ServiceWüste

Da wohnten wir auf einmal nicht mehr da

Briefkasten Pixabay

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Wir haben ja, nachdem es Jahre vermietet war, unser Haus vor einigen Monaten selbst bezogen und zunächst mal soweit renoviert, daß die wichtigsten Räume bezugsbereit waren. Es liegen also noch etliche Baustellen vor uns.
Irgendwann, ziemlich zum Schluß, wird eine neue Haustüre dran kommen.
Bis dahin wird aber die alte aus den 70er Jahren noch ihren Zweck erfüllen und Leuten den Zutritt verwehren. Wärmeisolierend oder so ist sie nicht, das wird er die neue sein.
Nun gut. Zur Haustür gehört aber ein Seitenelement mit eingelassenem Briefkasten.

Und in den schmalen Schlitz stecken alle möglichen Leute Zeug rein. Da kommt zu allererst morgens der Zeitungsmann und steckt die Tageszeitung hinein. Man müßte ihr nur einen Schups geben, dann würde sie durch den Schlitz hindurchrutschen und im Flur in eine gelbe Postbox fallen.
Da wir nicht in aller Herrgottsfrühe die Zeitung hochholen, kommt dann im Laufe des Tages irgendein Prospektverteiler und steckt uns ein ganzes Bündel Prospekte -nein, nicht in den Briefkastenschlitz-, sondern in die zu einem Trichter gedrückte Tageszeitung.

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Man ahnt es schon: Später kommt dann der Postbote und bringt Briefe und damit die ins Haus gelangen, drückt er den ganzen Pfropfen durch den engen Schlitz nach innen.
Darunter hat die Briefkastenklappe gelitten. Eines Tages hat er sie wohl mit abgerissen und einfach mit der Post nach innen durchgeworfen.

Kurz darauf kommt der Paketzusteller, der immer und beinahe jeden Tag hier liefert und steht völlig ratlos vor dem Haus. Er hat ein Paket, auf dem Paket ist ein Adressaufkleber und jetzt steht kein Name mehr an der Tür, weil das Namensschild mitsamt der Briefkastenklappe ja in den Schlitz geworfen wurde.
Nun ist das Männlein nicht in der Lage 1 + 1 zusammenzuzählen und sich zu denken: Ha, da ist bestimmt das Namensschild mit der Briefkastenklappe abgegangen, denn da ist ja jetzt ein offenes rechteckiges Loch im Seitenteil der Tür.“
Nein, er kommt auch nicht auf die Idee, daß ja ansonsten, z.B. in Hinblick auf die Hausnummer, das Paket wohl für diese Adresse bestimmt sein könnte, nein, er nimmt das Paket wieder mit und läßt es mit dem Vermerk: „Empfänger an der Adresse unbekannt“ wieder zurück gehen.

Noch toller: Genau der Postmann, der die Briefkastenklappe abgerissen hat, oder sagen wir gnädig, bei dem die altersschwache Klappe abgegangen ist, wirft uns einen Tag später einen Zettel durch den Schlitz: „Ihr Briefkasten weist keinen Namen auf. Briefe können so nicht zugestellt werden“.

Jetzt habe ich die Klappe mit atombombensicheren Schrauben wieder fest gemacht. Mal sehen, wie lange die hält.

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    In der „Servicewüste“ navigieren wir durch die oft trockenen Landschaften des Einzelhandels, der Behörden und des Online-Shoppings, wo Kunden sich vernachlässigt oder ungerecht behandelt fühlen. Diese Rubrik beleuchtet prägnante Beispiele solcher Erfahrungen. Doch es geht nicht nur um Kritik: Wir heben auch jene Oasen hervor, wo Unternehmen sich durch außergewöhnlich guten Service abheben und beweisen, dass eine „Servicewüste“ nicht die Norm sein muss.

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    Lesezeit ca.: 3 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: | Peter Wilhelm 12. Februar 2014

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