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Shift mu – Universal Computing

Shift mu

Das ist die Zukunft! So wie Streaming das lineare Fernsehen ablösen wird, so wird Universal-Computing große Rechner auf unseren Schreibtischen ersetzen.

Schon vor 6 Jahren habe ich den Schritt gemacht und mich von meinem großen Mac Pro verabschiedet. Mal abgesehen von Leuten, die so etwas wie einen Gaming-PC benötigen, braucht heute eigentlich niemand mehr diese Riesenkisten, die nur Strom fressen und Abwärme produzieren.
2018 kaufte ich mir ein MacBook Pro, ein toastscheibendickes Notebook und prömpelte einen Hub daran, an den ich meine Peripherie anstöpseln konnte. Unterwegs nutzte ich das MacBook als Standalone-Gerät mit der eingebauten Tastatur, dem Trackpad und dem aufklappbaren Display.
Daheim genügte ein USB-C-Kabel, um es mit einer komfortablen Tastatur und einer ergonomischen Maus, sowie zwei großen Displays zu verbinden.

Neue Chips – unglaublich leistungsstark

Der vergleichsweise kleine Rechner leistete deutlich mehr als der große, in die Jahre gekommene, Mac Pro, verbrauchte nur ein Zehntel Strom und erledigte seine Arbeit schnell und vor allem lautlos.

Heute steht ein Mac Studio auf meinem Schreibtisch. Das ist ein Rechner, der vom Formfaktor her so groß ist, wie Apples kleinster Rechner, der Mac mini. In diesem Rechner werkelt ein M1-Prozessor. Apple hat sich (mal wieder) von Intel-Prozessoren verabschiedet und setzt nun auf ARM-basierte Chips. Dieser Prozessor wird u.a. auch im iPad Air eingesetzt. Im Grunde handelt es sich um einen Prozessor, der für den Einsatz in mobilen Geräten, wie Tabletts und Notebooks prädestiniert ist. Auch in Smartphones könnte er eingesetzt werden.

Shift

Bedenkt man, wofür ein Handy vom Grundansatz her eigentlich gedacht ist war, dann sind unsere heutigen Smartphones ungeheuer leistungsfähige Rechner mit Möglichkeiten, von denen man vor wenigen Jahren noch geträumt hat.
Auf einem mit einem M1-Chip ausgestatteten Tablett ist Videoschnitt, Audio-Mastering und aufwendige Bildbearbeitung überhaupt kein Problem. Die Prozessoren werden selbst bei anspruchsvollen Arbeiten kaum ausgereizt, und das bei vergleichsweise niedrigem Engergieverbrauch.

Die faire Idee aus Falkenberg – SHIFT

Die Shift GmbH, die für fair produzierte und modular aufgebaute Smartphones bekannt ist, denkt schon seit Jahren viel weiter. Die innovativen Macher von Shift, die Brüder Carsten und Samuel Waldeck, haben länger schon ein Projekt im Sinn, das meiner Vorstellung von modernem und effektivem Computing sehr entspricht. Ihre Idee: Wir bauen ein leistungsfähiges Smartphone, fair hergestellt und modular aufgebaut. So weit, so gut, das können die und das machen sie ja schon.

Aber dieses Smartphone, das Shift im Sinn hat, ist so leistungsfähig, dass es alles andere ersetzt. Es ersetzt ein Tablett, es ersetzt den Desktop-Rechner und es ersetzt ein Laptop. Ja, wenn man weiter denkt, ersetzt es auch das Smart-TV, die Smart-Home-Steuerung und, und, und…
Der Grundgedanke ist einfach, dass es doch genügt, wenn man sich ein leistungsfähiges Gerät kauft, das sich dann mit einem größeren Touchdisplay zum Tablett wandelt oder mit einem Monitor und einer Tastatur einen vollwertigen Desktoprechner darstellen kann. Die teure CPU muss man ja nur einmal anschaffen, die anderen Geräte funktionieren sozusagen als dumme Sklaven, oder weil man so etwas heute nicht mehr sagen darf, als dumme Peripherie. Und die kann vergleichsweise preiswert sein und muss auch nicht alle Ritt lang neu angeschafft werden, denn die Funktionsweise und Ausstattung von Tastaturen, Mäusen und Displays ändert sich beileibe nicht so oft, wie die Leistungsfähigkeit und Ausstattung von Rechnerchips.

