Ich bin mit meinem NAS nach wie vor außerordentlich zufrieden. Eine seiner wichtigsten Aufgaben besteht darin, meine vielen Fotos aufzubewahren und mir auf allen Geräten zugänglich zu machen.
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- Geteilte Fotoalben belasten künftig den iCloud-Speicher
- Auch die Bilder anderer können meinen Speicher füllen
- Bestehende Alben bleiben zunächst verschont
- Mehr Komfort, mehr Speicherbedarf, höhere laufende Kosten
- Der eigentliche Vorteil meines NAS
- Apple bleibt bequem – aber Bequemlichkeit schafft Abhängigkeit
- Mein Fazit
Dafür habe ich meine Apple-Fotomediathek weitgehend aufgelöst. Die Bilder liegen nun nicht mehr ausschließlich in diesem für normale Anwender ziemlich undurchsichtigen Mediathek-Container der Fotos-App, sondern als echte, einzeln sichtbare Dateien auf meinem NAS.
Dort kümmert sich eine spezielle Fotoverwaltung um die Darstellung. Ich kann meine Bilder im Browser oder über eine App betrachten, durchsuchen und sortieren. Ebenso kann ich Alben teilen oder ganze Ordner für andere Personen freigeben.
Dass ich mich damit ein Stück weit von Apple unabhängig gemacht habe, war gar nicht mein wichtigstes Ziel. Mir ging es vor allem um Ordnung und Transparenz: Ich möchte wissen, wo meine Bilder liegen, wie die Verzeichnisse aufgebaut sind und wie ich notfalls auch ohne eine bestimmte Anwendung an meine Dateien komme.
Eine angekündigte Änderung in iOS 27 zeigt nun allerdings, dass diese neu gewonnene Unabhängigkeit noch einen weiteren Vorteil hat.
Geteilte Fotoalben belasten künftig den iCloud-Speicher
Bislang waren die „Geteilten Alben“ in Apples Fotos-App eine angenehme Ausnahme. Man konnte Fotos und Videos mit Familie und Freunden teilen, ohne dass die dafür in iCloud abgelegten Kopien auf den eigenen iCloud-Speicher angerechnet wurden.
Ganz ohne Einschränkungen funktionierte das allerdings nicht. Nach Apples derzeitiger Dokumentation werden normale Fotos beim Teilen auf höchstens 2.048 Pixel an der längsten Seite verkleinert. Panoramabilder dürfen bis zu 5.400 Pixel breit sein, Videos werden mit höchstens 720p bereitgestellt. Außerdem kann ein geteiltes Album maximal 5.000 Fotos und Videos enthalten.
Mit iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 soll Apple dieses Verfahren grundlegend verändern. Neue, beziehungsweise entsprechend aktualisierte, geteilte Alben sollen Bilder und Videos erstmals in voller Auflösung enthalten.
Das ist zweifellos eine Verbesserung. Wer seine Urlaubsfotos, Familienaufnahmen oder Videos mit anderen teilt, bekommt künftig keine verkleinerten Ausgaben mehr, sondern Dateien in Originalqualität.
Diese höhere Qualität hat jedoch ihren Preis: Der Inhalt solcher Alben soll künftig auf den iCloud-Speicher des Albumbesitzers angerechnet werden.
Auch die Bilder anderer können meinen Speicher füllen
Besonders interessant wird es, wenn mehrere Personen ein gemeinsames Album befüllen. Nicht nur die eigenen Fotos und Videos sollen das verfügbare Speicherkontingent verringern. Auch Dateien, die eingeladene Teilnehmer hinzufügen, werden offenbar dem iCloud-Speicher desjenigen zugerechnet, der das Album angelegt oder auf das neue System umgestellt hat.
Das kann schneller ins Gewicht fallen, als man zunächst vermutet. Moderne iPhones erzeugen hochauflösende Fotos, Live Photos und teilweise sehr große Videodateien. Wenn nach einem Urlaub, einer Familienfeier oder einer Hochzeit mehrere Personen ihre Aufnahmen in voller Qualität hochladen, kommen leicht etliche Gigabyte zusammen.
Der Besitzer des Albums darf dann dabei zusehen, wie sein gebuchter iCloud-Speicher auch durch die Bilder der anderen Teilnehmer immer voller wird.
