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  • Showdown in Hamburg

    Nun ist unsere Bundes-Raute also tatsächlich weg! Echt weg? Dr. Angela Dorothea Merkel, geborene Kasner, in ihrem früheren, real existierenden Leben von Amts wegen Genosse Erich Honeckers PR-Schalmei für subtile, sozialistische Hurra-Formeln im Hintergrund, derweil die kapriziöse Genossin Katarina Witt für die aktuelle Kamera mit federleichten Pirouetten die Eisbahn des Arbeiter- und Bauernstaates zerkratzte…

    Pardon, ich wolle eigentlich folgendes sagen: Angela Merkel, vormals FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda an der Akademie der Wissenschaften in der DDR, danach, auf der Payroll der deutschen Kernkraftwerksbetreiber, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, dazwischen immer irgendwie Helmut Kohls Mädchen für besondere (???) Aufgaben und aktuell wieder mächtigste Frau der Welt, wenn man der schafsdämlichen Rangliste der ebenso verblödeten Superreichen-und-Schönen-Gazette Forbes Glauben schenken mag…einfach weg?

    Unser beliebtes, verschmitztes Ossi-Glamourgirl mit mächtig ausladendem Dekolleté und ihrem blassen, von Berufs wegen stets etwas angesäuerten Gatten Joachim, beliebter Stargast auf dem jährlichen Schaulaufen der Polit- und Showbiz-Mumien bei den Wagner-Festspielen auf dem Obersalzberg, einfach weg?

    Um Himmels willen, das war jetzt wohl ein Freudscher Versprecher. Zu blöd aber auch. Die Wagner-Festspiele sind ja in Bayreuth. Die auf dem Obersalzberg hatten zwar auch etwas von Götterdämmerung, Nibelungenblödheit, Walküre und dem ganzen pompösen Galama, aber die waren ja viel früher, so in den Dreißigern. Zudem hieß die Hausherrin damals Eva und nicht Angela, war um einiges schlanker, als letztere, und es lief ein deutscher Schäferhund durch das Geschehen, statt Claudia Roth.

    Wo war ich gleich? Ach richtig: Dr. Angela Dorothea Merkel, geborene Kasner, seit Äonen vermeintliche Vordenkerin der CDU hat fertig – also mit diesem Job. Aber weg ist sie nicht wirklich: Sie wird sich in einem, eigens für sie umgebauten Airbus A 380++, nun voll und ganz auf ihre wichtigste Rolle als Ober-Über-Chef-Außenministerin der Bundesrepublik konzentrieren und jeweils vor klein Heiko an allen Buffets dieser Welt dem armen Ministerlein die Köstlichkeiten wegfuttern. Das wird so weit gehen, dass man in den Nachrichten ab und an eine zusehends dicker werdende, gemütliche, tiefenentspannte Oma vom Typ Soljanka auf eigener Datsche zu Gesicht bekommt, bei der man denkt: Also die kommt mir irgendwie bekannt vor. War die nicht früher mal bei der Lindenstraße oder bei der Schwarzwaldklinik…?

    Nun wird der geneigte Leser zu Recht denken: Was hat das alles bitteschön mit einem Showdown in Hamburg zu tun? Spätestens nach dem ekelerregenden Stelldichein der widerlichsten Finanzjongleure mit den widerlichsten Bellizisten des Planeten anno 2017 (vulgo: G20-Gipfel), zu dem der damals amtierende OB und die jetzige schwarze Null der Republik, Olaf Scholz, geladen hatte, tendiert die Freie und Hansestadt zum Synonym für martialische Duelle der unappetitlichen Art.

    Wer weiß, vielleicht hatten die Christdemokraten ja aus Gründen medialer Dramaturgie die Kandidaten für die Nachfolge um Muttis durchgepupsten Chefsessel gerade deshalb in die architektonisch eher kühle Halle auf dem Hamburger Messegelände unweit der Elbe geladen, nachdem das Parteipräsidium und der Bundesvorstand das Spektakel zuvor standesgemäß im mondänen Ambiente des Hotels Atlantic Kempinski vorbereitet hatten.

