der Bilderordner kann zusätzlich als externe Bibliothek in Immich verwendet werden.
- Das NAS selbst wird wiederum durch weitere Sicherungen geschützt.
Das Ergebnis ist kein Ersatz für die Apple-Fotos-App, sondern eine zusätzliche, unabhängige Sicherungs- und Betrachtungsebene.
Was Du für die Einrichtung benötigst
Du brauchst:
- ein eingerichtetes UGREEN-NAS mit UGOS,
- die UGOS-App „Fotos“ auf dem NAS,
- die UGOS-App „Sync & Backup“ auf dem NAS,
- die UGREEN-NAS-App auf dem iPhone,
- ein Benutzerkonto auf dem NAS,
- ausreichend freien Speicherplatz,
- Zugriff des iPhones auf die Apple-Fotomediathek,
- zunächst eine Verbindung zum heimischen Netzwerk.
UGOS Fotos war auf meinem NAS bereits eingerichtet. „Sync & Backup“ gibt es auch ab Werk, ich musste es nur noch mit einem Klick über das App Center installieren.
Schritt 1: UGOS Fotos installieren
Öffne im UGOS-Webinterface das App Center und prüfe, ob die Anwendung „Fotos“ bereits installiert ist.
Falls nicht, installierst Du sie über das App Center. Die Anwendung übernimmt später die Darstellung und Katalogisierung der Bilder. Sie erzeugt Vorschaubilder und stellt den Fotobestand in einer komfortableren Form dar, als es der gewöhnliche Dateimanager könnte.
UGOS Fotos ist dabei nicht zwingend der Speicherort Deiner Bilder. Die Dateien liegen weiterhin in einem normalen Ordner auf dem NAS. Die Fotos-App erfasst und präsentiert diesen Bestand lediglich.
Diese Trennung ist wichtig: Selbst wenn Du später eine andere Fotoanwendung verwenden möchtest, bleiben Deine Originaldateien als gewöhnliche Bilddateien erhalten.
Schritt 2: Sync & Backup installieren
Installiere anschließend im App Center die Anwendung „Sync & Backup“.
Diese App stellt die Sicherungsfunktionen bereit, die von der UGREEN-NAS-App auf dem iPhone verwendet werden. Ohne diese Komponente wird die gewünschte Fotosicherung möglicherweise nicht angeboten.
Die Bezeichnungen können anfangs etwas verwirrend sein. Die Einrichtung der iPhone-Sicherung erfolgt nicht direkt in den Einstellungen der Apple-Fotos-App. Auch in UGOS Fotos selbst gibt es dafür nicht unbedingt einen deutlich sichtbaren Schalter namens „Fotosicherung“.
Der Weg führt über:
UGREEN-NAS-App auf dem iPhone → UGOS-Bildschirm → Sync & Backup
Schritt 3: UGREEN-NAS-App auf dem iPhone installieren
Installiere die offizielle UGREEN-NAS-App aus dem App Store und verbinde sie mit Deinem NAS.
Beim ersten Einrichten meldest Du Dich mit dem lokalen Benutzerkonto Deines NAS an. Gemeint sind der Benutzername und das Kennwort, mit denen Du Dich auch direkt an UGOS anmeldest.
Wenn Du später von unterwegs auf das NAS zugreifen möchtest, kannst Du zusätzlich den UGREENlink-Fernzugriff einrichten. Für die grundsätzliche Fotosicherung im Heimnetz ist zunächst aber vor allem die lokale Verbindung zum NAS entscheidend.
Bei der Einrichtung kann UGOS automatisch einen persönlichen Ordner für Deinen Benutzer anlegen. Darin befindet sich häufig bereits ein Ordner namens „Photos“. Du bist jedoch nicht darauf festgelegt, diesen Ordner dauerhaft als Ziel zu verwenden.
Schritt 4: Zugriff auf die Fotomediathek erlauben
Damit die UGREEN-NAS-App vorhandene und neue Bilder sichern kann, benötigt sie Zugriff auf die Apple-Fotomediathek.
