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Foscam-NVR ersetzen: Warum die Wahl auf den ANNKE N48PAW fällt

Nas peter wilhelm schriftsteller system kameras 800x500

Ein älterer FOSCAM-NVR kann Fremdkameras über ONVIF einbinden – allerdings nur, wenn seine automatische Gerätesuche die Kamera zuvor erkennt. Eine freie manuelle ONVIF- oder RTSP-Konfiguration bietet das Gerät nicht. Die Tests mit einer modernen ANNKE I51DW und mehreren 7Links-Kameras zeigten diese Grenzen so deutlich, dass mittelfristig ein ANNKE N48PAW als neue Live-Zentrale vorgesehen ist.

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Dabei geht es nicht darum, das bestehende System vorschnell auszutauschen. Der FOSCAM-NVR hat viele Jahre zuverlässig gearbeitet und kann zunächst weiterlaufen. Ein Nachfolger muss erst beweisen, dass er neben ANNKE-Kameras auch die vorhandenen Fremdkameras dauerhaft und zuverlässig darstellen kann.

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Die eigentlichen Videoaufzeichnungen sollen weiterhin bevorzugt mit UGREEN Überwachung auf dem NAS erfolgen. Der neue NVR ist vor allem für die permanente Mehrfachansicht auf einem eigenen Monitor vorgesehen.

Der alte FOSCAM-NVR war lange eine gute Lösung

Mein vorhandener FOSCAM-NVR wurde mir seinerzeit als stabiles und bewährtes System empfohlen.

Der ursprüngliche Plan war einfach:

  • FOSCAM-NVR kaufen,
  • FOSCAM-Kameras anschließen,
  • mehrere Livebilder dauerhaft auf einem Monitor anzeigen,
  • das funktionierende System anschließend möglichst nicht mehr verändern.

Mit den Kameras des eigenen Herstellers funktionierte das tatsächlich sehr gut. Mehrere FOSCAM-Kameras ließen sich problemlos verwenden und über Jahre zuverlässig darstellen.

Im Laufe der Zeit kamen jedoch Kameras anderer Hersteller hinzu. Aufgrund meiner journalistischen Tätigkeit hatte ich immer wieder unterschiedliche Überwachungskameras zu Testzwecken erhalten. Einige davon ließen sich auch in den FOSCAM-NVR integrieren und wurden anschließend weiterverwendet.

Dadurch entstand ein gemischtes Kamerasystem aus:

  • FOSCAM-Kameras,
  • mehreren 7Links-Modellen,
  • ELESION- beziehungsweise Tuya-Kameras,
  • einer ANNKE I51DW,
  • weiteren chinesischen OEM-Kameras.

Mit diesem gewachsenen Bestand traten die Einschränkungen des alten NVR immer deutlicher hervor.

ONVIF funktioniert nur nach erfolgreicher Gerätesuche

Bei den Versuchen mit unterschiedlichen Fremdkameras fiel eine besondere Einschränkung des FOSCAM-NVR auf.

Findet der NVR eine Kamera automatisch oder im Rahmen eines Suchlaufs, bietet er anschließend die Möglichkeit, das Gerät über ONVIF einzurichten.

In diesem Fall können unter anderem folgende Angaben eingetragen werden:

  • ONVIF-Port,
  • Benutzername,
  • Passwort.

Das klingt zunächst nach einer normalen ONVIF-Unterstützung.

Anders verhält sich der NVR jedoch bei Kameras, die während des Suchlaufs nicht erkannt werden.

Beim manuellen Hinzufügen stehen dann lediglich folgende Protokollvarianten zur Verfügung:

  • FOSCAM,
  • MJ.

ONVIF kann nicht frei ausgewählt werden.

Damit ist die ONVIF-Unterstützung des FOSCAM-NVR offenbar unmittelbar an seine automatische Geräteerkennung gekoppelt.

Das führt zu einem grundlegenden Problem:

Eine technisch erreichbare und vollständig ONVIF-fähige Kamera kann für den NVR unbrauchbar bleiben, wenn sie nicht über den von ihm erwarteten Suchmechanismus gefunden wird.

Keine freie RTSP-Konfiguration

Der alte FOSCAM-NVR bietet außerdem keine Möglichkeit, eine vollständige benutzerdefinierte RTSP-Adresse einzutragen.

Selbst wenn folgende Angaben bereits bekannt sind, können sie nicht frei hinterlegt werden:

  • IP-Adresse der Kamera,
  • RTSP-Port,
  • Benutzername und Passwort,
  • Pfad des Hauptstreams,
  • Pfad des Substreams.

Diese Einschränkung wurde bei den 7Links ZX-5761 besonders deutlich.

