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Postfaktisch erklärt

Postfaktisch erklärt

Wir leben also in postfaktischen Zeiten.

Schön, daß das unseren Politikern aufgefallen ist. Aufgefallen ist es ihnen genau zur rechten Zeit. Genauer gesagt: Jetzt, da es ihnen in den Kram paßt, verweisen sie mit Deutlichkeit auf das Postfaktische.
Gegeben hat es das schon immer. Nur jetzt dient es als Vehikel, um uns noch mehr von den Fakten abzulenken. In uns soll dadurch ein kritischer Umgang mit den sogenannten Fakten geweckt werden, das ist das Eine.
Das Andere ist, daß wir schön brav lernen sollen, daß es das Postfaktische gibt, denn so können unsere Politiker schön brav den allergrößten Stuß erzählen und hinterher immer darauf verweisen, das sei ja alles bitteschön nur postfaktisch.

Doch was bedeutet postfaktisch eigentlich?

Nun, den Begriff hat Angela Merkel im September 2016 benutzt. Damit kam er in die Diskussion und machte schneller die Runde als ein Facebook-Posting von Justin Bieber.
Erfunden hat die Kanzlerin den Begriff zwar nicht, aber immerhin hat sie ihn populär gemacht.

Erst im Dezember 2016 fand der Begriff, der also als neu angesehen werden muß, den Eingang in die deutsche Wikipedia. Dort heißt es:

Postfaktische Politik

Postfaktische Politik ist ein politisches Denken und Handeln, bei dem Fakten nicht im Mittelpunkt stehen. Die Wahrheit einer Aussage tritt hinter den Effekt der Aussage auf die eigene Klientel zurück. In einem demokratischen Diskurs wird – gemäß dem Ideal der Aufklärung – über die zu ziehenden Schlussfolgerungen aus belegbaren Fakten gestritten. In einem postfaktischen Diskurs wird hingegen gelogen, abgelenkt oder verwässert, ohne dass dies entscheidende Relevanz für das Zielpublikum hätte. Entscheidend für die von postfaktischer Politik angesprochenen Wähler ist, ob die angebotenen Erklärungsmodelle eine Nähe zu deren Gefühlswelt haben.

Postfaktisch erklärt

Wir glauben jeden Scheiß. Hauptsache es wird laut genug getrommelt.

Vereinfacht gesagt:
In einer postfaktischen Diskussion geht es nicht um die Fakten, mit denen sich das Gehirn des Lesers beschäftigen müsste. Vielmehr geht es um Lügen, Halbwahrheiten oder sogar erfundene Fakten, die ausschließlich die Gefühle der Menschen ansprechen.

Das Ganze hat nicht zwangsläufig etwas mit Politik zu tun, sondern kommt in allen Bereichen vor, sei es Religion, Technik, sozialer Umgang und eben auch Politik.

Postfaktisch erklärt am Beispiel der Regenbogenpresse

Am bekanntesten dürfte der postfaktische Umgang mit Prominenten sein. Die sogenannten gelben Blätter der Regenbogenpresse berichten ja ausgiebig aus den internationalen Königshäusern und über mehr oder weniger bekannte Prominente.
Dabei werden Geschichten und Interviews erfunden, Fotos manipuliert, ja ganze Fotos neu zusammenmontiert, um die Gefühle der Leser anzusprechen und diese zum Kauf der Blätter zu animieren. Fakten und Tatsächliches stehen hier völlig im Hintergrund.
Auch die BILD-Zeitung arbeitet mit postfaktischen Methoden. So manche reißerische Schlagzeile ist rein auf die Gefühlsebene ausgerichtet, also absolut postfaktisch, während der dann folgende und wesentlich kleiner gedruckte Bericht diese Tatsachenvermutung oder -behauptung gar nicht mehr hergibt.

Die Erscheinung ist keineswegs neu

Ich bin schon sehr lange in den Netzen unterwegs. Lange bevor es das Internet in dieser Form gab, existierte das FIDO-Net. Um Nachrichten auszutauschen und Newsgruppen lesen zu können, rief der Computer der einzelnen Teilnehmer in gewissen Abständen bei einer sogenannten Mailbox an und lud das Eigene hoch sowie die Neuigkeiten herunter.
Durch einen weltweiten Verbund von Mailboxrechnern war so der Informationsaustausch in Zeiten hoher Telefongebühren zum Ortsnetztarif möglich.