Wenn iOS danach fragt, solltest Du den Zugriff auf alle Fotos erlauben. Eine beschränkte Auswahl wäre nur sinnvoll, wenn Du ganz bewusst lediglich einzelne Bilder übertragen möchtest.
Du kannst die Berechtigung später auf dem iPhone kontrollieren:
Einstellungen → Apps → UGREEN NAS → Fotos
Dort sollte der vollständige Zugriff auf die Fotos erlaubt sein.
Die aktivierte iCloud-Fotosynchronisierung ist kein Hindernis. Die UGREEN-App kopiert die für sie zugänglichen Bilder zusätzlich auf das NAS. Sie übernimmt nicht die interne Mediatheksdatenbank von Apple, sondern die darin enthaltenen Foto- und Videodateien.
Schritt 5: Fotosicherung aufrufen
Öffne nun die UGREEN-NAS-App auf dem iPhone. Rufe darin Dein NAS beziehungsweise den UGOS-Bildschirm auf und öffne „Sync & Backup“.
Dort sollte das iPhone bereits als Gerät angezeigt werden. Anschließend kannst Du eine Fotosicherung einrichten.
Je nach Version der App werden mehrere Einstellungen angeboten:
- Sicherungsquelle,
- Zielordner,
- Backup-Zeitraum,
- Anordnung der Fotos.
Bei der Sicherungsquelle wählst Du die iPhone-Fotomediathek beziehungsweise die zu sichernden Fotos und Videos aus.
Beim Backup-Zeitraum kannst Du bestimmen, ob nur neue Aufnahmen oder auch bereits vorhandene Bilder übertragen werden sollen. Für die erstmalige Einrichtung empfiehlt sich die Sicherung des gesamten verfügbaren Bestands.
Schritt 6: Den richtigen Zielordner festlegen
UGOS schlägt möglicherweise zunächst den persönlichen Ordner des Benutzers als Ziel vor. Daraus kann beispielsweise folgende Struktur entstehen:
Persönlicher Ordner/Photos/MobileBackup/iPhone 14 Pro Max
Diese automatisch angelegte Ordnerstruktur funktioniert technisch. Sie muss aber nicht zu Deinem eigenen Archivkonzept passen.
Ich hatte auf dem NAS bereits folgenden zentralen Bilderbestand:
ARCHIV/BILDER
Für neue, noch nicht einsortierte Aufnahmen existiert darin der Ordner:
ARCHIV/BILDER/EINGANG
Deshalb habe ich das Ziel der iPhone-Sicherung schließlich direkt auf diesen Ordner eingestellt.
Das hat mehrere Vorteile:
- Alle neu eintreffenden Bilder landen an einem bekannten Ort.
- Der persönliche Benutzerordner wird nicht zu einem zweiten Fotoarchiv.
- Die Bilder lassen sich anschließend in Ruhe sortieren.
- UGOS Fotos kann den Bestand erfassen.
- Derselbe Ordner kann Immich als externe Bibliothek bereitgestellt werden.
- Es entstehen weniger unnötige Parallelstrukturen.
Wenn Du bereits ein eigenes Bilderarchiv besitzt, lohnt es sich deshalb, das Ziel vor Beginn der großen Erstübertragung sorgfältig auszuwählen.
Schritt 7: Fotos nicht automatisch nach Jahren und Monaten verteilen
UGOS kann die übertragenen Aufnahmen automatisch in datumsabhängige Unterordner einsortieren. Typische Strukturen sehen etwa so aus:
2026/08
2026/09
2027/01
Manche Anwender finden das praktisch. Für mein persönliches Archiv ist es jedoch ungeeignet. Über die Jahre entstehen sehr viele Unterordner, in denen Bilder nur schwer manuell wiederzufinden sind.
Ich habe deshalb bei „Fotos anordnen“ die Einstellung gewählt, bei der alle Bilder in einem gemeinsamen Ordner abgelegt werden.
Damit landen neue Dateien unmittelbar in:
ARCHIV/BILDER/EINGANG
Dort kann ich sie später nach meinen eigenen Kriterien in sinnvoll benannte Ordner verschieben.
