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Froonck Glööckler pompöös

Frank Matthée, diesen Namen kann ich wegen der doppelten Buchstaben und des französischen Strichleins über dem ersten E sowieso nur dann richtig schreiben, wenn ich vorher nachgucke, wie er richtig geschrieben wird.
Frank Matthée ist Hochzeitsplaner und hat in RTL schon eine ganze Reihen von Hochzeiten mehr oder weniger öffentlich geplant. Heute sagt man ja „weddingplaner“, weil das erstens so schön modern klingt und weil sich eben solche, überwiegen serviceorientierten, Berufe in Amerika einer wesentlich größeren Beliebtheit erfreuen als hierzulande. Der Deutsche an sich gibt ja für eine gute Dienstleistung nicht gerne Geld aus, er will irgendeine Ware haben, die er mit seinen Händen anpacken kann.

Nun ist es für Herrn Matthée nicht gerade schädlich, daß er eingestandenermaßen schwul ist. Ich persönlich finde es ja doof, daß man Leute, die sexuell anders orientiert sind als der Durchschnitt, gerne mal auf ihre sexuellen Vorlieben reduziert werden. Mir ist es ehrlich gesagt vollkommen egal, wer es da auf welche Weise macht. Solange Menschen irgendwo Löcher haben, wird es auch immer jemanden geben, der ausprobieren wird, welche dieser Öffnungen… aber lassen wir das, sonst runzelt der Jugendschutzbeauftragte wieder mit der Stirn.

Es würde sich ja auch in den meisten Fällen kein Mensch für die Tatsache interessieren, daß jemand beispielsweise schwul ist. Das haben wir den Entwicklungen der letzten zwei Jahrzehnte zu verdanken. Bis dahin hat so manch einer seine Homosexualität verstecken müssen, nur um seine Karriere nicht zu gefährden. Heute liebt das Publikum die schrillen und bunten Endausläufer der Schwulenszene und möchte ach zu gerne glauben, daß jeder Schwule irgendetwas Tuntenhaftes an sich hat. Dabei leben wohl die allermeisten Schwulen ganz genau so, wie sie es wollen und sollen, nämlich vollkommen unauffällig und man sieht ihnen ihre Homosexualität ebensowenig an, wie man etwa erkennen könnte, ob jemand nun katholisch oder evangelisch ist.
Und das ist ja auch gut so, denn es geht niemanden was an, ob man es nun mit Frauen, mit Männern oder mit geschälten, kernlosen Äpfeln treibt…

Doch manche, und die sind dann auch gerne mal ausgerechnet im Schaugeschäft tätig, können nicht schwul und unauffällig sein, sondern sie zeigen allzu gerne und beinahe schon penetrant, daß sie lomoexuell sind.
Und genau das geht mir mitunter auf den Senkel. In jeder vierten oder fünften Runde der Kochshow „Das perfekte Dinner“ ist ein solcher bunter Vogel dabei, der nicht nur nöhlend, tuntig spricht, sondern sich spätestens in der dritten Folge im Marylin Monroe-Kleidchen zeigt. Damit wird dann ganz besonders laut auf der Geige gespielt, die nur das eine Lied kennt: Alle Transen sind schwul, Travestie ist gleich Transvestit und Schwule sind sowieso alle weibisch.

Man kann es natürlich auch zu einer Art Markenzeichen oder Aushängeschild machen, daß man schwul ist. Das ist vielleicht gerade dann wichtig, wenn man sonst nicht ganz so viel zu bieten hat. Beispielsweise könnte man aus seinem ganz normalen bürgerlichen Namen irgendetwas besonders schwul Klingendes machen, damit jeder, der den Namen aussprechen muß, gleich weiß, wie tuntenhaft auch der Normalsterbliche ihn auszusprechen hat.

Vorgemacht hat das der pompööse Harald Glööckler mit seinen zwei Ös, der ja eigentlich auch ganz normal Glöckler heißt.
Nun zieht auch Frank Matthée nach, der Weddingplaner aus Olpe, der gerade bei der RTL-Dschungelschau „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ mitspielt, heißt nun auf einmal Froonck.
Wenn also meine Theorie stimmt, daß manche solche albernen Namensänderungen dann vornehmen, wenn sie sonst nicht viel zu bieten haben, und wenn dann dazu auch noch die Theorie der breiten Masse der Zuschauer stimmt, daß an der RTL-Dschungelschau eh nur die sogenannten Prominenten teilnehmen, die sonst gar nichts mehr zu bieten haben, dann wäre Froonck ja fast schon ein Muss!

Wie bescheuert ich „Froonck“ finde, das kann ich gar nicht in Worte fassen, ehrlich. Man sollte doch froh sein, wenn man einen hierzulande halbwegs bekannten und leicht zu buchstabierenden Namen hat, den man nicht bei jedweder Gelegenheit buchstabieren muß und bei dem jeder weiß, wie man ihn schreibt.

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Lesezeit ca.: 5 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: 26. November 2012 | Peter Wilhelm 26. November 2012

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