Apple erweitert gleichzeitig die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Künftig sollen sich auch Personen über eine Weboberfläche beteiligen können, die weder ein Apple-Gerät noch einen Apple-Account besitzen. Das gemeinsame Sammeln von Bildern wird dadurch bequemer und offener – aber möglicherweise auch wesentlich speicherintensiver.
Bestehende Alben bleiben zunächst verschont
Nach den bisherigen Berichten sollen vorhandene geteilte Alben nicht automatisch umgestellt werden. Sie können weiterhin nach dem alten Verfahren bestehen bleiben. In der Fotos-App soll es jedoch eine Möglichkeit geben, ein vorhandenes Album auf die neue Version mit voller Bildqualität umzustellen.
Wer diese Aktualisierung bestätigt, sollte vorher prüfen, wie viel iCloud-Speicher noch frei ist. Die höhere Auflösung lässt sich dann offenbar nicht mehr von der Anrechnung auf das eigene Speicherkontingent trennen.
Daneben soll Apple zeitlich begrenzte gemeinsame Alben anbieten. Diese können für kurzfristige Aktionen genutzt werden, ohne den persönlichen iCloud-Speicher dauerhaft zu belasten. Nach 30 Tagen werden nicht gesicherte Inhalte allerdings gelöscht. Als dauerhafte Aufbewahrung eignen sich solche Alben deshalb nicht.
Wichtig ist außerdem: iOS 27 befindet sich derzeit noch in der Testphase. Apples aktuelle deutschsprachige Supportseiten beschreiben weiterhin das bisherige Modell, bei dem geteilte Alben nicht auf den iCloud-Speicher angerechnet werden. Bis zur endgültigen Veröffentlichung können sich Einzelheiten also noch ändern.
Mehr Komfort, mehr Speicherbedarf, höhere laufende Kosten
Man kann Apples Entscheidung durchaus nachvollziehen. Bilder und Videos in voller Auflösung benötigen erheblich mehr Speicherplatz als verkleinerte Kopien. Ebenso ist es verständlich, dass Apple unbegrenzt große Originaldateien nicht dauerhaft kostenlos für seine Nutzer und deren Freunde aufbewahren möchte.
Trotzdem passt die Änderung in eine Entwicklung, die mir zunehmend missfällt: Eine praktische Funktion wird zunächst bequemer und leistungsfähiger, gleichzeitig geraten die Nutzer aber immer stärker in ein kostenpflichtiges Speichermodell.
Apple stellt kostenlos weiterhin nur 5 GB iCloud-Speicher zur Verfügung. Das ist angesichts heutiger Bildgrößen, Videos und Gerätesicherungen eher eine Kostprobe als ein ernsthaft nutzbarer Speicherplatz.
Die derzeitigen deutschen iCloud+-Tarife lauten:
| Speicherplatz | Monatlicher Preis |
|---|---|
| 50 GB | 0,99 Euro |
| 200 GB | 2,99 Euro |
| 2 TB | 9,99 Euro |
| 6 TB | 29,99 Euro |
| 12 TB | 59,99 Euro |
Das kleinste Paket ist zwar günstig, wer jedoch eine große Fotosammlung besitzt, regelmäßig Videos aufnimmt und gemeinsame Alben in Originalqualität verwendet, landet schnell bei einem größeren Tarif.
Bei 2 TB werden daraus bereits 119,88 Euro im Jahr. Das sind in fünf Jahren knapp 600 Euro – und nach dem Ende des Abonnements gehört einem davon kein einziges Laufwerk.
Natürlich darf man dabei nicht vergessen, dass auch ein NAS Geld kostet. Festplatten benötigen Strom, müssen irgendwann ersetzt werden, und eine zuverlässige Datensicherung ist zwingend erforderlich. Ein NAS allein ist noch kein Backup. Wichtige Fotos sollten zusätzlich auf einem zweiten Datenträger oder an einem anderen Ort gesichert werden.
Der eigentliche Vorteil meines NAS
Mein NAS ist deshalb nicht automatisch kostenlos und auch nicht in jeder Hinsicht bequemer als iCloud. Ich muss mich selbst um die Technik, Aktualisierungen und Sicherungen kümmern.
Dafür behalte ich die Kontrolle.