Wenn Du ebenfalls lieber mit Ereignissen, Themen, Personen oder Projekten arbeitest, solltest Du die automatische Aufteilung nach Jahren und Monaten abschalten.
Schritt 8: Die erste Sicherung starten
Nach dem Speichern der Einstellungen kannst Du die erste Sicherung starten.
Je nach Größe der Fotomediathek kann dieser Vorgang einige Zeit dauern. Während der ersten Übertragung sollte das iPhone möglichst:
- mit dem WLAN verbunden sein,
- ausreichend geladen sein oder am Ladegerät hängen,
- nicht in einen Stromsparzustand wechseln,
- die UGREEN-NAS-App geöffnet lassen.
iOS schränkt Hintergrundaktivitäten von Apps teilweise ein. Deshalb kann es vorkommen, dass die Sicherung nicht sofort fortgesetzt wird, solange die UGREEN-App längere Zeit nicht geöffnet wurde.
Bei meinem ersten Test zeigte Sync & Backup zwei verbleibende Elemente an. Erst nachdem ich die UGREEN-NAS-App wieder geöffnet hatte, wurden diese Dateien übertragen. Ein weiteres Testfoto erschien danach sofort auf dem NAS.
Das zeigt: Die automatische Sicherung funktioniert, kann aber durch die Hintergrundregeln von iOS verzögert werden.
Schritt 9: Neue Aufnahmen testen
Bevor Du Dich vollständig auf die Einrichtung verlässt, solltest Du einen kleinen Praxistest durchführen:
- Nimm mit dem iPhone ein neues Foto auf.
- Warte einen Moment.
- Öffne gegebenenfalls die UGREEN-NAS-App.
- Rufe „Sync & Backup“ auf.
- Prüfe, ob noch Elemente zur Übertragung anstehen.
- Öffne anschließend den Zielordner auf dem NAS.
- Kontrolliere, ob das neue Bild dort angekommen ist.
- Öffne zusätzlich UGOS Fotos und prüfe, ob das Bild dort erscheint.
Bei aktivierter iCloud-Fotomediathek kann es etwas dauern, bis eine Aufnahme überall verarbeitet wurde. Auch UGOS Fotos benötigt möglicherweise etwas Zeit, um neue Dateien zu erfassen und Vorschaubilder zu erzeugen.
Ein fehlendes Foto unmittelbar nach der Aufnahme bedeutet daher noch nicht, dass die Sicherung fehlerhaft ist.
Was passiert, wenn ein Foto auf dem iPhone gelöscht wird?
Die Fotosicherung ist grundsätzlich als Übertragung beziehungsweise Sicherung gedacht und nicht als bidirektionale Spiegelung.
Das ist ein entscheidender Unterschied:
- Bei einer Spiegelung würde eine Löschung auf dem iPhone möglicherweise auch am Ziel nachvollzogen.
- Bei einer Sicherung bleibt die bereits übertragene Datei auf dem NAS normalerweise erhalten.
Genau dieses Verhalten ist erwünscht. Das NAS soll ein unabhängiges Archiv bilden. Wenn Du auf dem iPhone Speicherplatz freigibst und ältere Bilder löschst, sollen die gesicherten Dateien auf dem NAS nicht ebenfalls verschwinden.
Trotzdem solltest Du das Verhalten mit einem unwichtigen Testfoto prüfen:
- Erstelle ein Testbild.
- Warte, bis es auf das NAS übertragen wurde.
- Kontrolliere die Datei direkt im Zielordner.
- Lösche das Testbild auf dem iPhone.
- Öffne Sync & Backup erneut.
- Prüfe anschließend, ob die Datei auf dem NAS weiterhin vorhanden ist.
Erst nach diesem Test solltest Du größere Mengen auf dem iPhone löschen.
Bereits vorhandene Bilder nachträglich verschieben
Ich hatte die erste Sicherung zunächst in den persönlichen Ordner ausführen lassen. Später stellte sich heraus, dass ARCHIV/BILDER/EINGANG das geeignetere Ziel war.
