Start Verkehr Echtes Verkehrshindernis und auch noch verboten
  • Echtes Verkehrshindernis und auch noch verboten

    Der Renault Twizy ist ein bis zu zweisitziges Kleinstfahrzeug von Renault, das elektrisch angetrieben in zwei Versionen angeboten wird. Die kleinere Version bringt es mit 5,4 PS auf 45 km/h.
    So liegen diese Leichtfahrzeuge mit ca. 100 km Reichweite vom Tempo her zwischen Mofa und Moped, bieten aber mehr Komfort, auch wenn dieser (keine richtigen Türen, weder Heizung noch Klimaanlage) gegenüber einem richtigen Auto stark eingeschränkt ist.
    Besser als der Überrollbügelroller von BMW ist es allemal und der Twizy sieht auch nicht so bescheuert aus, wie die dreirädrigen Motorroller.

    Heute begegnete mir ein solches Fahrzeug auf der B38a zwischen Ilvesheim und Mannheim-Feudenheim, stolz chauffiert von einer jungen Dame.
    Als sie von Ilvesheim kommend, auf die Einfädelspur zur B38a kam, zog sich schon eine erhebliche Schlange von Fahrzeugen hinter ihr her. Auch beim Spurwechsel auf der B38a kam es zu recht überraschenden Bremsmanövern.
    Völlig egal, wie schnell man laut Beschilderung an dieser Stelle fahren darf (70 km/h), die junge Dame scheint vergessen zu haben oder es nicht zu wissen: Sie hat mit dem Vehikel auf der B38a nichts verloren.
    Ja, das ist bittere Realität, denn die B38a ist eine Kraftfahrstraße.
    Kraftfahrstraßen werden durch dieses Verkehrszeichen gekennzeichnet:

    kraftfahrstrasse

    Und für Kraftfahrstraßen gilt eine Mindestgeschwindigkeit:


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    Eine Kraftfahrstraße (auch Schnellstraße oder Schnellverkehrsstraße) ist ausschließlich für Kraftfahrzeuge bestimmt, deren bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit 60 km/h überschreitet.
    (§ 18 Straßenverkehrs-Ordnung StVO).

    Mit anderen Worten: Wer ein Fahrzeug führt, daß nicht schneller als 60 km/h fahren kann, darf eine solche Straße nicht benutzen.
    Das ist ja auch sinnvoll. In fast allen Fällen gibt es ausreichende Straßenverbindungen, die von langsameren Fahrzeugen alternativ benutzt werden können. Die Schnellverkehrsstraßen sollen den schnelleren Fahrzeugen ein zügiges Fortkommen ermöglichen, um Staus und Verkehrsspitzen möglichst zu vermeiden. Jedes langsamere Fahrzeug ist da Sand im Getriebe.

    Auch selbstfahrende Arbeitsmaschinen (Bagger) oder Traktoren (mit Beschränkung auf 20 oder 40 km/h), Mofas, Behinderten- und Seniorenfahrzeuge, also alles, was nicht mindestens 60 km/h fahren kann, haben auf Kraftfahrstraßen nichts verloren.

    Da spielt es auch keine Rolle, daß der Fahrtweg der jungen Frau in ihrem Twizy nur ein paar hundert Meter über die Kraftfahrstraße führt.


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    2 Kommentare

    1. t

      11. August 2015 at 13:03

      Lieber Peter, ich gebe Dir vollkommen recht. Natuerlich hat man mit diesem Gefaehrt nichts auf der B38a verloren. Genauso wenig die Mofa- und 50er-Fahrer, die ich am Wochenende dort getroffen habe. Mit ihrem Twizy konnte die Fahrerin nur im Gegensatz zu jenen nicht einmal den Schleichweg ueber die Fussgaengerbruecke nutzen. Seckenheim ist im Moment nach allen Richtungen von der Welt abgeschnitten, hast Du einen Geheimtipp, wie man die gesperrte Hochstaett-Bruecke sonst noch umfahren kann? Die offizielle Umleitung fuehrt ueber die B38a…

      Antwort

      • Peter Wilhelm

        11. August 2015 at 13:11

        Die Verkehrssituation ist im Moment sehr bescheiden, das stimmt. Aber das kann ja keine Rechtfertigung sein, sonst haben wir morgen noch Liegeradfahrer auf der B38a.
        Von der Hochstätt würde ich in Richtung Pfingstberg fahren, dann durch den Rheinauer Wald und über Friedrichsfeld usw.
        Mir ist klar, daß das nicht der komfortabelste und kürzeste Weg ist, aber die B38a ist eben nur für Fahrzeuge ab 60 km/h da. Wer so ein Fahrzeug nicht haben will oder darf, der muß eben leider in den sauren Apfel beißen und Umwege in Kauf nehmen.

        Antwort

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