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Hauppauge TV-Stick NOVA. Gucken ja, Brennen nein

Hauppauge TV-Stick NOVA. Gucken ja, Brennen nein

[KEINE Werbung!] Ich kaufe jetzt schon so viele Jahre Computerzubehör und weiß immer noch nicht, wie man den Namen dieser Firma richtig ausspricht: Hauppauge.
So wie eine Pauke, auf die man draufhaut: Hau-pauge? Oder ist es vom Französischen inspiriert und man muß es wie „O-pohsch“ sprechen? Nein, alles falsch, der Unternehmensname kommt von dem Dorf auf Long Island, in dem es seinen Hauptsitz hat. Und laut Wikipedia stammt der Name des Dorfes aus der Indianersprache der Algonkin-Indianer und wird wohl ausgesprochen wie Häpdädsch (oder so ähnlich).

Ach so, warum erzähle ich das? Nun Hauppauge hat einen TV-Stick auf den Markt gebracht, der DVB-T Fernsehen auch am Mac problemlos möglich machen soll. Ich habe mir den mal für die Dreibeinblog-Leser angeschaut:

Seit Längerem suche ich schon einen geeigneten TV-Stick, um so zwischendurch und unterwegs an meinen MacBook mal fernsehen zu können. Es gibt da eine ganze Reihe, die man mit irgendeiner Software aus dem Internet irgendwie auch am Mac zum Laufen bekommt, aber lieber sind mir immer Produkte, bei denen auf der Packung steht „für Mac geeignet“. Da sind dann entweder passende Treiber dabei und man bekommt noch eine Software, die auf dem Mac läuft dazu. Normalerweise kann man ja jeden USB-Quatsch problemlos einfach am Mac anschließen, auch wenn das gar nicht so auf dem Karton steht, aber bei Webcams und TV-Artikeln ist das immer etwas problematisch.

Hauppauge TV-Stick NOVA. Gucken ja, Brennen neinHauppauge TV-Stick NOVA. Gucken ja, Brennen nein

Umso gespannter war ich, wie der NOVA-TV-Stick abschneidet.

Zunächst einmal die gute Nachricht vorweg: Der Stick läßt sich problemlos installieren und funktioniert als Hardware einwandfrei. Hier hat Hauppauge sowieso schon seit Jahren die Nase vorn und so wundert es nicht, daß man für knapp 50 Euro ein solides, superkleines und gut ausgestattetes Gerät bekommt. Der Stick wird einfach in einen freien USB-Port (2.0) gesteckt oder über das mitgelieferte USB-Kabel mit dem Rechner verbunden. Eine kleine passive DVB-T-Antenne wird ebenfalls mitgeliefert und sollte in gut versorgten Gebieten normalerweise zum Empfang vollkommen ausreichen. Hier reicht er sogar aus, obwohl die Redaktionsräume hier heftig mit Stahlbeton und kabeldurchzogenen Wänden ausgestattet sind. Bei wem die Miniantenne (Magnet- und Saugfuß enthalten) nicht ausreicht, der sollte besser eine netzteilgespeiste Aktivantenne nehmen, das bringt schon einiges.

Hauppauge beschreibt das Gerät auf seiner Homepage so:

„Digitalfernsehen… liefert schärfere Bilder und Sound in nahzu CD-Qualität. Der myTV-600T macht aus Ihrem Laptop oder PC einen hochqualitativen Digitalreceiver!
… Verbinden Sie ihn einfach mit dem … PC, Notebook oder MAC … und installieren Sie die WinTV, bzw die MAC Anwendungssoftware. Und schon können Sie Digitalfernsehen schauen!“

Soweit stimmt das, das schrieb ich ja schon, doch beim Installieren der Software gibt es die ersten Probleme.
Wie bei solchen Geräten üblich, liegen auch hier zwei CDs bei, eine für Windows-Nutzer und eine für Apple-User. Nach dem Starten der CD öffnet sich ein Fenster, das eine Software installieren möchte und man bestätigt den mactypisch kurzen Dialog und wird dann zum Eingeben des Aktivierungscodes aufgefordert. Doch die Seite des Softwareherstellers „equinux“ verweigert penetrant die Akzeptierung des auf der CD-Hülle aufgedruckten Codes.
Ich glaube, ich habe 30 Minuten gebraucht, bis ich kapiert habe, daß sich da zwei Programme installieren wollen, nämlich das „Media-Center“ und „TV-TUBE“. Man benötigt zum Anschauen von Fernsehsignalen TV-Tube und genau dafür muß man den Code eingeben, man befindet sich aber zunächst in der Eingaberoutine für das Media-Center.
Hat man das durchschaut, kann man endlich auch den bis dahin Dutzende von Malen eingegeben langen Code auch für das richtige Produkt eingeben und dann sieht man endlich auf dem Mac Fernsehen.

