Unser Sohn hatte mal ein Konto bei einer Bank, die im Fernsehen so penetrant Werbung macht, als ginge es um die Rettung der Menschheit. Das Konto existiert längst nicht mehr. Und er selbst wohnt seit Jahren nicht mehr bei uns. Trotzdem trudeln alle paar Wochen Briefe mit „ganz tollen“ Kreditangeboten für ihn ein – als hätte die Bank beschlossen, die Realität einfach zu ignorieren.
Natürlich kennt die Bank die aktuelle Adresse. Dorthin schickt sie alles andere. Nur die Kreditreklame wandert unbeeindruckt weiter an die alte Anschrift. Man hat offenbar mehrere Adressdateien und pflegt sie mit der Sorgfalt, die man von modernen Datenbanken erwarten würde – nämlich gar nicht.
Ganz ähnlich erging es Dreibeinblog-Co-Autor Frank Mischkowski. Nur dass bei ihm nicht eine Bank, sondern die Telekom die Rolle des digitalen Dinosauriers übernahm.
Die Telekom verabschiedet sich ja gerade sukzessive von ihren alten Media-Receivern mit Festplatte. Die Geräte, die einst das Herzstück von Entertain/MagentaTV waren, sind mit der neuen Plattform nicht mehr kompatibel. Künftig läuft MagentaTV stärker wie ein gewöhnlicher Streamingdienst über jeden Internetanschluss. Die alten Receiver? Schlicht überflüssig.
Also schickte die Telekom Frank unaufgefordert vier neue Geräte. Nur leider griff sie – ganz wie die Bank unseres Sohnes – auf irgendeine verstaubte Adressliste zurück. Die Pakete landeten bei einer Anschrift, an der Frank seit mehr als 15 Jahren nicht mehr wohnt. Hermes stellte sie laut Sendungsverfolgung im Hausflur ab. Danach waren sie spurlos verschwunden. Überraschung.
Als die vier Leihgeräte dann plötzlich auf der Telekom-Rechnung auftauchten, reklamierte Frank. Nach einigem Hin und Her verstand man das Problem sogar und schickte vier weitere Receiver – diesmal an die richtige Adresse. Problem gelöst? Natürlich nicht.
Am Monatsende standen auf der neuen Rechnung fröhlich acht Receiver. Vier davon hatte Frank tatsächlich erhalten. Die anderen vier existierten nur noch in der Fantasie der Telekom-Buchhaltung und wurden trotzdem weiter berechnet.
Dann mischte sich die BILD ein. Dort hieß es unter anderem: Besonders frustrierend war der Kontakt mit dem Kundenservice. Frank musste den Sachverhalt bei jedem Anruf erneut schildern, weil immer wieder andere Mitarbeiter zuständig waren. Mehrfach wurde ihm telefonisch zugesichert, die zu viel berechneten Mietkosten gutzuschreiben und die nie erhaltenen Geräte aus dem Vertrag zu entfernen. Die folgenden Rechnungen enthielten trotzdem weiterhin acht Mietgeräte. Eine Möglichkeit, den Fall schriftlich an eine feste Stelle oder an einen höheren Support zu eskalieren, sah der Leser nicht.
Ob Franks Beharrlichkeit oder die mediale Aufmerksamkeit den Ausschlag gab, bleibt unklar. Am Ende entfernte die Telekom die vier Phantom-Receiver und erstattete die zu viel gezahlten Gebühren. Ein Happy End – nach monatelangem Kleinkrieg gegen die eigene Ineffizienz.
Warum verschickt die Telekom neue Receiver?
Die Telekom stellt Bestandskunden schrittweise auf die neue MagentaTV-Plattform um. Die älteren Media Receiver mit Festplatte – etwa MR 401 und MR 601 sowie diverse Zweitreceiver – sind damit nicht mehr kompatibel. Wer solche Geräte nutzt und umgestellt wird, braucht deshalb neue Empfangsgeräte, in der Regel eine MagentaTV One.
Der Wechsel bedeutet mehr als den bloßen Austausch einer Box: Aufnahmen landen künftig in der MagentaTV-Cloud statt auf der Festplatte. Bestehende Aufnahmen auf dem alten Gerät sind damit verloren. Je nach Tarif stellt die Telekom 50 oder 100 Stunden Cloudspeicher bereit; gespeicherte Sendungen bleiben dort üblicherweise 90 Tage abrufbar.
Die neue Plattform funktioniert zudem über Streamingsticks, Smart-TVs, Apple TV, Smartphones, Tablets und Browser. Alte Media Receiver sterben nach der vollständigen Umstellung ab. Die Telekom behauptet, betroffene Kunden vorab zu informieren und benötigte Geräte kostenlos bereitzustellen.
Wichtig: Wer umgestellt wird, sollte vorher prüfen, welche Aufnahmen noch auf der Festplatte liegen, welche Mietgeräte im Kundenkonto geführt werden und was mit den alten Geräten passieren soll. Der geschilderte Fall zeigt überdeutlich, dass man Lieferanschrift und Anzahl der berechneten Geräte besser selbst kontrolliert – bevor die Telekom es „regelt“.
Quelle: Informationen der Deutschen Telekom zur Umstellung auf das neue MagentaTV
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Was bei der Telekom wahre Wunder wirkt, das Supportforum… Probleme die telefonisch nicht zu klären waren, wurden dort mit brutaler Effizienz und vollkommen unproblematisch gelöst. Kann ich jedem nur ans Herz legen, da arbeitet der wirkliche Support.
Das habe ich a) schon gesehen und b) schon oft gehört.
Aber ich hab so meine Schwierigkeiten mit solchen Foren.
Ich kann das Gelaber von den Besserwissern und halbgaren Vollidioten nicht mehr ertragen.
Da habe ich früher drüber weggelesen und mich darüber amüsiert oder sogar mit Elan gestritten.
Heute tut mir die Dummheit mancher Leute echt nur noch weh.
Und es ist oft eine Ochsentour, bis in solchen Supportforen der mitlesende Kundensupport ein Einsehen hat.
Was ich aber sagen muss:
Ich bin ja kein Freund des häufigen Wechsels von Anbietern.
Bei der Telekom hat mir das schon sehr geholfen und auch bei der Krankenkasse.
Als langjähriger Kunde erfährt man manchmal doch eine bessere Unterstützung, als so ein Hopper, der alle Jahr‘ woanders Kunde ist.
Meine Tochter hatte als Kind mal mein Klapphandy zum Snake spielen bekommen, um die Klappe zu halten.
Stattdessen hat sie den Knopf entdeckt, mit dem man, wie auch immer das ging, irgendwie Fernsehen schauen konnte.
Und diese Übertragung ist fast zwei Tage durchgelaufen. Das hat damals 1.200 Euro Datenkosten ausgemacht!
Ich konnte das aber mit dem Telekom-Support am Telefon klären und die Aussage war klipp und klar: „Als so altem und guten Kunden machen wir da mal ne Ausnahme und löschen die Rechnung aus Kulanz.“
Japp, da muss ich dir Recht geben. Ich habe mit etwas Geschick meist recht schnell den direkten Support im Forum bekommen. War vielleicht auch nur Glück das nicht zu viele möchtegerns sich vorher schon beteiligten.