Postfaktisch erklärt

Christliche Karotte von Muslimen schrecklich gefoltert. TEILEN!!! TEILEN!!! TEILEN!!!

Im FIDO-Net leitete ich damals als Moderator mehrere Gruppen. Unter anderem eine, die sich mit theologischen Fragen beschäftigte, die Gruppe RELIGION.GER.
Nun ist Religion ein Thema, in dem Emotionen leicht hochkochen. Schon damals beobachtete ich, daß einige Teilnehmer eine an Fakten orientierte Diskussion dadurch torpedierten, indem sie Pseudofakten in die Diskussion einbrachten.
Teilweise wurden erfundene Zitate aus wiederum erfundenen Büchern gebracht. Damit sollte einerseits dem eigenen Standpunkt eine gewisse Untermauerung gegeben werden. Andererseits sollte aber auch die Diskussion, die für diese Teilnehmer in eine unerwünschte Richtung lief, einfach torpediert werden.

Mit dem Aufkommen des Internets und vor allem mit dem Entstehen von Foren, Diskussionsrunden und in erster Linie mit dem Aufkommen sozialer Netzwerke wurden Plattformen geschaffen, die sich vortrefflich für eine postfaktische Diskussion oder das Verbreiten postfaktischer Nachrichten eignen.

Die Anonymität der Netze leistet Vorschub

Hier kann jeder, beinahe ohne die Gefahr, daß seine Identität bekannt wird, alles behaupten. Vieles wird nur zum Spaß behauptet. Bei manchen Beiträgen sieht man förmlich den Lehrer mittleren Jahrgangs vor sich, der sich ob seines gelungenen Scherzes ein Loch in die Backe freut, weil wieder Dutzende von „Kids“ auf seinen Blödsinn hereingefallen sind.
Aber diese Methoden werden auch ganz gezielt eingesetzt, um etwas Bestimmtes zu erreichen. Dabei kann es sich um virale Botschaften eines Produktherstellers handeln, um politische Botschaften oder ideologische Botschaften.

Ganz augenfällig ist das bei der Diskussion um Muslime und Flüchtlinge geworden.

Lies hierzu bitte diesen Artikel Flüchtlinge wollten homosexuellen Juden essen.

Und ganz wichtig ist auch dieser Beitrag hier: So überfluten die Flüchtlinge Deutschland – Du wirst staunen

Beide Artikel zeigen in erschreckender Weise, wie leicht es ist, den allergrößten Blödsinn zu behaupten, nur um darzulegen, wie gefährlich Muslime und wie schrecklich die „Überflutung durch eine andere Rasse“ ist.
Mit absolut erfundenen Postfakten wird hier gezeigt, wie leicht man also in den Netzen Stimmung machen kann.

Postfaktisch erklärt

„Das Thema ist mir egal. Mir geht einer ab, wenn viele darauf reinfallen“. Andreas, Hoax-Erfinder

Gerade der letzte genannte Artikel endet in seiner Überschrift mit den Worten „Du wirst staunen“. Das sorgte dafür, daß er bei Facebook zehntausende von Malen geklickt wurde.
Dieses Clickbaiting in den Netzen ist ja derzeit besonders beliebt. Nenne Zahlen, mache neugierig, verspreche einen „Hammer“. Beispiel: 10 Fakten über das iPhone 7, die siebte Wahrheit wird Dich umhauen.

Je unglaubwürdiger, desto mehr wird der Quatsch verbreitet

Nachrichten, die viel geklickt und geliked werden, finden auch eine weite Verbreitung. Und offenbar ist es so, daß je hanebüchener eine Behauptung ist, sie umso glaubwürdiger erscheint.
Das gilt vor allem dann, wenn in der Nachricht von „denen da oben“ die Rede ist oder eine Art Verschwörung der Mächtigen unterstellt wird.
Dabei verfolgen die, die mit postfaktischen Methoden arbeiten, unter Umständen ganz ernsthafte Ziele.
PEGIDA und AfD sollen ja, wie man hört, sehr aktiv darin sein, zu der allgemeinen Diskussion um Flüchtlinge Pseudowahrheiten beizusteuern.
Gar nicht mal erstaunlicherweise stellt sich bei näherer Betrachtung aber stets heraus, daß an den schlimmsten Behauptungen nichts, aber auch gar nichts dran ist.