Mit einem ONVIF-Testskript konnten wir den funktionierenden RTSP-Pfad dieser Kameras direkt auslesen:

/V_ENC_000

Der RTSP-Dienst läuft auf Port 554. Die vollständige Adresse folgt damit diesem Schema:

rtsp://BENUTZER:PASSWORT@IP-ADRESSE:554/V_ENC_000

UGOS Überwachung konnte diesen Stream problemlos verwenden.

Der FOSCAM-NVR ließ jedoch keine manuelle Eingabe des bekannten Pfads zu. Er konnte die Kamera nur verwenden, wenn er sie selbstständig über ONVIF fand und die benötigten Daten intern ermittelte.

Die Option „MJ“ ist kein Ersatz für RTSP

Die beim manuellen Hinzufügen angebotene Protokollvariante „MJ“ stellt keinen gleichwertigen Ersatz für eine freie ONVIF- oder RTSP-Konfiguration dar.

Sie dürfte vor allem für ältere MJPEG-basierte oder FOSCAM-nahe Kameras vorgesehen sein.

Ein moderner H.264- oder H.265-RTSP-Stream lässt sich darüber nicht einfach durch Angabe seines vollständigen Pfads hinzufügen.

Damit bleibt der manuelle Spielraum des FOSCAM-NVR ausgesprochen begrenzt.

Eine erfolgreiche Verbindung bedeutet noch kein Bild

Die ANNKE I51DW zeigte eine weitere Grenze des alten FOSCAM-NVR.

Nachdem ONVIF im Webinterface der Kamera aktiviert und ein entsprechender Benutzer eingerichtet worden war, wurde die Kamera von der Suche des FOSCAM-NVR gefunden.

Mit denselben Zugangsdaten, die auch bei UGOS funktionierten, ließ sie sich hinzufügen. Der NVR zeigte die Verbindung anschließend mit einem grünen Punkt als erfolgreich an.

Trotzdem erschien kein Kamerabild.

Damit funktionierten offenbar:

  • Netzwerkverbindung,
  • ONVIF-Gerätesuche,
  • Anmeldung,
  • grundlegende Kommunikation zwischen Kamera und NVR.

Der NVR war aber nicht in der Lage, den eigentlichen Videostream korrekt darzustellen.

Eine grüne Verbindungsanzeige beweist deshalb lediglich, dass sich NVR und Kamera grundsätzlich verständigen. Sie garantiert nicht, dass der Recorder Auflösung, Videoprofil und Codec des Streams auch decodieren kann.

Die ANNKE I51DW als moderner Gegenentwurf

Die ANNKE I51DW hinterließ bei den Tests einen wesentlich professionelleren Eindruck als viele ältere oder preiswerte OEM-Kameras.

Sie besitzt ein umfangreiches Webinterface, in dem sich zahlreiche Einstellungen gezielt vornehmen lassen.

Dazu gehören unter anderem:

  • IPv4- und IPv6-Konfiguration,
  • DHCP beziehungsweise feste Netzwerkeinstellungen,
  • HTTP- und HTTPS-Port,
  • RTSP-Port,
  • Server- und SDK-Ports,
  • Videostreams,
  • Auflösung,
  • Bildrate,
  • Bitrate,
  • Videocodec,
  • I-Frame-Intervall,
  • Video mit oder ohne Audio,
  • ONVIF-Aktivierung,
  • eigene ONVIF-Benutzer.

Die Kamera setzt damit nicht ausschließlich auf eine Smartphone-App oder einen Cloud-Dienst. Sie lässt sich vollständig im lokalen Netzwerk konfigurieren und bietet standardisierte Schnittstellen für die Einbindung in unterschiedliche Systeme.

Die Netzwerkdienste der ANNKE I51DW

Die getestete ANNKE I51DW war unter folgender Adresse erreichbar:

192.168.178.182

Ein vollständiger TCP-Portscan ergab:

80/tcp   open  http
443/tcp  open  https
554/tcp  open  rtsp
7681/tcp open
8000/tcp open  http-alt
8443/tcp open  https-alt

Die offenen Ports entsprachen weitgehend den im Webinterface angezeigten Diensten:

  • HTTP auf Port 80,
  • HTTPS auf Port 443,
  • RTSP auf Port 554,
  • WebSocket auf Port 7681,
  • Server-Port 8000,
  • erweiterter SDK-Dienst auf Port 8443.

Ein zusätzlicher UDP-Test zeigte:

3702/udp open|filtered ws-discovery

Außerdem identifizierte Nmap den Hersteller der Netzwerkschnittstelle als Hangzhou Hikvision Digital Technology.

Die technische Nähe zu Hikvision erklärt die bekannten Stream-Pfade und viele der professionellen Konfigurationsmöglichkeiten.