Nur acht Sender der Öffentlich-Rechtlichen sind hier zu empfangen, das ist so gewollt und in meinen Augen absolut jämmerlich, aber dafür kann equinux nichts und Hauppauge auch nicht, das ist verfehlte Medienpolitik in Baden-Württemberg.
Man kann von Sender zu Sender umschalten, die Umschaltdauer ist kurz aber deutlich spürbar, Bild und Tonqualität sind keineswegs berauschend, aber durchaus als gut zu bezeichnen. Vor allem im Vollbildmodus ist mir das Bild zu flau und zu wenig kontraststark. Bei jeder anderen Größe geht es.

Eine gewisse Timeshift-Funktion bietet die Software und man kann auch Sendungen im guten EPG markieren, die dann automatisch aufgenommen werden.
Allerdings zeigt sich hier schon ein erstes Problem: Eine von mehreren testweise aufgenommenen Sendungen läßt sich später nur noch mit doppelter Geschwindigkeit und Micky-Maus-Ton abspielen…
Alles in allem ist TV-Tube nicht besonders üppig ausgestattet, dafür kann man aber zur Steuerung des „Fernsehers“ seine Apple-Remote Fernbedienung nutzen, das ist klasse.

Jedoch heißt es auf der Hauppauge-Verpackung wörtlich.

„Nehmen Sie digitales Fernsehen in original digitaler Qualität auf. Verwenden Sie TV-Tube … zur Aufnahme auf Ihrer Festplatte. Geben Sie Ihre Aufnahmen … wieder wann immer sie es möchten. Brennen Sie ihre Aufnahmen auf CD und schauen Sie diese an, wenn Sie unterwegs sind.“

Das ist genau das, was ich will: Aufnehmen und auf CD brennen.

Da kommen manchmal alte Klassiker, gerade in den öffentlich-rechtlichen Sendern ohne Werbeunterbrechung, und ich liebe es, solche Filme auf CD zu brennen und zu archivieren.
Doch Moment? Brennt man heute nicht auf DVD? Das bietet sich bei den Datenmengen von mehreren Gigabyte pro Film ja an.
Aber bevor man sich da irgendwelche Hoffnungen macht, sage ich es gleich: Dieser Packungsaufdruck von Hauppauge ist reine Augenwischerei! Die Software The Tube kann nämlich weder das eine noch das andere: weder auf CD noch auf DVD brennen; sie kann überhaupt nicht brennen.
Das Einzige was The Tube hier kann, ist der Export für iPod oder iPhone in schmalen Bildern.

Das ist absolut enttäuschend, denn ohne weitere Hilfsmittel kann man mit den abgespeicherten Aufnahmen gar nichts anfangen, außer sie wieder und wieder in The Tube anzuschauen. Natürlich kann man die Dateien auf eine CD brennen und dann von dort anschauen, aber eben nur mit The Tube. Oder man exportiert in einem iPhone-Format und guckt dann auf dem Handy…
Aber richtige CDs bzw. DVDs brennen und dann im DVD-Player am Fernsehen anschauen… das kann man vergessen, das geht nicht.
Der Satz: „Brennen Sie ihre Aufnahmen auf CD…“ kann natürlich, bei sehr steifer Auslegung auch so verstanden werden, daß man nur die The Tube-Dateien brennen kann. Aber wer will das schon?

Um aus den proprietären Dateien einen Film in einem brauchbaren Format zu machen, muß man sich wieder einmal mehr im Internet auf die Suche begeben und sich durch Dutzende (teils bescheuerter) Foren klicken, um dann zu erfahren, daß man die Dateien nur mit weiterer zusätzlicher Software erst wandeln muß, bevor man sie mit einem ebenfalls zu erwerbenden Programm dann erst brennen kann.

Das allerdings hatte ich mir anders vorgestellt.

Hier die technischen Daten:

Systemvoraussetzungen PC

* PC mit Prozessor ab 1.2 GHz
* Microsoft® Windows® XP mit Service Pack 2 / Windows Vista® 32-bit / 64-bit, Windows Media Center (ab MCE 2005)*
* Soundkarte oder onboard-Sound
* Freier USB2-Port (nicht USB 1.1 kompatibel)
* CD-ROM Laufwerk (für Software-Installation)

Systemvoraussetzungen MAC

* PowerPC G4 oder höher bzw Intel-Prozessor mit 1 GB RAM
* 2 GB Festplattenspeicher
* Integrierter USB 2.0-Anschluss
* CD-ROM-Laufwerk
* Mac OS X 10.4 oder neuer
* Internetverbindung (zur Aktivierung der Software)

Lieferumfang

* myTV-600T USB Stick
* USB-Verlängerungskabel
* CD-ROM mit Treibern und Anwendungssoftware (MAC & PC)
* DVB-T Antenne
* Kurz-Installationsanleitung
* 2 Jahre Garantie

myTV-600T (WinTV-NOVA-T-Stick MAC & PC) Features

* myTV-600T, klein und sexy, ideal für den mobilen Einsatz!
* Digitales terrestrisches TV am MAC, Notebook oder PC über USB 2.0
* WinTV v6 Software (Windows)
* The Tube Software (Mac)
* Zeitversetztes Fernsehen, manuelle und timergesteuerte Aufnahmen von TV-Sendungen (MAC & PC)
* Videotext empfangen
* Inklusive DVB-T-Antenne für Überall-TV

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!


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