Daraufhin habe ich:
- das Backupziel in Sync & Backup geändert,
- die bereits übertragenen Dateien aus dem persönlichen Fotoordner verschoben,
- den Bestand nach
ARCHIV/BILDER/EINGANGübertragen, - die nun leeren, automatisch angelegten Datumsordner entfernt.
Das funktionierte problemlos. Trotzdem ist es sicherer, das endgültige Ziel möglichst vor Beginn der ersten großen Sicherung festzulegen.
Wenn Du Dateien nachträglich verschiebst, brauchen UGOS Fotos und andere Fotoanwendungen eventuell etwas Zeit, um die neue Position zu erfassen. Kurzzeitig können alte Vorschaubilder, fehlende Einträge oder scheinbare Dubletten sichtbar sein. Deshalb solltest Du nach einer größeren Verschiebeaktion zunächst die Indizierung abwarten.
Doppelte Bilder in UGOS Fotos finden
UGOS Fotos kann den Bestand nach doppelten Bildern durchsuchen. Bei meinem Test wurden keine bloß ähnlichen Motive vorgeschlagen, sondern tatsächlich vorhandene Dubletten mit identischer Dateigröße.
Für solche Treffer bietet UGOS die Funktion „Zusammenführen“ an.
Dabei wird normalerweise eine Datei behalten und die überzählige Kopie entfernt. Das Bild wird dadurch nicht neu berechnet oder qualitativ verändert. Dennoch sollte man die Funktion nicht blind auf den gesamten Bestand anwenden.
Prüfe zunächst bei einer einzelnen Dublettengruppe:
- Dateiname,
- Speicherort,
- Dateiformat,
- Auflösung,
- Dateigröße,
- Änderungsdatum.
Entscheidend ist, dass UGOS die Datei im gewünschten Archiv behält und nicht ausgerechnet eine Kopie aus einem provisorischen oder alten Ordner.
Nach dem ersten Zusammenführen solltest Du kontrollieren:
- Ist die gewünschte Datei weiterhin vorhanden?
- Liegt sie im richtigen Ordner?
- Wird sie weiterhin in UGOS Fotos angezeigt?
- Ist eine entfernte Kopie gegebenenfalls im Papierkorb zu finden?
- Wird das Bild weiterhin von Immich erkannt?
Erst wenn dieser Test erfolgreich war, würde ich weitere Dubletten bereinigen.
Den Fotoordner zusätzlich in Immich verwenden
UGOS Fotos ist nicht die einzige Möglichkeit, den Bilderbestand auf dem NAS zu betrachten. Auch Immich kann bereits vorhandene Verzeichnisse als externe Bibliothek erfassen.
Dabei ist allerdings zu beachten, dass Immich häufig als Docker-Anwendung läuft. Ein Ordner des NAS muss deshalb zunächst in den Immich-Container eingebunden werden. Erst danach kann Immich darauf zugreifen.
Ein persönlicher Benutzerordner wie:
/home/peterw/photos
ist für Immich nicht automatisch unter einem frei erfundenen Pfad wie:
/external/peterw/photos
erreichbar. Der Ordner muss ausdrücklich als Speicherpfad in den Container eingebunden worden sein.
Auch deshalb ist ein zentraler freigegebener Bilderordner praktisch. Wenn ARCHIV/BILDER bereits als externe Bibliothek für Immich eingerichtet ist, erscheinen die neu gesicherten iPhone-Aufnahmen automatisch innerhalb dieses bekannten Bereichs.
Nach neuen Übertragungen oder größeren Verschiebeaktionen kann in Immich ein erneuter Bibliotheksscan erforderlich sein.
UGOS Fotos und Immich dürfen denselben Bestand anzeigen
Es ist kein Problem, denselben Bilderordner sowohl mit UGOS Fotos als auch mit Immich zu verwenden.
Beide Anwendungen dienen in diesem Fall vor allem der Erfassung, Darstellung und Suche. Die Originaldateien liegen weiterhin zentral in Deinem Bilderarchiv.
Damit erhältst Du zwei unterschiedliche Zugänge:
- UGOS Fotos ist eng in das UGREEN-System integriert.
- Immich bietet eine eigene Oberfläche und zusätzliche Möglichkeiten zur Suche und Organisation.