ONVIF muss ausdrücklich aktiviert werden

Im Webinterface der ANNKE-Kamera war ONVIF zunächst nicht aktiv.

Die Funktion befand sich im Bereich „Integrationsprotokoll“ und wurde dort als „Open Network Video Interface“ bezeichnet.

Nach der Aktivierung musste ein eigener ONVIF-Benutzer angelegt werden.

Das ist sicherer und übersichtlicher, als für jede externe Anwendung das allgemeine Administratorkonto der Kamera zu verwenden.

Erst nach der Aktivierung von ONVIF wurde die Kamera sowohl von UGOS als auch vom alten FOSCAM-NVR automatisch gefunden.

Damit zeigte sich erneut, wie wichtig ein umfangreiches lokales Webinterface ist. Bei Kameras, die ausschließlich über eine vereinfachte Smartphone-App verwaltet werden, bleiben solche Funktionen häufig verborgen oder können gar nicht aktiviert werden.

UGOS integriert die ANNKE-Kamera problemlos

Die Einbindung in UGREEN Überwachung verlief wesentlich erfreulicher als bei mehreren 7Links- und FOSCAM-Kameras.

UGOS erkannte die Kamera per ONVIF. Benutzername, Passwort und Port wurden eingetragen und die Kamera ließ sich ohne den zuvor beobachteten internen Serverfehler speichern.

Das Livebild erschien unmittelbar.

Damit wurde deutlich:

Die ANNKE I51DW besitzt eine sauber verwendbare ONVIF-Implementierung, mit der UGOS problemlos zusammenarbeitet.

Zwei ONVIF-Profile für Haupt- und Substream

Mit unserem ONVIF-Testskript konnten die Medienprofile der Kamera direkt abgefragt werden.

Die ANNKE I51DW meldete:

ONVIF-Verbindung erfolgreich.

Gefundene Profile: 2

Profil 1
Name:  mainStream
Token: Profile_1

Profil 2
Name:  subStream
Token: Profile_2

Die zugehörigen RTSP-Adressen lauteten:

rtsp://192.168.178.182/Streaming/Channels/101?transportmode=unicast&profile=Profile_1

und:

rtsp://192.168.178.182/Streaming/Channels/102?transportmode=unicast&profile=Profile_2

Die grundlegenden Stream-Pfade sind damit:

  • /Streaming/Channels/101 für den Hauptstream,
  • /Streaming/Channels/102 für den Substream.

Diese klare Trennung erleichtert die Integration erheblich.

Der ungewöhnliche Hauptstream der Doppelobjektivkamera

Bei der ANNKE I51DW handelt es sich um eine Doppelobjektivkamera. Die beiden Sensorbilder werden zu einem breiten Panoramabild zusammengesetzt.

Der Hauptstream verwendete bei unserem Test folgende Auflösung:

3632 × 1632 Pixel

Das entspricht knapp sechs Megapixeln und einem ungewöhnlich breiten Bildformat.

Weitere Einstellungen des Hauptstreams lauteten:

  • Videotyp: nur Video,
  • Bildrate: 20 Bilder pro Sekunde,
  • maximale Bitrate: 5120 KBit/s,
  • Videocodierung: H.264,
  • H.264+: aus,
  • Profil: Hauptprofil,
  • I-Frame-Intervall: 50,
  • SVC: aus.

Die Verwendung von H.264 und die Deaktivierung von H.264+ sollten grundsätzlich eine möglichst hohe Kompatibilität ermöglichen.

Der alte FOSCAM-NVR konnte das Bild trotzdem nicht darstellen. Als wahrscheinliche Ursache kommen deshalb die ungewöhnliche Auflösung, das zusammengesetzte Panoramabild oder eine andere technische Besonderheit des Streams infrage.

Der Substream als kompatiblere Alternative

Der Substream wurde auf weniger anspruchsvolle Werte eingestellt:

  • Auflösung: 1200 × 536 Pixel,
  • Videotyp: nur Video,
  • Bildrate: 15 Bilder pro Sekunde,
  • Videocodierung: H.264,
  • I-Frame-Intervall: 15,
  • SVC: aus.

Ein Substream mit geringerer Auflösung und H.264 ist grundsätzlich besser für ältere Decoder und Mehrfachansichten geeignet.

Der FOSCAM-NVR bot jedoch keine ausreichend detaillierten Einstellmöglichkeiten, um gezielt festzulegen, dass er diesen Stream verwenden soll.

Er ermittelte die Stream-Daten selbstständig über ONVIF. Eine freie RTSP-Adresse ließ sich nicht hinterlegen.

Damit blieb auch der kompatibler konfigurierte Substream ungenutzt.

