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Ich habe nichts gegen Quarzuhren

Quarzuhr 800x500

Ich habe geschrieben, dass ich keine Quarzuhren mehr will. Leser Bernhard meint nun, ich hätte eine Abneigung gegen Quarzuhrwerke. Das ist nicht ganz richtig.

Lieber Peter,

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ich bin ganz begeistert von deiner kleinen Serie über Uhrenwissen. Du sprichst mich damit voll an.
Ich bin zwar rund 10 Jahre jünger als du, wenn ich mich an dein Geburtsdatum aus Wikipedia erinnere, aber wir haben ganz viele Interessen gemeinsam.
Bin jetzt auch nicht so der Bundeliga-Typ, sondern eher ein Freund von schöner Technik. So etwas kann mich begeistern.

Aber was ich nicht verstehe, ist Deine Abneigung gegen Quarzuhren. Das sind doch tolle Zeitmesser mit moderner Technik. Weshalb alten Techniken nachhängen, wenn es was Besseres gibt?

Bernhard

Hallo Bernhard,

ich habe keine Abneigung gegen Quarzuhren.
Meine Beweggründe habe ich in einem eigenen Artikel vor ein paar Wochen dargelegt. Du findest ihn hier:

https://dreibeinblog.de/meine-abkehr-von-quarzuhren/

Ich bin einer der Ersten gewesen, die hinter Quarzuhren hergerannt sind, als diese herauskamen. Aber am Anfang waren sie noch unerschwinglich. Erst nach Jahren kamen dann bezahlbare Modelle auf den Markt. Zunächst mit roter LED-Beleuchtung, wo man zum Ablesen der Uhrzeit immer erst noch einen Knopf an der Uhr drücken musste. Dann kamen welche mit LCD-Display heraus.

Im Laufe der Jahre wurden Quarzuhrwerke mit Mechanik dann zum günstigen Standard. Ich weiß gar nicht, wie viele Wanduhren wir im Haus haben, die mit solchen Uhrwerken laufen. Ich habe sogar einen Vorrat an Uhrwerken hier, um aus alten Schallplatten und anderen runden Gegenständen selbst Uhren bauen zu können.

Wenn ich bei meinem Schlagzeug Becken austausche, mache ich mitunter aus den alten Becken Uhren. Das ist ein bei Musikern sehr beliebtes Geschenk.

Mittlerweile kaufe ich übrigens für rund 10 Euro bei Pearl,- Funkuhrwerke, die muss man bei Winter-/Sommerzeit noch nicht mal mehr umstellen.

Ich habe im Laufe der Jahre auch eine Unmenge an tollen Armbanduhren mit Quarzwerken gekauft. Von einer Abneigung kann also gar keine Rede sein.

Nur ist es jetzt so: Ich gehe auf die 70 zu und ordne gewisse Dinge. Nein, ich denke nicht ans Sterben. Aber ich habe für mich erkannt, dass ich bestimmte Dinge nicht mehr haben will, und auch nicht mehr benötige. Ja, vieles ist inzwischen sogar zu einer Art Belastung geworden.

So habe ich angefangen, konsequent auszumisten. Ich komme da nicht so voran, wie ich es gerne möchte. Aber ich nehme mir immer mal wieder eine Ecke, einen Schrank oder eine Kiste vor und sortiere aus.
Manches geht zu eBay, manches verschenke ich, den Rest schmeiß‘ ich weg.
Gerade erst habe ich meinem Freund Oliver 10 Kilo Elektronik ins Ruhrgebiet geschickt. Alles noch gute Sachen, die ich aber doppelt und dreifach habe, oder die ich nicht mehr brauche.

Und so ist das auch bei meiner kleinen Uhrensammlung.
Angefangen hat das ja vor ein paar Wochen, als ich mal alle Schubladen und Schuhkartons (ja, ich sammle noch Sachen in Schuhkartons, wie meine Mutter) durchgeschaut habe, um alle Uhren zusammenzutragen. Zwei kleine Uhrenkisten mit Glasdeckel hatte ich schon. Nun habe ich mir eine größere Sammelbox mit 24 Fächern gekauft. Insgesamt galt es, rund 30 Uhren unterzubringen.

Ich habe zuerst mal alle Uhren genau angeschaut und für mich überlegt, ob ich sie überhaupt noch haben will. Dann habe ich darüber nachgedacht, welche Geschichte mit dieser oder jener Uhr verbunden ist.
Reklameuhren habe ich aussortiert. Uhren, die mal als Geschenk bei einem Zeitschriftenabo dabei waren, habe ich auch zum Teil aussortiert. Alles Quarzuhren.

Übrig geblieben sind ungefähr 18 Uhren mit Automatikwerk und vielleicht 4-6 mit Quarzuhrwerk.
Die Quarzuhren, die übrig geblieben sind, sind eine schöne flache von Bruno Söhnle Glashütte und eine vom Süddeutschen Rundfunk, die ich mal zu einem Jubiläum geschenkt bekommen habe (ja, ich habe auch mal für die gearbeitet 🙂 ).
Dann sind da noch zwei Rolex-Fakeuhren, die natürlich auch nur ein Quarzuhrwerk haben, die ich aber nicht wegtun will.

Ansonsten habe ich mich einfach entschlossen, mein Hauptaugenmerk auf mechanische Uhren zu legen.
Die kann ich in meiner Uhrenbox aufbewahren und sie sind jederzeit wieder einsatzbereit: einfach ein wenig an der Krone drehen und sie laufen wieder.
Ich muss keine Batterien wechseln und nicht befürchten, dass Batterien auslaufen.

Die Quarzuhren gebe ich ab. Wenn Du Interesse hast, schreib mir ’ne Mail, dann sende ich Dir Fotos. Du kannst Dir dann gerne was aussuchen. Ich will auch nix dafür. Sind keine schlechten Uhren.

Ich habe also gar keine Abneigung gegen die Quarztechnik, sondern mag mich bloß nicht mehr mit den winzigen Batterien herumreißen.
Im Übrigen habe ich nie verstanden, weshalb man Uhren, bei denen regelmäßig Batterien gewechselt werden müssen, nicht mit einer Art Batteriefach ausstattet, sondern ihnen Böden verpasst, die man so ohne Weiteres gar nicht aufbekommt.

Es ist übrigens auch nicht ausgeschlossen, dass ich mir noch mal eine Quarzuhr kaufe. Aber wenn, dann würde ich eine bevorzugen, die sich selbst mit Solar wieder auflädt.
Diese Citizen hier zum Beispiel fällt voll in mein Beuteschema:

Citizeneco 800x500
Citizen Herrenuhr AW1641-81X, Titan, Quarz, Solar

https://uhrenwelt.shop/Citizen-Herrenuhr-AW1641-81X

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