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  • Der Klempner

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    Die sogenannten Schwiegereltern Gustav und Magda haben ein Wahrnehmungsvermögen daß sich aus Ignoranz, Desinteresse und einem Schuß Senilität zusammensetzt. Nach der Geburt der Kinder hatte die Allerliebste für ein Jahr einen Halbtagsjob bei einem Installateur angenommen. Unser Großer wird jetzt 15, das Ganze ist also eine Ewigkeit her.

    „Und?“ erkundigt sich Magda bei ihrer Tochter, also meiner Frau: „Gehst Du immer noch zu diesem Klempner arbeiten?“

    Die Allerliebste schaut ihre Mutter in einer Mischung aus Entrüstung und Ungläubigkeit an und sagt: „Hör mal, das war für über 14 Jahren, das ist doch schon gar nicht mehr wahr. Da gehe ich schon lange nicht mehr hin.“

    Sagt die Schwiegermutter nickend: „Jaja, irgendeinen Nebenjob braucht heute ja jeder. Verdient man da gut, bei so einem Klempner?“

    Die Allerliebste: „Ich arbeite bei keinem Klempner mehr!“

    „Sie zu, daß Du den Job nicht verlierst, es ist schwer heute was Passendes zu finden.“

    „Ich habe einen Beruf und arbeite dort in Vollzeit, das mit dem Klempner ist lange vorbei.“

    Die Schwiegermutter nickt weiter, macht ein ganz verständnisvolles Gesicht und meint: „Gehst Du da einmal oder zweimal die Woche hin?“

    Die Allerliebste gibt es auf, winkt müde ab und wendet sich ihrem Vater, also Gustav dem sogenannten Schwiegervater, zu.
    Der hat dem Gespräch aufmerksam gelauscht, schließt kurz die Augen und winkt in Richtung seiner Frau ab. Na wenigstens er scheint es verstanden zu haben. Dann sagt er:

    „An unserem Haus müßte mal die Regenrinne neu gemacht werden, da könntest Du ja wenn Du das nächste Mal da bist, den Klempner fragen.“

    Die Allerliebste ist der Verzweiflung nahe und ihre Stimme ist schon deutlich lauter als sie sagt: „Also jetzt nochmals ganz langsam zum Mitschreiben: ICH ARBEITE BEI KEINEM KLEMPNER!“

    „Ja ja“, sagt der Schwiegervater, „es ist immer gut wenn man einen Handwerker an der Hand hat. Du kriegst da doch bestimmt Prozente, oder?“

    Die Allerliebste schreit fast, als sie den beiden Alten nochmals erklärt: „Ich habe da vor etwa 15 Jahren mal kurz gearbeitet, inzwischen hat der alte Kölbel seinen Laden längst verkauft, jetzt gehört die Installationsfirma einem gewissen Herrn Schuster und den kenne ich nichtmal.“

    Die sogenannten Schwiegereltern schauen sich an, strahlen übers ganze Gesicht und Magda verschwindet im Nebenraum. Kurz darauf kommt sie wieder und legt mindestens 12 Paar alte Schuhe auf den Tisch: „Schuster ist natürlich noch viel besser als Klempner.“

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