Aber wer von den vielen tausend Lesern und „Likern“ macht sich a) die Mühe, den Wahrheitsgehalt zu überprüfen und hat b) genügend Grips, das zu tun?

Aber wer von den vielen tausend Lesern und „Likern“ macht sich a) die Mühe, den Wahrheitsgehalt zu überprüfen und hat b) genügend Grips, das zu tun?Erschwerend kommt nämlich noch hinzu, daß das Internet eine Sammelgrube für Fehlmeinungen, Nichtwissen und Halbwahrheiten ist.
Ich persönlich glaube, ein sehr gutes Gespür für so etwas zu haben. Ich suche und finde fast alles im Internet. Es ist für mich eine riesengroße Wissensdatenbank.
Aber ich suche auch richtig und finde auch richtig. Als ehemaliger Leiter einer großen Datenbank in Frankfurt bin ich aber auch in Datenbankrecherche geschult und weiß, was ich da tue.
Die allermeisten Leute sind nicht im Umgang mit Suchmaschinen geschult.
Sie suchen vielleicht bei Google, aber sie finden nichts. Bzw. sie suchen und finden nur das Falsche.

Laien-Portale sind ein gutes Beispiel

Von besonderem Übel sind die Laien-Frage-und-Antwort-Portale.

Da stellt jemand eine durchaus ernstgemeinte Frage, deren Beantwortung ihm ein großes Problem lösen würde.
Sagen wir, er möchte wissen, ob man statt grobem Salz auch feines Salz in die Spülmaschine einfüllen kann
Richtig untergebracht wäre dieser Fragesteller in einem Fachforum für Haushaltsgeräte, in dem sich Experten mit diesen Themen auseinandersetzen.
Er stellt seine Frage aber in einem allgemeinen Frageportal.
Die erste Antwort, die er dort bekommt, stammt von einer 14-jährigen, die ganz offensichtlich von Tuten und Blasen keine Ahnung hat.
Sie behauptet, man könne auch Zucker nehmen oder Waschpulver.
Auf dieser völlig falschen Antwort bauen dann alle weiteren Antworten auf.
Im weiteren Verlauf der vielen Beiträge zu dieser Frage meldet sich auch ein Fachmann zu Wort, der die einzig richtige und fachlich korrekte Antwort gibt. Er warnt ausdrücklich vor Zucker und Waschmittel, weil beides die Maschine beschädigen kann.
Sein Beitrag geht aber unter den 40 bereits gegebenen Antworten ohne Substanz unter. Schließlich schreibt der Fragesteller, er habe es so gemacht, wie in der ersten (und falschen) Antwort vorgeschlagen. Das habe zwar nichts gebracht. Die Maschine sei nun kaputt gegangen und er habe sich eine neue kaufen müssen.
Aber immerhin bewertet er die blödsinnige Antwort der 14-jährigen als die beste, gibt ihr drei Sternchen oder einen Daumen hoch.
Und damit wird diese falsche Antwort allen Menschen im Netz als die beste zu dieser Frage präsentiert.

Nun sind Dummheit und Nichtwissen ja nicht strafbar.

Die 14-jährige antwortete in gutem Glauben.
Ja, tat sie das?
Bei unserem fiktiven Fall handelt es sich aber nun in Wirklichkeit nicht um eine 14-jährige. Vielmehr steckt ein 47-jähriger Hausgeräte-Fachmann dahinter, der in allen Foren zum Thema Haushaltsgeräte unterwegs ist.
Es ist sein Hobby, die Leute dort aufs Glatteis zu führen. Sein Ziel: möglichst viel Fehlinformationen säen, damit schön viel Geräte kaputt gehen und er und seine Kollegen viel zu tun haben.

Und was aus reinem Gewinndenken bei Haushaltsgeräten funktioniert, das funktioniert umso vortrefflicher bei ideologischen und politischen Diskussionen.