Dass ein Bild in beiden Anwendungen erscheint, bedeutet nicht zwangsläufig, dass es physisch zweimal gespeichert wurde. Beide Apps können dieselbe Originaldatei katalogisieren.
Warum das NAS allein noch kein vollständiges Backup ist
Die automatische Übertragung vom iPhone auf das NAS ist ein großer Fortschritt. Sie schützt aber noch nicht gegen jeden denkbaren Schaden.
Auch ein NAS kann ausfallen. Dateien können versehentlich gelöscht werden, eine Festplatte kann defekt werden oder Schadsoftware kann Daten verändern. Deshalb sollte das Fotoarchiv selbst zusätzlich gesichert werden.
In meinem Fall greifen mehrere Ebenen ineinander:
- Das iPhone besitzt zunächst seine eigene Fotomediathek.
- iCloud kann weiterhin als zusätzliche Synchronisations- und Speicherebene dienen.
- Sync & Backup kopiert die Bilder auf das UGREEN-NAS.
- Der zentrale Bilderordner wird auf eine externe Backup-Festplatte gespiegelt.
- Die externe Sicherung wird zusätzlich durch Backblaze geschützt.
- Die UGOS-Dateiversionierung kann frühere Dateistände beziehungsweise gelöschte Dateien auffindbar machen.
Das ist wesentlich robuster als eine einzelne Kopie an nur einem Ort.
Dateiversionierung für das Bilderarchiv aktivieren
UGOS bietet mit der App „Dateiversionen“ eine weitere Schutzebene. Für den freigegebenen Ordner ARCHIV lässt sich die Versionsaufbewahrung aktivieren.
Damit können ältere oder gelöschte Dateistände später wiedergefunden werden. In einem Test konnte ich verschiedene Fassungen einer Datei anzeigen und eine gelöschte Datei wieder in den Archivordner zurückholen.
Die Dateiversionierung ersetzt kein externes Backup. Sie ist aber sehr hilfreich, wenn Dateien versehentlich überschrieben oder gelöscht werden.
Für umfangreiche Foto- und Videoarchive solltest Du den zusätzlichen Speicherverbrauch beobachten. Versionierung kann naturgemäß mehr Platz beanspruchen, wenn große Dateien häufig verändert werden.
Der Papierkorb als zusätzliche Sicherheit
Prüfe außerdem, ob für den verwendeten freigegebenen Ordner der Netzwerkpapierkorb aktiviert ist.
Er bietet eine weitere Chance, versehentlich entfernte Dateien wiederherzustellen. Gerade beim Bereinigen von Dubletten oder beim Verschieben größerer Bildbestände ist diese Schutzschicht sinnvoll.
Bevor Du eine umfangreiche Dublettenbereinigung startest, sollte mindestens eine dieser Sicherungen zuverlässig funktionieren:
- Netzwerkpapierkorb,
- Dateiversionierung,
- externe Sicherung,
- eine weitere vollständige Kopie des Bilderbestands.
Unterwegs auf die Bilder zugreifen
Wenn der UGREENlink-Fernzugriff eingerichtet ist, kannst Du auch außerhalb Deines Heimnetzes mit der UGREEN-NAS-App auf das NAS zugreifen.
Damit erhältst Du einen wesentlichen Vorteil der iCloud-Fotomediathek auch mit Deinem eigenen Speicher: Die Bilder befinden sich zu Hause auf Deinem NAS, bleiben aber unterwegs erreichbar.
Achte dabei auf:
- ein starkes Kennwort,
- ein eigenes Benutzerkonto pro Person,
- korrekt gesetzte Zugriffsrechte,
- aktuelle UGOS- und App-Versionen,
- möglichst aktivierte zusätzliche Anmeldesicherheit.
Für Familienmitglieder sollte jeweils ein persönlicher Benutzer eingerichtet werden. So kann beispielsweise das iPhone Deiner Frau seine Fotos in einen eigenen Bereich sichern, ohne dass sämtliche privaten Ordner gegenseitig freigegeben werden müssen.
