ServiceWüste

Das kommt mir spanisch vor!

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Unser Gesundheitssystem arbeitet am Anschlag. Wir haben es gerade innerhalb der Familie wieder erlebt. Die Allerliebste musste ins Krankenhaus und weil unser favorisiertes Krankenhaus gerade fusioniert und umzieht, kam sie in ein anderes – weniger beliebtes – Klinikum. Die Verhältnisse dort empfand sie als schlimm und teilweise lebensbedrohlich.

Ich mag die ganze Dramatik, so wie meine Frau sie empfunden hat, hier gar nicht wiedergeben, das würde den Rahmen eines solchen Artikels sprengen. Als Erklärung für die eklatanten Missstände wurde immer wieder angeführt, es gäbe einfach nicht genug Personal. Man wolle ja gerne, aber man könne nicht mehr.

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Ich persönlich bin ja grundsätzlich der Meinung, dass viele Menschen auf hohem Niveau jammern. Da wird sich beschwert, geklagt und gejammert, weil es Wartezeiten und Missliebigkeiten gibt. Neulich erst sagte eine Bekannte: „Am liebsten würden wir auswandern, schon wegen dem Gesundheitssystem“.
„Wohin?“, habe ich gefragt. „Nach Italien? Nach England? Nach Amerika? In Länder, in denen es in den Krankenhäusern eine reine Notaufnahmen-Lazarettmedizin gibt? In Länder, in denen Du ruckzuck eine Krankenhausrechnung von 25.000 Dollar an der Backe hast? In Länder, in denen Berufsärzte ohne wissenschaftliche Ausbildung agieren? Oder willst Du in Griechenland ins Krankenhaus, wo Du erst mal 300 Euro im Umschlag als Bakschisch für den Oberarzt hinlegen und Deine eigene Bettwäsche mitbringen musst?“

„Wir zahlen uns dumm und dämlich“, sagte die Bekannte, „Und den Ausländern stopft man es vorne und hinten rein…“

Okay, da wusste ich, woher der Wind weht.

Aber wie gesagt: Wir haben am eigenen Leib schon spüren können, dass unser Gesundheitssystem an seine Grenzen stößt.

Meiner Meinung nach liegt das in erster Linie daran, dass Krankenhäuser heute nicht mehr als selbstverständliche Daseinsfürsorge und aus Nächstenliebe betrieben werden, sondern wie Konzerne aus reiner Gewinnerzielungsabsicht.

Es gibt aber so ein paar Auswüchse, die ich nicht gutheißen kann. Neulich haben wir von der Apotheke ein Medikament erhalten. Es ist zum ersten Mal verordnet worden. Da kennt man sich noch nicht aus, da hat man Fragen, da will man den Beipackzettel lesen.

Doch, was macht man, wenn das Medikament ein spanisches Produkt ist? Die Verpackung und der komplette Beipackzettel sind auf Spanisch. Wir können das nicht lesen.

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Ich habe es schon gehabt, dass ein schwer verfügbares Medikament sogar eine arabische Verpackung hatte. Die war aber mit deutschem Aufdruck überklebt und der deutsche Beipackzettel war nachträglich beigefügt.

Hier aber nicht. Da ist alles einfach nur Spanisch.

Soll das so in Ordnung sein?

Bildquellen:

  • IMG_2963_800x500: Peter Wilhelm

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(©si)