Video ohne Audio vereinfacht die Kompatibilität

Da für diese Außenkamera kein Ton benötigt wird, wurde als Videotyp ausschließlich „Video-Stream“ beziehungsweise „nur Video“ verwendet.

Das reduziert:

  • Datenmenge,
  • mögliche Audiocodec-Probleme,
  • unnötige Aufzeichnung von Umgebungsgeräuschen,
  • datenschutzrechtlich möglicherweise problematische Tonaufnahmen.

Gerade bei der Einbindung in ältere Fremdsysteme ist ein reiner H.264-Videostream häufig die unkomplizierteste Variante.

Die Kamera als möglicher Ersatz für eine alte FOSCAM-Außenkamera

Die ANNKE I51DW war ursprünglich als möglicher Ersatz für eine ältere FOSCAM-Außenkamera vorgesehen.

Diese FOSCAM-Kamera fiel über längere Zeit immer wieder vollständig aus. Bei einem Ausfall:

  • verschwand sie aus der Mesh-Übersicht,
  • war ihr Webinterface nicht erreichbar,
  • half ein kurzes Trennen des LAN-Kabels nicht,
  • half ein Neustart der Kamera nicht,
  • kehrte sie erst nach einem Neustart des verwendeten FRITZ!Repeaters zurück.

Da der betreffende FRITZ!Repeater 2400 bereits durch ein Neugerät ersetzt worden war und das Problem trotzdem wiederkehrte, lag der Verdacht zunächst auf einem altersbedingten Defekt der Kamera.

Inzwischen ergab sich jedoch eine überraschende neue Erkenntnis.

Ein Switch stabilisiert die alte FOSCAM-Außenkamera

Die problematische FOSCAM-Außenkamera war ursprünglich direkt per LAN-Kabel mit einem FRITZ!Repeater 2400 verbunden.

Zwischen Kamera und Repeater wurde versuchsweise ein TP-Link TL-SG108 geschaltet:

FOSCAM-Außenkamera
        │
        │ LAN
        ▼
TP-Link TL-SG108
        │
        │ LAN
        ▼
FRITZ!Repeater 2400
        │
        │ WLAN-Mesh
        ▼
Heimnetz

Nach dem Zwischenschalten des Switches war die Kamera sofort wieder erreichbar – ohne Neustart des Repeaters, der Kamera oder der FRITZ!Box.

Seitdem läuft sie ungewöhnlich stabil. Einen derart verlässlichen Zustand hatte ich bei dieser Kamera seit Jahren nicht mehr beobachtet.

Das ist ein starkes Indiz für ein Problem bei der direkten Ethernet-Verbindung zwischen der älteren Netzwerkschnittstelle der FOSCAM-Kamera und dem LAN-Anschluss des FRITZ!Repeaters.

Der Switch handelt die Ethernet-Verbindung zu beiden Seiten getrennt aus und wirkt dadurch offenbar als technischer Vermittler.

Damit ist die ANNKE I51DW weiterhin ein überzeugender möglicher Ersatz. Ein sofortiger Austausch der alten Außenkamera ist aber möglicherweise nicht mehr notwendig, sofern die neue Verbindung über den TL-SG108 dauerhaft stabil bleibt.

Warum trotzdem über einen neuen NVR nachdenken?

Die Stabilisierung der FOSCAM-Außenkamera löst lediglich das Verbindungsproblem dieses einen Geräts.

Die grundsätzlichen Einschränkungen des alten FOSCAM-NVR bleiben bestehen:

  • ONVIF nur nach erfolgreicher automatischer Suche,
  • keine freie manuelle ONVIF-Konfiguration,
  • keine benutzerdefinierte RTSP-Adresse,
  • keine freie Auswahl von Haupt- und Substream,
  • begrenzte Unterstützung moderner Auflösungen,
  • eingeschränkte Decoder-Kompatibilität,
  • rudimentäre Einstellmöglichkeiten für Fremdkameras.

Der geplante Wechsel zu einem moderneren NVR ist deshalb keine Reaktion auf einen einzelnen Kameraausfall. Er ergibt sich aus der gesamten Entwicklung des Kamerasystems.

Die Anforderungen an einen Nachfolger

Ein neuer NVR sollte nicht nur mit künftigen ANNKE-Kameras funktionieren. Er muss nach Möglichkeit auch die vorhandenen Fremdkameras übernehmen können.

Zum derzeitigen beziehungsweise geplanten Kamerabestand gehören:

  • die ANNKE I51DW,
  • drei 7Links ZX-5761,
  • mehrere vorhandene FOSCAM-Kameras,
  • eine weitere Kamera bislang nicht abschließend geklärter Herkunft,
  • mögliche spätere Ersatz- und Erweiterungskameras.