Hinter der Meinungsmache gegen Flüchtlinge, Muslime, Ausländer stecken Rassisten, Menschenfeinde und Verachtenswerte

Kaum eine der Meldungen, die in 2016 bezüglich der Flüchtlinge ins Netz gestellt worden sind, hat auch nur einen Funken Wahrheitsgehalt.

Seit Jahren bekannt ist das Phänomen der Hoaxe. Ein Hoax ist eine völlig frei erfundene Nachricht, die dazu dienen soll, die Leute schlicht und ergreifend zu verarschen.
Der Urheber hat ein Dauergrinsen im Gesicht, seine Motive bleiben indes unklar.
Wichtigstes Merkmal dieser Hoax-Meldungen ist, daß vor einer erfundenen Gefahr gewarnt wird und vor allem, daß in der Nachricht die Aufforderung steht, schnell für eine möglichst weite Verbreitung zu sorgen. „Wenn Du nicht willst, daß das passiert, dann sende diese Nachricht an alle Deine Kontakte!“

Alles über Hoaxe – Falschmeldungen

Im Phänomen der postfaktischen Meldungen spielen auch solche Hoaxe eine wichtige Rolle.
Ein Hoax ist zum Beispiel die angebliche Warnung der Polizei vor einem Verbrechertrick.

WARNUNG DER POLIZEI!!!

Seien Sie vorsichtig und wachsam, es kommt sicherlich auch zu uns.
Nach Frankreich erreicht diese Methode nun schon ganz Deutschland und Österreich. Achten Sie auf Zettel auf der Heckscheibe Ihres Autos. Dies ist die neue Methode für Kfz-Diebstahl (dies ist kein Witz!) Sie gehen auf dem Parkplatz zu ihrem Auto, öffnen und steigen ein. Sie starten den Motor und legen den Rückwärtsgang ein.

Wenn Sie beim Rückwärtsfahren durch Ihre Heckscheibe schauen, bemerken Sie ein Stück Papier in der Mitte der Heckscheibe.

Sie halten an, steigen aus dem Auto um das Papier zu entfernen, da dies Ihre Sicht behindert.

Wenn Sie die Rückseite des Autos erreichen, taucht der Autodieb aus dem Nichts auf. Er steigt ein und fährt los. Sie stehen da und er fährt mit hoher Geschwindigkeit davon. Und wissen Sie was? Ich wette, Ihre Brieftasche oder Geldbörse ist noch im Auto.

So, jetzt hat der Autodieb Ihr Auto, Ihre Adresse, Ihr Geld, Ihre Schlüssel. Ihr Haus und Ihre Identität sind ihm ausgeliefert!

Sie sind bestens organisiert, und viele Autofahrer gehen auf diese Weise in die Falle.
Wenn Sie einen Zettel auf der Rückseite Ihres Autos bemerken, sperren Sie Ihre Autotüren mit dem Schlüssel zu, starten Sie und fahren Sie weg. Den Zettel entfernen Sie später. Übermitteln Sie diese E-Mail an Ihre Familie und Freunde. Ein Portemonnaie enthält viele wichtige Ausweis-Dokumente.
Sie wollen sicherlich nicht, dass sie in die falschen Hände gelangen.

Bitte senden Sie diese Nachricht an alle Ihre Freunde!!!!!

TEILEN!!! TEILEN!!!!! TEILEN!!!! TEILE!!!!!!

Quelle: mimikama.at

An dieser Meldung ist nichts dran. Sie kursiert seit 2004 im Netz. Zuerst wurde diese Blödsinnsmeldung in den USA veröffentlicht. Dort machte sie jahrelang die Runde und kam dann nach Europa. Seit Jahren wird sie in Skandinavien, Frankreich, der Schweiz und auch in Deutschland immer wieder verbreitet.
Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich diese Meldung schon erhalten habe. Diese und andere ähnliche Meldungen werden mir erschreckenderweise aber nicht von den Dummbeuteln in meinen Bekanntenkreis zugesandt, sondern von denen, die ich eigentlich für zu klug und für kritisch genug halte.

Intelligenz hilft scheinbar bei Hoaxen nicht weiter

Eine sehr gute Informationsquelle über solche Falschmeldungen / Hoaxe sind die beiden Seiten mimikama.at und hoax-info.tubi.tu.berlin.de/hoax.
Erhält man eine solche oder ähnliche Nachricht, kann man auf diesen Seiten schnell überprüfen, ob da was dran ist.