Meine Fotos liegen in nachvollziehbaren Verzeichnissen als gewöhnliche Dateien vor. Ich kann sie mit unterschiedlichen Programmen öffnen, kopieren und sichern. Möchte ich irgendwann eine andere Fotoverwaltung einsetzen, muss ich nicht zuerst meine gesamte Sammlung aus einem geschlossenen System befreien.
Auch das Teilen funktioniert unabhängig von Apples Entscheidungen. Ich kann Ordner oder Alben freigeben, ohne befürchten zu müssen, dass eine Änderung des Betriebssystems plötzlich meinen gebuchten Cloudspeicher belastet.
Dieser Punkt ist für mich inzwischen fast wichtiger als die mögliche Ersparnis. Ein Abonnement kann jederzeit teurer werden. Leistungen und Bedingungen können verändert werden. Eigene Dateien auf eigenen Laufwerken bleiben hingegen zunächst einmal genau dort, wo ich sie abgelegt habe.
Apple bleibt bequem – aber Bequemlichkeit schafft Abhängigkeit
Ich möchte iCloud keineswegs grundsätzlich schlechtreden. Für viele Menschen ist der Dienst ausgesprochen praktisch, und ich nutze das ja auch weiterhin. Fotos erscheinen automatisch auf dem iPhone, iPad und Mac, Sicherungen laufen weitgehend unbemerkt im Hintergrund, und man muss sich weder mit Festplatten noch mit einer NAS-Konfiguration beschäftigen.
Für diese Bequemlichkeit bezahlt man nicht nur mit Geld, sondern auch mit einer gewissen Abhängigkeit. Je größer die Fotomediathek wird, desto schwieriger erscheint ein späterer Wechsel. Man bleibt dann möglicherweise nicht deshalb bei einem Dienst, weil man ihn noch immer für die beste Lösung hält, sondern weil ein Umzug zu aufwendig geworden ist.
Genau dieses Gefühl wollte ich bei meiner Fotosammlung nicht mehr haben.
Aktuelle Fotos vom iPhone landen weiterhin in der Apple-Fotomediathek und in der iCloud. Das sind ja oft Bilder, die ich für die Familie mache und schnell teile. Danach werden viele gelöscht. Was an aufhebenswertem Bestand bleibt, schiebe ich ab und zu auf das NAS.
Mein Fazit
Die neuen geteilten Alben von iOS 27 haben durchaus Vorteile. Fotos und Videos in voller Auflösung sind ein deutlicher Fortschritt. Die einfachere Beteiligung über den Browser macht das Teilen auch mit Menschen angenehmer, die kein Apple-Gerät besitzen.
Dass der dafür benötigte Speicher künftig auf das iCloud-Kontingent des Albumbesitzers angerechnet wird, ist technisch erklärbar. Für Apple dürfte die Änderung gleichzeitig den angenehmen Nebeneffekt haben, dass mehr Kunden einen größeren iCloud+-Tarif benötigen. Ob dies tatsächlich Apples Hauptabsicht ist, lässt sich von außen natürlich nicht belegen.
Für mich bestätigt die Entwicklung vor allem, dass meine Entscheidung für ein NAS richtig war. Ich habe wieder einen klaren Überblick über meine Bilder, kann sie mit der Software meiner Wahl verwalten und bin bei der Speicherung und Freigabe nicht mehr vollständig von den Bedingungen eines einzelnen Anbieters abhängig.
Cloudspeicher ist bequem. Eigener Speicher bedeutet Arbeit. Aber er bedeutet eben auch Kontrolle.
Und die ist mir bei meinen persönlichen Fotos mittlerweile wichtiger als ein möglichst geräuschlos funktionierendes Abonnement.
Die aktuellen Beschränkungen und die noch geltende Nichtanrechnung beschreibt Apple in seiner Dokumentation zu geteilten Alben. Die Änderungen der iOS-27-Testversion einschließlich Bestandsschutz und temporärer Alben dokumentiert MacRumors. Die genannten Preise entsprechen der aktuellen deutschen iCloud+-Übersicht von Apple. Mehr auch bei Sir Apfelot.
Transparenzhinweis: Die in diesem Artikel enthaltene Tabelle habe ich von einer KI zusammenstellen lassen.
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