Start Uncategorized Lauter Eulenspiegel III
  • Lauter Eulenspiegel III

    Wie ich gestern erfahren habe, hat sich der von seinem Amt als Direktor der Mannheimer Kunsthalle befreite Herr Lauter inzwischen bei der Stadtverwaltung gemeldet. Ja sicher, er will seinen Posten als Sachbearbeiter antreten, möchte aber doch bitte zuvor noch mal eben seinen Resturlaub aus 2008 abfeiern.

    Das habe man ihm nun verwehrt, heißt es und ihn aufgefordert, seine Stelle nun endlich mal anzutreten. Wir erinnern uns:
    Der feine Herr Lauter hatte schon 2007 seinen hochdotierten Beamtenjob als Kunsthallendirektor an den Nagel hängen müssen.

    Diverse Unregelmäßigkeiten und -wie mancher Mannheimer sagt- eine unglaubliche Großmannssucht, hatten Lauter untragbar werden lassen. Die hochkompetente Dr. Inge Herold mußte die undankbare Aufgabe übernehmen, den hinterlassenen Scherbenhaufen zu verwalten. Weil Lauter Beamter ist und weil noch nichts entschieden war und weil sich jetzt erst mal die Staatsanwaltschaft mit seinen Machenschaften beschäftigt und weil auch ein anhängiges Disziplinarverfahren immer noch auf Eis liegt, deshalb hat man sich nicht gleich komplett von Herrn Lauter getrennt, sondern ihm ein warmes Bett im Kulturbereich der Stadt aufgeschüttelt.
    Doch diese Ersatzstelle, von den Mannheimern gerne auch „Bequemverdienerposten“ genannt, hat Lauter bis dato nicht angetreten, seit 2007!

    Mit immer neuen Krankmeldungen, Urlaubsanträgen und einfachem Nichterscheinen am Arbeitsplatz führt er die Stadt an der Nase herum.
    Es steht für mich außer Zweifel, daß Lauter seinen Posten nie antreten wird und sollte er es doch tun, dann sollten die Stadtoberen mal einen Blick nach Mölln werfen, wo einstmals Till Eulenspiegel die Leute genasweist hatte. Den Möllnern passiert sowas nicht nochmal, den Mannheimer offenbar immer wieder.


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    Jeder kleine städtische Sachbearbeiter muß sich jeden Tag ducken und mit zusammengebissenen Zähnen durch seinen Job lavieren, nur um ja nicht das ständig über ihm schwebende Damoklesschwert der „Bürgerbeschwerde“ und ein darauffolgendes Mitarbeitergespräch auszulösen. Jeder Pipifax-Bürger beschwert sich nämlich über jeden nur erdenklichen Scheiß und ausbaden müssen es die Sachbearbeiter, die von ständigen Ausfällen der städtischen EDV genervt, gar nicht die Schuld an der Misere tragen.
    Vielmehr klaffen Anspruch und Wunschvorstellungen der Oberen und Arbeitsbelastung und Machbarkeit weit auseinander.
    In einer Stadt, die an allen Ecken und Enden vor Dreck starrt, deren Einkaufsmeile langsam vor die Hunde geht, in der es an vielen Stellen hapert, weil eben für dieses und jenes angeblich kein Geld da ist, sollte man mehr ein Auge darauf haben, daß kein Geld unnütz verschwendet wird.
    Und genau das tut man seit 2007 im Falle des Herrn Lauter. Es ist doch für einen durchschnittlichen Mannheimer Bürger gar nicht ehr einzusehen, warum man diesem feinen Herrn so lange seine Bezüge gezahlt hat, obwohl er keinen Handschlag dafür getan hat. Jeder kleine Arbeitnehmer, ja jeder städtische Sachbearbeiter wäre längst zwangsweise verabschiedet worden.

    Irgendwann ist das Maß voll und das hat wohl auch Oberbürgermeister Kurz erkannt und macht nun Druck. Jetzt soll Lauter endlich seinen Posten antreten, tut er es nicht, bekommt er jetzt auch kein Geld mehr. Na, da wollen wir doch mal sehen, wie diese Pokerpartie ausgeht. Man hat es nämlich versäumt, rechtzeitig Nägel mit Köpfen zu machen, sich zu lange hinter arbeits- und beamtenrechtlichen potemkinschen Dörfern versteckt, sich gescheut konsequent vorzugehen. Genau das hat Lauter genutzt und ich vermute, er wird es weiterhin tun.


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