Der Nachfolger sollte deshalb folgende Eigenschaften besitzen:

  • mindestens acht IP-Kamerakanäle,
  • Unterstützung von ANNKE-Kameras,
  • ONVIF für Fremdkameras,
  • manuelle ONVIF-Konfiguration,
  • frei definierbare RTSP-Protokolle,
  • Haupt- und Substream-Konfiguration,
  • H.264- und H.265-Unterstützung,
  • ausreichende Decoderleistung für die ANNKE-Doppelobjektivkamera,
  • Mehrfachansicht auf einem eigenen Monitor,
  • Betrieb auch ohne eingebaute Festplatte.

Ein NVR, der ausschließlich Kameras des eigenen Herstellers zuverlässig verarbeitet, würde lediglich die bisherige Abhängigkeit von FOSCAM durch eine neue Abhängigkeit ersetzen.

Die geplante Wahl: ANNKE N48PAW

Nach Prüfung der für unseren Anwendungsfall wichtigen Funktionen fiel die Wahl auf den ANNKE N48PAW.

Es handelt sich um einen Netzwerk-Videorekorder für bis zu acht IP-Kamerakanäle mit acht integrierten PoE-Anschlüssen.

Für die Auswahl waren nicht allein der Markenname und die PoE-Ports entscheidend. Wesentlich wichtiger ist die Möglichkeit, neben ANNKE-Kameras auch Fremdkameras über ONVIF und benutzerdefinierte RTSP-Protokolle einzubinden.

Acht PoE-Ports bedeuten nicht acht ausschließlich direkt angeschlossene Kameras

Bei Produktbeschreibungen des N48PAW wird häufig hervorgehoben, dass acht PoE-Kameras angeschlossen werden können.

Das kann den Eindruck erwecken, sämtliche Kameras müssten zwingend mit einem eigenen Netzwerkkabel direkt zum Recorder geführt werden.

Das ist nicht der Fall.

Der NVR besitzt zusätzlich einen normalen LAN-Anschluss und wird darüber in das bestehende Heimnetz eingebunden.

Er kann grundsätzlich auch Kameras erreichen, die sich bereits an anderer Stelle im selben Netzwerk befinden.

Dazu können Kameras gehören, die:

  • direkt an der FRITZ!Box angeschlossen sind,
  • über einen normalen Netzwerkswitch verbunden sind,
  • an einem separaten PoE-Switch betrieben werden,
  • ihre Stromversorgung über einen PoE-Injektor erhalten,
  • über den LAN-Anschluss eines FRITZ!Repeaters ins Heimnetz gelangen,
  • per WLAN mit dem Heimnetz verbunden sind.

Für den NVR ist in erster Linie entscheidend, dass die Kamera im lokalen Netzwerk unter ihrer IP-Adresse erreichbar ist und ein unterstütztes Protokoll bereitstellt.

PoE-Kamera hinter einem FRITZ!Repeater betreiben

Die ANNKE I51DW benötigt eine Ethernet-Verbindung und kann über Power over Ethernet mit Strom versorgt werden.

Am vorgesehenen Montageort muss dafür nicht zwingend ein durchgehendes LAN-Kabel direkt vom NVR bis zur Kamera verlegt werden.

Die getestete Struktur sieht folgendermaßen aus:

FRITZ!Box beziehungsweise Heimnetz
                │
                │ WLAN-Mesh
                ▼
          FRITZ!Repeater
                │
                │ LAN
                ▼
           PoE-Injektor
                │
                │ LAN + Strom
                ▼
          ANNKE I51DW

Der FRITZ!Repeater stellt die Netzwerkverbindung bereit. Der dahinter angeschlossene PoE-Injektor fügt dem Ethernet-Kabel die für die Kamera benötigte Stromversorgung hinzu.

Für den NVR erscheint die Kamera unabhängig von diesem Übertragungsweg als normales IP-Gerät im selben Heimnetz.

PoE ist lediglich die Stromversorgung über das Ethernet-Kabel. Es schreibt nicht vor, dass die Kamera direkt an einem PoE-Port des NVR angeschlossen werden muss.

ONVIF für regulär unterstützte Fremdkameras

Fremdkameras sollen im N48PAW manuell über ONVIF hinzugefügt werden können.

Dazu werden abhängig von der Oberfläche unter anderem folgende Angaben benötigt:

  • IP-Adresse,
  • Verwaltungs- beziehungsweise ONVIF-Port,
  • Benutzername,
  • Passwort.

Diese Möglichkeit ist erheblich flexibler als die Implementierung des alten FOSCAM-NVR.

Dort wird ONVIF nur angeboten, wenn die automatische Suche eine Kamera bereits erkannt hat. Eine nicht gefundene Kamera lässt sich nicht frei als ONVIF-Gerät konfigurieren.