Universal Computing

Man hat also das Smartphone als zentrale Recheneinheit, und nutzt diese als Gehirn für möglicherweise dutzende anderer Geräte. Dank der modularen Bauweise des Shiftphones wäre eine Anpassung an später kommende neue Rechnerstrukturen bzw. Chips durch den Austausch einiger weniger Komponenten im Handy recht preiswert und einfach machbar. Man denke nur mal darüber nach, wie ressourcenschonend das wäre.

Shift mu nennen die Waldecks ihr Projekt. Und ja, das Ganze ist nur ein Projekt. Die Shift GmbH hat leistungsfähige Displays, bahnbrechende Smartphones und auch sonst eigentlich alles im Portfolio, um ein solches Universal-Computing möglich zu machen. Man macht es aber nicht, weil noch das letzte Quäntchen Leistungsfähigkeit bei den Prozessoren fehlt. Es ist nicht mehr viel, aber so einen kleinen Schritt müssen die Chipsätze noch gehen, bis sie so viele Rechenprozesse gleichzeitig absolvieren können, ohne dabei energietechnisch in die Knie zu gehen, um in einem Handy als universale Rechnerzentrale ein ganzes Universum an Peripheriegeräten steuern zu können.

Wir stehen an einem Scheideweg, wenn man so möchte: Auf der einen Seite werden elektronische Komponenten immer billiger. Mittlerweile gibt es Klorollenhalter mit WLAN, Display und eingebautem Einplatinenrechner. In jedem Autoscheinwerfer steckt fast mehr Rechenkapazität als die NASA für die ersten Apollo-Missionen zur Verfügung hatte. Das geht. Das ist auch im Moment der Weg, den die Industrie geht und das entspricht ja offensichtlich auch dem, was die Menschen wollen. Du kannst heute keine Spülmaschine mehr auf den Markt bringen, die Mutti nicht per App steuern kann. können soll.

Klorolle mit WiFi?

Aber ist das letztlich sinnvoll? Mal abgesehen davon, dass niemand essentiell Springseile mit WiFi und 5G benötigt, auch so was wird angeboten, muss man sich doch einmal überlegen, was für Ressourcen wir damit verschleudern.
Wenn schon die Menschen das Bedürfnis haben, immer mehr Alltagsgut miteinander zu vernetzen, dann muss aber nicht jedes Alltagsgut, so wie es heute ist, mit mehr oder weniger umfangreichen Rechenwerken ausgestattet sein. Gäbe es hier einen internationalen Standard, eine Konformitätsregel, die unabhängig von kommerziellen Gedanken eine universelle Vernetzung sicher und einfach ermöglicht, dann ist das Universal-Computing, wie es sich SHIFT vorstellt, exakt das, was wir benötigen.

Die Vision

Das Smartphone hat sich in wenigen Jahren zum Immer-Dabei-Gerät entwickelt, eigentlich geht niemand mehr irgendwohin, ohne das Smartphone bei sich zu tragen. Es wäre also nur konsequent, würde sich dieses mit allen bedienbaren Elementen in der Umgebung smooth vernetzen. Egal, wo ich hinkomme, ich habe meinen Rechner in der Tasche und nutze ein Display und eine Tastatur, die selbst nichts speichern und nichts wissen, als PC. Egal, wo ich hin komme, ich kann mit einer universalen App die dafür freigegebenen Lampen ein- und ausschalten, mich identifizieren, auf Wanddisplays mein TV-Programm schauen und mit allem und jedem kommunizieren.

Und abgesehen davon stelle ich es mir clean und schön vor, mit wenigen Komponenten alle Arten von denkbaren Rechnern, vom Smartphone über das Tablett bis hin zum Tischrechner oder Laptop realisieren zu können.

Wie findest Du diese Idee?

Bildquellen

  • shiftmu: Shift GmbH
  • SHIFTmu-desktop-final-scaled: Shift GmbH

ELEKTRONIK – Raspi – Smart Home

In dieser Rubrik schreibe ich über Elektronik und Gadgets, über meine Experimente mit dem Raspberry Pi, Apple-Computer, iphone und über das weite Feld der Hausautomatisiserung.

Lesezeit ca.: 7 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: 24. Februar 2024 | Peter Wilhelm 24. Februar 2024

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