Grundsätzlich gilt die Regel: Wenn eine Nachricht die Aufforderung zum Teilen enthält, ist sie höchstwahrscheinlich ein Fake.

Hoaxe sind aber auch bei politischen Gruppierungen jeder Couleur sehr beliebt.
Seien es nun die muslimischen Frauen, die angeblich in deutschen Metzgereien aufs Schweinefleisch gespuckt hätten oder die tagtäglich selbst im kleinsten Dorf Deutschlands stattfindenden Massenvergewaltigungen durch Sudanesen/Syrer/Afghanen.
All diese Meldungen werden nur in die Welt gesetzt, um Stimmung zu machen. Mit diesen Meldungen wird an die Urängste, Ängste, Gefühle, also an das Irrationale appelliert. Und diese Methode funktioniert wunderbar.

Da beißt sich die Katze in den Schwanz – Lügenpresse

Natürlich gibt es auch unter den Flüchtlingen Verbrecher. Einen gewissen Prozentsatz Verbrecher gibt es innerhalb jeder Gruppe.
Aber genau das führt zu Problemen. Weil rechte Gruppen mit falschen Behauptungen im Netz Stimmung gegen die Ausländer machen, halten sich die seriösen Medien in ihrer Berichterstattung über solche Verbrechen zurück.
Man will nicht gegen eine bestimmte Gruppe Stimmung machen, die sowieso schon von Pegida, AfD & Co. permanent falsch beschuldigt wird.
Und dieser Zurückhaltung kommen die Menschen auf die Spur. Von tatsächlichen Verbrechen wird nicht oder nur verharmlosend berichtet, teils auch aus vorauseilendem Gehorsam. Und das wird dann in den Netzwerken angeprangert. Und dieses Anprangern dient dann wieder als Grundlage, um die seriösen Medien als „Lügenpresse“ darzustellen, die die wahren Sachverhalte verschweigt.
Das nährt ein Mißtrauen gegenüber den Medien und bereitet den Nährboden für weitere Falschmeldungen.

Natürlich bricht unsere Politik jetzt kurz vor Jahresende 2016 in Aktionismus aus.
Das Verbreiten von Falschmeldungen im Internet soll jetzt unter Strafe gestellt werden.
Schön!

Nur weiß jeder, der sich ein bißchen mit den Mechanismen der Netze auskennt, daß das in die Hose gehen wird.
Die Urheber sind nämlich vortrefflich geschützt. In Windeseile lassen sich hunderte von Fake-Accounts errichten. Teilweise sitzen hinter den Falschmeldungen und der sinnlosen Diskussion darüber auch Maschinen und Software. Und die Urheber sitzen entweder im Ausland oder wissen ganz genau, wie sie ihre wahre Identität im Netz verschleiern können.
Man lehnt sich also nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man sagt, daß diese von der Regierung geplante Maßnahme nicht zum Erfolg führen wird.

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


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peter wilhelm autorenlesung
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  1. Peter Grohmüller
    Peter Grohmüller 30 Dezember, 2016, 19:57

    Mit Falschmeldungen wurde schon agiert, lange bevor Allessandro Volta mit Drähten an abgetrennten Froschschenkeln herumexperimentierte und dabei das Phänomen des elektrischen Stromes entdeckte – dies ist übrigens kein Hoax! – also Jahrhunderte vor dem Internet. Falschmeldungen sind das essentielle Lebenselixier der Politik, seit dieses zweifelhafte Handwerk ausgeübt wird. Nur die Technik hat sich geändert; ich vermeide absichtlich die Vokabel „verbessert“. Wie Peter in seinem Beitrag schreibt, haben wir, im Gegensatz zu unseren Altvorderen, heute jedoch die Möglichkeit, die Informationen und Nachrichten in tausenden von Quellen zu überprüfen. Dabei gilt jedoch immer die eiserne Regel „garbage in, garbage out“. Wer sich also zu seinen morgendlichen Corn-Flakes ausschließlich Bla-Bla-Online via Smart-Phone reinzieht und damit einen Pachtvertrag für die Wahrheit sei eigen wähnt… Hoaxianna!

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