Sehr gute Voraussetzungen für die ANNKE I51DW

Bei der ANNKE I51DW sind die Voraussetzungen für den N48PAW besonders gut.

Die Kamera unterstützt:

  • ONVIF 19.12,
  • WS-Discovery über UDP-Port 3702,
  • RTSP über TCP-Port 554,
  • einen getrennten Haupt- und Substream,
  • H.264 und H.265,
  • lokale Benutzerverwaltung,
  • ein umfangreiches Webinterface.

Da Kamera und NVR vom selben Hersteller stammen und die I51DW für die Verwendung mit ANNKE-NVRs vorgesehen ist, ist hier mit einer wesentlich besseren Kompatibilität zu rechnen als beim alten FOSCAM-NVR.

Auch die ungewöhnliche Auflösung des zusammengesetzten Doppelobjektivbildes sollte ein moderner ANNKE-NVR besser verarbeiten können.

Benutzerdefinierte RTSP-Protokolle als entscheidender Vorteil

Der wichtigste Grund für die Wahl des N48PAW ist die Unterstützung benutzerdefinierter RTSP-Protokolle.

Der Recorder ist damit nicht ausschließlich auf die automatische Suche oder eine vollständig kompatible ONVIF-Verbindung angewiesen.

In der Protokollverwaltung sollen unter anderem folgende Werte frei definiert werden können:

  • Name des Protokolls,
  • RTSP-Port,
  • Übertragungsprotokoll,
  • Pfad des Hauptstreams,
  • Pfad des Substreams,
  • Verwendung oder Deaktivierung eines Substreams.

Diese Funktion ist für die vorhandenen 7Links ZX-5761 besonders wertvoll.

Die bekannten Daten der ZX-5761

Bei den drei ZX-5761 konnten wir den funktionierenden RTSP-Pfad bereits mit einem ONVIF-Testskript auslesen.

Die bekannten Werte lauten:

  • RTSP-Port: 554,
  • Hauptstream: /V_ENC_000,
  • ONVIF-Port: 10000,
  • ONVIF-Profile: PROFILE_000 und PROFILE_001.

Sollte eine ZX-5761 nicht unmittelbar über ONVIF am ANNKE-NVR funktionieren, kann ein eigenes RTSP-Protokoll mit folgenden Grunddaten angelegt werden:

  • Protokoll: RTSP,
  • Port: 554,
  • Hauptstream: /V_ENC_000,
  • Substream: zunächst deaktiviert, solange kein gesonderter Pfad bekannt ist.

Genau diese Möglichkeit fehlt dem alten FOSCAM-NVR.

Dort kann der bereits bekannte und mit VLC sowie UGOS geprüfte RTSP-Pfad nicht manuell verwendet werden.

H.264 und H.265

Der N48PAW unterstützt die gängigen Videoformate:

  • H.264,
  • H.264+,
  • H.265,
  • H.265+.

Für ältere und fremde Kameras sollte zunächst H.264 verwendet werden. Dieser Codec bietet im Allgemeinen die größte Kompatibilität.

Bei vollständig unterstützten ANNKE-Kameras kann später H.265 oder H.265+ eingesetzt werden, um Netzwerkbandbreite und Speicherplatz zu reduzieren.

Für die erste Einrichtung gilt jedoch:

Zunächst die kompatibelste Einstellung verwenden. Optimierungen folgen erst, wenn die Verbindung stabil funktioniert.

Warum der NVR ohne Festplatte gekauft werden soll

Der ANNKE N48PAW soll zunächst ohne eingebaute Festplatte gekauft werden.

Das senkt den Anschaffungspreis und passt zu meinem vorhandenen Sicherungs- und Aufzeichnungskonzept.

Die eigentliche Videoaufzeichnung erfolgt bevorzugt mit UGREEN Überwachung auf dem NAS.

Der ANNKE-NVR soll in erster Linie folgende Aufgaben übernehmen:

  • dauerhafte Liveansicht auf einem eigenen Monitor,
  • gleichzeitige Darstellung mehrerer Kameras,
  • Verwaltung und Kontrolle der Kameraverbindungen,
  • schnelle visuelle Überwachung ohne Öffnen einer NAS-App,
  • mögliche spätere Zweitaufzeichnung, falls sie gewünscht wird.

Für die reine Liveansicht und Kameraverwaltung benötigt der NVR keine Festplatte.

Die vorhandene 2-TB-Festplatte wird nicht benötigt

Im alten FOSCAM-NVR befindet sich zwar eine 2-TB-Festplatte. Sie wurde dort aber nie für Aufzeichnungen verwendet.