    Da man aus legendären John-Wayne-Hollywood-Western-Schinken nun mal weiß, dass zu einem authentischen Duell nur zwei, und nicht etwa drei Teilnehmer gehören, haben die 1.001 Delegierten beim ersten Wahlgang gleich mal diese unsympathische Nullnummer aus der PR-Abteilung der privaten Krankenversicherungen namens Jens Georg Spahn nonchalant aus dem Wettbewerb gekegelt und die staubige Straße für den ultimativen Showdown, den finalen Schlagabtausch bereitet:

    Zwischen dem Sauerländer Friedrich Merz, jenem eiskalten Edelparasiten aus dem Hause Blackstone und der lieblichen Kurzhaarfrisur von der Saar, namens Annegret Kramp-Karrenbauer, oder KKK, wie ihre hysterische Fangemeinde in postpubertärer Peinlichkeit zu sagen pflegt.

    Oha, ich fürchte, das war jetzt schon wieder ein Freudscher Versprecher. Beim KKK, diesem faschistischen Dreckshaufen, kommen zwar auch Kreuze vor, wie bei Christen im Allgemeinen und in barocken bayrischen Amtsstuben per Erlass des feisten Opus-Dei-Statthalters Markus Söder im Besonderen; aber die Kreuze beim Ku-Klux-Klan sind viel größer, aus massivem Holz gezimmert, und sie werden bei den rassistischen US-Südstaatlern am Ende der Show immer abgefackelt.


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    Zurück zum Showdown in Hamburg: Wie man weiß, hatte ja am Schluss Mutti Merkels Wunschkandidatin AKK, wie die korrekte Abkürzung lautet, die nette Annegret Kramp-Karrenbauer, ihr, dem christlich-demokratischen Narrativ entsprechend, leicht kokett xenophobes Näschen vorne und den eiskalten, arroganten Hedgefond-Kotzbrocken Merz klar nach Punkten besiegt.

    Wobei…Mutti Merkel ist aus ihren Zeiten in der Sowjetischen Besatzungszone ja ganz andere Ergebnisse gewohnt, als die dürftig dünnen 51,7%, die AKK im letzten, alles entscheidenden Wahlgang beim Showdown von Hamburg einheimste. Bei Stoph, Pieck & Co war alles unter 115% ein Affront gegen den Arbeiter- und Bauernstaat und seine fleißigen Bürgerinnen und Bürger, bla, bla, bla…

    Aber was soll´s, wird sie sich gedacht haben. Mit der netten, loyalen Annegret Kramp-Karrenbauer an ihrer Seite kann sie weiterhin den GroKo-Hühnerhaufen zur Weißglut bringen. Und das Beste daran ist, dass sie – jetzt erst recht – in ihrem Airbus A 380++ dem ganzen Tohuwabohu locker entfleuchen kann, wenn es ihr wieder mal zu blöd wird.

    Leider hatte der legendäre Michael Buffer keine Zeit, um den Showdown in Hamburg standesgemäß zu moderieren. Viele werden sich vielleicht noch erinnern, als Gentleman Henry Maske noch ungelenk durch den Box-Ring stakste und von besagtem Michel Buffer dem Publikum jedesmal mit seinem unvergleichlichem Singsang angekündigt wurde: Henry Maskäääääääääääääääää“.

    Wobei…müsste Michael Buffer tatsächlich die liebliche Kurzhaarfrisur von der Saar, AKK, ankündigen, könnte er bei Annegret Kramp-Karrenbauer seinen berühmten Singsang vermutlich in die Tonne kloppen. Bei AKK swingt nämlich überhaupt nichts – weder im Namen, noch auf politischer Ebene.

    Und deshalb ist der Headliner dieses Pamphlets wohl genauso unpassend, wie der zutiefst naive Gedanke, AKK, Annegret Kramp-Karrenbauer auf dem Chefsessel der unchristlichen, undemokratischen Union würde in der Bundesrepublik auch nur irgend etwas ändern, was sich substantiell von Merkels bräsigem Mehltau unterscheidet. Leute, vergesst es!

    Und so verpufft der vermeintliche Showdown in Hamburg letzten Endes doch eher zum olfaktorisch eher unappetitlichen Pups, und die Wählerinnen und Wähler müssen sich noch ein wenig gedulden. Denn, sollte es der GroKo trotz der bisher grottenschlechten Performance aller Beteiligten und dem unwürdigen Gezänke um die Deutungshoheit tatsächlich gelingen, sich irgendwie durch die Legislaturperiode durchzulavieren, kann sich die Republik auf den wirklichen Showdown im Oktober 2021 einstellen. Dann allerdings nicht in Hamburg, sondern in Berlin, wenn der Gong im Bundeswahlkampf wieder läutet, und wenn sich AKK und Andrea Nahles um die Einliegerwohnung in der Willy-Brandt-Straße 1 kloppen – mit, oder ohne Michael Buffer.

    Bild: Von Shayne Miller – Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3115746


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