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Die Möbiusschleife

Die Möbiusschleife ist eine topografische Kuriosität. Man erhält sie, indem man ein Ende eines Papierstreifens um 180° dreht und mit dem anderen Ende verbindet. Bei dem dadurch entstandenen Objekt, kann man weder zwischen unten und oben, noch zwischen innen und außen unterscheiden.

Der brillante niederländische Künstler Maurits Cornelis Escher hat, neben vielen anderen Werken, die Möbiusschleife in einer Reihe von Bildern zitiert und der Nachwelt ein wahres Panoptikum zum Schmunzeln und Staunen hinterlassen. Eine berühmte Grafik zeigt zwei, auf einem Möbiusband krabbelnde, Ameisen, die ein wahres Sisyphus-Schicksal erleiden, indem sie, durch besagte topografische Kuriosität, immer wieder an ihren Ausgangspunkt zurückkommen.

Wer einmal nach Den Haag kommt, sollte unbedingt einen Abstecher in die Altstadt unternehmen und dort dem Escher-Museum im Lange Voorhout Paleis einen Besuch abstatten. Bei einer anschließenden Einkehr in eines der vielen Lokale, wird dem Besucher gleich das nächste Kuriosum geboten: Die Preise auf den Speisekarten!

Dazu muss man wissen, dass Den Haag die Hauptstadt der Niederlande ist, und dass bei den dort weilenden Diplomatinnen und Diplomaten aus aller Damen und Herren Länder, Geld keine Rolle spielt.

Man kann auch 30km über die A44 in das Küstenstädtchen Noordwijk fahren. Wer nun denkt, dort komme man mit schmalerem Budget aus, der irrt leider. Denn dort wohnen besagte Diplomatinnen und Diplomaten in mondänen Anwesen mit eigenem Anleger. Diese kann man bei einer Rundfahrt mit dem Ausflugsboot aber bestaunen. Mar-a-Lago, Gottlob aber ohne Blond.

Was die Diplomatinnen und Diplomaten, mit den bedauernswerten Sisyphus-Ameisen verbindet, ist der Umstand, dass sie sich ebenfalls auf einer Möbiusschleife bewegen. Im Gegensatz zu den Insekten, jedoch auf einer politischen. Kann man bei einer Ameisen noch unterstellen, dass ihre Wahrnehmung eher archaisch sein dürfte, sieht diese bei den Vertretern des Homo Sapiens anders aus.

Wer allerdings mit einem üppigen Salär ausgestattet ist, wie besagte Diplomatinnen und Diplomaten, wird tunlichst vermeiden, an der politischen und gesellschaftlichen Möbiusschleife auch nur ein Deut zu ändern. Ein Blick aus dem Ausflugsboot auf besagte Anwesen, sollte meine Vermutung bestätigen.

Und deshalb, liebe Landsleute in ganz Europa: Ihr dürft Euch zu Recht und gerne über die hanebüchenen Beschlüsse und Gesetze, die in Brüssel und Straßburg, oder in Euren nationalen Parlamenten, zuweilen gefasst und verabschiedet werden, aufregen, und darüber, dass sie, so sicher, wie das Amen in der Kirche, immer zu Lasten der mittleren und unteren Einkommen gehen. Denn das ist die originäre Aufgabe der politischen Möbiusschleife und nicht etwa ein Konstruktionsfehler.

Seit dem 24. Februar 2022, hat sie allerdings noch eine Komponente, die meilenweit über das Erleichtern der Portemonnaies der mittleren und unteren Einkommen hinausgeht: Den zügellosen, grassierenden Bellizismus in Brüssel, Straßburg und den meisten nationalen Parlamenten innerhalb der EU.

Seit dem Angriffskrieg der Russischen Föderation auf die Ukraine, überbieten sich die Damen und Herren in den nationalen Parlamenten geradezu mit Forderungen, der Ukraine alles an Waffen zur Verfügung zu stellen, was die europäische Industrie im Angebot führt. Müßig zu erwähnen, dass die mit Vehemenz geforderten „schweren“ Waffen, unter anderem der berühmte und bei allen Despoten weltweit geschätzte Kampfpanzer Leopard II, die russischen Truppen in arge Bedrängnis brächten … und somit auch Wladimir Putin und seine blutrünstige Mischpoke. Vielleicht sogar so sehr in Bedrängnis, dass bei ihnen die letzten Sicherungen durchbrennen, und sie sogar die eine, oder andere europäische Hauptstadt im Gegenzug mit einer RS-12M2 Topol-M beliefern.

Das wäre dann die ultimative, die letale Folge der politischen Möbiusschleife: Der sogenannte Bündnisfall. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie Art. 5 der NATO-Statuten und schauen Sie noch einmal US-amerikanischen Fernsehfilm „The Day After“.

Lesezeit ca.: 4 Minuten - Tippfehler melden - Peter Grohmüller 23. Januar 2023

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