Die Festplatte sorgt aufgrund ihres Gewichts im Grunde nur dafür, dass das sehr leichte NVR-Gehäuse sicher an seinem Platz stehen bleibt.

Sie muss deshalb nicht in den neuen ANNKE-NVR übernommen werden.

Sollte später eine zusätzliche Aufzeichnung auf dem ANNKE-NVR gewünscht sein, kann immer noch entschieden werden, ob die vorhandene Festplatte geeignet ist oder ein neuer Datenträger eingebaut werden soll.

UGOS und ANNKE-NVR sollen unterschiedliche Aufgaben übernehmen

Das geplante System trennt Liveansicht und intelligente Aufzeichnung bewusst voneinander.

UGOS übernimmt:

  • zentrale Aufzeichnung auf dem NAS,
  • lokale Personen-, Fahrzeug- und Haustiererkennung,
  • ereignisbasierte Aufnahmen,
  • begrenzte Aufbewahrungsdauer,
  • Speicherkontingente,
  • gemeinsames Ereignisarchiv.

Der ANNKE N48PAW übernimmt:

  • permanente Monitoransicht,
  • klassisches Kameraraster,
  • schnelle Kontrolle aller Verbindungen,
  • komfortable Anzeige von Haupt- und Substreams,
  • mögliche spätere redundante Aufzeichnung.

Dadurch muss keines der beiden Systeme sämtliche Aufgaben allein erfüllen.

Die geplante Netzwerkstruktur

Der N48PAW wird mit seinem normalen LAN-Anschluss in das vorhandene Heimnetz eingebunden.

Die bestehenden Kameras müssen dafür nicht vollständig neu verkabelt werden.

Die Struktur sieht ungefähr folgendermaßen aus:

                         ┌── UGREEN-NAS mit UGOS
                         │
FRITZ!Box / Heimnetz ────┼── ANNKE N48PAW
                         │
                         ├── vorhandene WLAN-Kameras
                         │
                         ├── 7Links ZX-5761
                         │
                         ├── FOSCAM-Kameras
                         │
                         └── FRITZ!Repeater
                                  │
                                  └── PoE-Injektor
                                           │
                                           └── ANNKE I51DW

Die Kameras bleiben unter ihren festen IP-Adressen im Heimnetz erreichbar.

UGOS und der NVR können parallel auf die Videostreams zugreifen.

Nicht jeder ANNKE-NVR besitzt dieselben Funktionen

Beim Kauf ist Vorsicht geboten.

Nicht jeder ANNKE-NVR besitzt zwangsläufig dieselbe Firmware oder dieselben Konfigurationsmöglichkeiten.

Ein günstiges Gerät sollte deshalb nicht allein aufgrund des Markennamens gekauft werden.

Wichtig ist die genaue Modellbezeichnung:

N48PAW

Für dieses Modell sind die Einbindung von Fremdkameras über ONVIF und die Einrichtung benutzerdefinierter RTSP-Protokolle die entscheidenden Auswahlkriterien.

Vor dem Kauf sollte außerdem geprüft werden:

  • exakte Modellnummer,
  • Anzahl der IP-Kanäle,
  • PoE-Ausstattung,
  • unterstützte Kameraauflösungen,
  • ONVIF-Unterstützung für Fremdkameras,
  • benutzerdefinierte RTSP-Protokolle,
  • Betrieb ohne Festplatte,
  • Rückgabemöglichkeit des Händlers.

Warum eine unkomplizierte Rückgabe wichtig ist

Auch eine umfangreiche Funktionsbeschreibung garantiert nicht, dass jede vorhandene Kamera in jeder Kombination funktioniert.

Unsere bisherigen Versuche haben gezeigt, wie unterschiedlich ONVIF-Implementierungen reagieren können.

Der Recorder sollte deshalb möglichst bei einem Händler mit unkomplizierter Rückgabemöglichkeit gekauft werden.

Erst ein Test mit den tatsächlich vorhandenen Kameras kann die entscheidenden Fragen beantworten.

Der geplante Kompatibilitätstest

Nach Erhalt des N48PAW sollen die Kameras schrittweise getestet werden.

Die vorgesehene Reihenfolge lautet:

  1. ANNKE I51DW per ONVIF hinzufügen.
  2. Hauptstream der I51DW darstellen.
  3. Substream der I51DW prüfen.
  4. Mehrfachansicht und Umschaltung zwischen den Streams testen.
  5. Eine 7Links ZX-5761 über ONVIF hinzufügen.
  6. Falls ONVIF scheitert, benutzerdefiniertes RTSP-Protokoll mit /V_ENC_000 anlegen.
  7. Die beiden übrigen ZX-5761 auf dieselbe Weise hinzufügen.
  8. Vorhandene FOSCAM-Kameras testen.
  9. Weitere Fremdkamera bislang unbekannter Herkunft prüfen.
  10. Stabilität nach einem Neustart des NVR kontrollieren.
  11. Stabilität nach einem Neustart einzelner Kameras prüfen.
  12. Verhalten nach Netzwerk- und Mesh-Unterbrechungen beobachten.
  13. Dauerhafte Mehrfachansicht auf dem Monitor testen.