Ein persönlicher Ordner oder ein gemeinsames Archiv?
Für die Ablage gibt es zwei sinnvolle Modelle.
Persönlicher Fotoordner
Jeder Benutzer sichert seine Bilder zunächst in den eigenen persönlichen Ordner.
Vorteile:
- klare Trennung der Benutzer,
- einfache Rechteverwaltung,
- private Fotos bleiben privat.
Nachteile:
- mehrere voneinander getrennte Archive,
- externe Anwendungen wie Immich benötigen eventuell zusätzliche Ordnerfreigaben,
- spätere gemeinsame Sortierung kann aufwendiger werden.
Gemeinsamer Eingangsordner
Alle gewünschten Bilder landen in einem zentralen freigegebenen Archiv, beispielsweise:
ARCHIV/BILDER/EINGANG
Vorteile:
- ein gemeinsamer Bilderbestand,
- einfache zentrale Sortierung,
- UGOS Fotos und Immich können denselben Bestand verwenden,
- weniger parallele Ordnerstrukturen.
Nachteile:
- Zugriffsrechte müssen sorgfältig gesetzt werden,
- private Bilder verschiedener Benutzer werden möglicherweise vermischt,
- Dateinamen könnten theoretisch miteinander kollidieren.
Welche Variante besser passt, hängt von Deinem Haushalt und Deiner Arbeitsweise ab. In meinem Fall ist der zentrale Eingangsordner sinnvoll, weil alle Dokumente und Bilder langfristig in einem gemeinsamen, ordentlich gesicherten Archiv landen sollen.
Meine empfohlene Ordnerstruktur
Für einen übersichtlichen Aufbau bietet sich beispielsweise folgende Struktur an:
ARCHIV
└── BILDER
├── EINGANG
├── Familie
├── Reisen
├── Veranstaltungen
├── Projekte
└── Sonstiges
Neue iPhone-Fotos landen zunächst in EINGANG. Von dort werden sie später nach nachvollziehbaren Kriterien einsortiert.
Ich halte diese Struktur für wartungsfreundlicher als Hunderte automatisch erzeugte Jahres- und Monatsordner. Letztlich ist das aber Geschmackssache. Wichtig ist vor allem, dass Du ein System wählst, das Du auch nach mehreren Jahren noch verstehst.
Typische Stolperfallen
Bei der Einrichtung sind mir einige Punkte begegnet, die man vorher wissen sollte.
Die Sicherungseinstellung befindet sich nicht in UGOS Fotos
Die Fotosicherung wird über „Sync & Backup“ innerhalb der UGREEN-NAS-App eingerichtet. Wer ausschließlich in den Einstellungen von UGOS Fotos oder der Apple-Fotos-App sucht, findet den benötigten Schalter möglicherweise nicht.
iOS kann die Hintergrundübertragung verzögern
Wenn neue Fotos nicht sofort erscheinen, öffne die UGREEN-NAS-App und prüfe die verbleibenden Elemente. Im Test wurde die Übertragung unmittelbar nach dem Öffnen der App fortgesetzt.
UGOS erzeugt eventuell zusätzliche Unterordner
Je nach Auswahl kann Sync & Backup automatisch Ordner nach Gerät, Jahr und Monat anlegen. Prüfe die Einstellung „Fotos anordnen“, bevor Du einen großen Bestand überträgst.
Der persönliche Ordner ist nicht automatisch für Docker sichtbar
Immich kann nur auf Verzeichnisse zugreifen, die dem Container ausdrücklich bereitgestellt wurden. Ein auf dem NAS sichtbarer Ordner ist deshalb nicht automatisch unter einem beliebigen Pfad innerhalb von Immich erreichbar.
Nach dem Verschieben braucht die Indizierung Zeit
UGOS Fotos und Immich müssen veränderte Speicherorte erneut erfassen. Unmittelbar nach einer großen Verschiebeaktion sollte man deshalb keine vorschnelle Dublettenbereinigung durchführen.
Eine Sicherung ersetzt kein weiteres Backup
Auch die erfolgreich auf das NAS übertragenen Fotos müssen zusätzlich gesichert werden.