Die Kameras werden nicht alle gleichzeitig und ohne Kontrolle umgestellt.

Nach jedem Schritt wird geprüft, ob Livebild, Streamauswahl und Wiederverbindung zuverlässig funktionieren.

Der alte FOSCAM-NVR bleibt bis zum erfolgreichen Test erhalten

Der vorhandene FOSCAM-NVR wird nicht vorschnell entfernt.

Erst wenn die wichtigen Bestandskameras am ANNKE N48PAW zuverlässig funktionieren, kann über seine endgültige Ablösung entschieden werden.

Bis dahin bleibt er als bewährte Live-Zentrale verfügbar.

Diese Vorgehensweise vermeidet einen unnötigen Komplettausfall und entspricht meiner grundsätzlichen Regel bei technischen Umstellungen:

Ein funktionierendes System wird erst dann außer Betrieb genommen, wenn sein Nachfolger seine Zuverlässigkeit praktisch bewiesen hat.

Der Wechsel ist keine reine Markenentscheidung

Die Wahl des ANNKE N48PAW beruht nicht einfach darauf, dass die I51DW ebenfalls von ANNKE stammt.

Ausschlaggebend sind vielmehr die besseren Konfigurationsmöglichkeiten:

  • moderne Unterstützung hoher Kameraauflösungen,
  • manuelle ONVIF-Einrichtung,
  • Fremdkamera-Unterstützung,
  • benutzerdefinierte RTSP-Protokolle,
  • getrennte Haupt- und Substreams,
  • Netzwerkkameras außerhalb der integrierten PoE-Ports,
  • Betrieb ohne Festplatte,
  • klassische Mehrfachansicht auf einem Monitor.

Gerade die Kombination aus manueller ONVIF-Konfiguration und frei definierbaren RTSP-Pfaden gibt uns Werkzeuge an die Hand, mit denen sich auch ungewöhnliche oder ältere Kameras integrieren lassen.

Fazit: schrittweiser Wechsel statt vollständiger Neuanfang

Der alte FOSCAM-NVR hat über viele Jahre gute Dienste geleistet. Seine Grundidee war für ein homogenes FOSCAM-System vollkommen ausreichend.

Der inzwischen stark gemischte Kamerabestand stellt jedoch Anforderungen, für die das Gerät nicht entwickelt wurde.

Seine wesentlichen Einschränkungen sind:

  • ONVIF nur nach automatischer Erkennung,
  • keine freie manuelle ONVIF-Einrichtung,
  • keine benutzerdefinierten RTSP-Pfade,
  • begrenzte Unterstützung moderner Videoformate und Auflösungen,
  • zu wenige Einstellmöglichkeiten für Fremdkameras.

Die Tests mit der ANNKE I51DW machten diese Grenzen besonders deutlich. Die Kamera wurde gefunden, die Anmeldung funktionierte und der NVR zeigte eine erfolgreiche Verbindung an. Trotzdem konnte er kein Bild darstellen.

UGOS integrierte dieselbe Kamera dagegen unmittelbar und ohne internen Serverfehler.

Der geplante ANNKE N48PAW soll deshalb mittelfristig die Rolle der permanenten Live-Zentrale übernehmen. UGREEN Überwachung bleibt bevorzugt für die intelligente Ereignisaufzeichnung auf dem NAS zuständig.

Die drei vorhandenen ZX-5761 besitzen mit Port 554 und dem bekannten Stream-Pfad /V_ENC_000 gute Voraussetzungen für eine manuelle RTSP-Einbindung. Auch die vorhandenen FOSCAM-Kameras und weitere Fremdgeräte sollen vor einer endgültigen Umstellung praktisch getestet werden.

Damit ist der geplante Wechsel kein radikaler Neuanfang. Es handelt sich um eine schrittweise Modernisierung, bei der brauchbare Kameras erhalten bleiben und nur die technisch zu stark eingeschränkte Zentrale ersetzt wird.

Die endgültige Entscheidung fällt deshalb nicht beim Kauf, sondern nach dem Praxistest:

Erst wenn der ANNKE N48PAW die wichtigen Bestandskameras zuverlässig darstellt, darf der alte FOSCAM-NVR in den Ruhestand gehen.

Bildquellen:

  • nas-peter-wilhelm-schriftsteller-system-kameras_800x500: Peter Wilhelm

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(©si)