Abschließender Funktionstest
Nach der Einrichtung empfehle ich folgende vollständige Prüfung:
- Neues Testfoto mit dem iPhone aufnehmen.
- UGREEN-NAS-App öffnen.
- Übertragung in Sync & Backup beobachten.
- Datei im vorgesehenen NAS-Ordner kontrollieren.
- Bild in UGOS Fotos suchen.
- Falls verwendet, Immich neu scannen lassen.
- Testbild auf dem iPhone löschen.
- Prüfen, ob die NAS-Datei erhalten bleibt.
- Eine Kopie der Datei aus dem externen Backup testweise wiederherstellen.
- Kontrollieren, ob Dateiversionierung und Papierkorb wie erwartet funktionieren.
Erst dieser vollständige Test zeigt, ob die gesamte Kette wirklich zuverlässig arbeitet.
Fazit: Apple-Komfort und eigenes Archiv schließen sich nicht aus
Man muss die Apple-Fotomediathek nicht abschaffen, um unabhängiger von Apple und iCloud zu werden. Sie kann weiterhin bequem auf dem iPhone und Mac verwendet werden. Gleichzeitig kopiert Sync & Backup die eigentlichen Foto- und Videodateien automatisch auf das eigene UGREEN-NAS.
Dort liegen sie in einer normalen, nachvollziehbaren Ordnerstruktur. UGOS Fotos kann sie anzeigen, Immich kann sie als externe Bibliothek erfassen und weitere Sicherungen schützen den Bestand vor Verlust.
Nach der einmaligen Einrichtung ist der Ablauf angenehm unspektakulär: Du nimmst ein Foto auf, die UGREEN-NAS-App überträgt es auf das NAS und das Bild erscheint anschließend im eigenen Archiv. Sollte iOS die Übertragung im Hintergrund verzögern, genügt es in der Regel, die App gelegentlich zu öffnen.
Damit bleibt der Komfort der Apple-Fotowelt erhalten. Gleichzeitig entsteht aber ein eigener Bilderbestand, über dessen Speicherort, Ordnerstruktur, Sicherung und langfristige Verfügbarkeit Du selbst bestimmst.
P.S.: Ich muss noch einen kleinen Nebenaspekt erwähnen: Die Allerliebste hat ja auch ein iPhone. Und sie macht hin und wieder Bilder. Sie knipst, anders kann man das nicht nennen. Außerdem bekommt sie immer wieder „lustige“ Bilder per Kotzapp oder SMS. Das will sie gerne speichern. Einen einmal eingerichteten Apple-ID-Account hatte sie nach zwei, drei Monaten so verwurschtelt, dass das nicht mehr funktioniert. Auch einen zweiten Account hatte sie durch irgendwelche Fummelei an den Einstellungen verdorben. Deshalb klagt sie permanent darüber, dass sie nicht genug Bilder speichern kann. Und das, obwohl Apple für den Fotobestand nahezu unbegrenzten, kostenlosen Speicherplatz einräumt.
Nein, ich bin nicht so realitätsfremd, zu glauben, die oben beschriebene UGOS-Fotos-Lösung könnte hier einen Ersatz darstellen. Auch hier wären innerhalb kürzester Zeit Einstellungen verändert, obwohl sie „nie etwas gemacht hat, ich schwör'“. Aber ich bilde mir ein, wenn ich der Administrator des Systems bin und dieses nicht irgendwo bei Apple gehostet wird, wenigstens bessere Eingriffsmöglichkeiten zu haben. Mal sehen, ob das auch für dieses Allerliebsten-Problem eine Lösung sein kann.
Und nein, ich möchte die Allerliebste mit dem eben Gesagten nicht schlechtmachen, um Himmels willen! Aber Männer und Frauen sind inkompatibel und kommen von verschiedenen Planeten. Ich möchte nur aufzeigen, wie ich versuchen kann, aus meiner Welt heraus, ihre Welt etwas einfacher zu gestalten. Ich hab sie doch lieb.
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Bildquellen:
- NAS-Ugreen_800x500: Peter Wilhelm

















