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Das Aus für den Kulturverein Edingen-Neckarhausen?

Das Aus für den Kulturverein Edingen-Neckarhausen?

In den vergangenen Tagen bin ich als Vorsitzender des Kulturvereins Edingen-Neckarhausen von der Presse interviewt worden.
Im Rahmen dieses Interviews habe ich erklärt, daß der Kulturverein sozusagen gestorben ist, nachdem ein Mitglied des Vereins öffentlich erklärt hatte, das Ganze sei gescheitert.

Fakt ist, daß es einen Kulturverein Edingen-Neckarhausen e.V. vorerst nicht geben wird. Die Eintragung ins Vereinsregister wird nicht erfolgen, weil wir, die Verantwortlichen, das Eintragungsverfahren gestoppt haben.
Hintergrund ist, daß wir Peter Grohmüller, Anette Neider und ich von anderen Voraussetzungen ausgegangen sind, als wir gemeinsam mit anderen im Sommer 2011 diesen Verein gründeten.
In 2011 war Achim Wirths mit einem großen mundartlichen Programm aufgrund von Planungsschwächen gescheitert, sodaß dieses im Rahmen der Kunst und Kulturinitiative Edingen-Neckarhausen (KIEN) nicht stattfinden konnte.
Entnervt und nach unserem Dafürhalten des inneren Rückhaltes innerhalb dieser Initiative beraubt warf Wirths dann in einem Pressetermin das Handtuch.


Alsdann wurde uns der Eindruck vermittelt, nach dem Ausscheiden von Achim Wirths aus der KIEN wäre diese Initiative quasi kopflos und handlungsunfähig bzw. würde in der früher einmal gewohnten Form gar nicht mehr existieren.
So kam es dann auch dazu, daß die Idee, einen neuen Kulturverein zu gründen, die naheliegendste war.
Wir wollten das Vakuum füllen und innerhalb eines ordentlichen rechtlichen Rahmens als eingetragener Verein schöne, unterhaltsame und kulturell hochwertige Programme für Edingen-Neckarhausen bieten.

Das Aus für den Kulturverein Edingen-Neckarhausen?Das Aus für den Kulturverein Edingen-Neckarhausen?

Und so kam es auch, daß wir davon ausgingen, daß der Name, der angeblich nicht mehr existenten KIEN von uns problemlos genutzt werden könne. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich aus der Zeitung mit Schrecken erfuhr, daß der mir gegenüber erweckte Eindruck, die KIEN gebe es nun nicht mehr, falsch war und daß es doch einige Leute gibt, die bereit waren, trotz oder gerade wegen des Ausscheidens von Achim Wirths die KIEN fortzuführen. Die Pläne, den Namen zu übernehmen, ließen wir daraufhin sofort fallen.
Der Versuch eines Gespräches zwischen mir und einem der KIEN-Vorderen scheiterte, ebenso wie ein Gespräch zwischen Achim Wirths, Peter Grohmüller und anderen KIEN-Mitarbeitern.

Mutig gingen wir daran, gleich mehrere größere Projekte in 2011 zu planen und stießen immer wieder auf die Diskrepanz zwischen dem was uns vom künstlerischen Direktor Achim Wirths verheißen und versprochen wurde und dem was dann tatsächlich eintraf.
So kam es, daß uns beispielsweise vor einem Rock-Festival der Eindruck vermittelt wurde, wir würden wenigstens 100 bis 200 Besucher allein aus der Zusammenarbeit mit einer anderen Vereinigung zu erwarten haben. Nachdem die Veranstaltung aber mehr als schlecht besucht war, stellte sich heraus, daß es die diesbezüglichen, angeblich fest ausgehandelten Zusagen nie gegeben hatte.

Eine weitere Veranstaltung sollte ebenfalls wieder in Zusammenarbeit mit einer, diesmal kirchlichen, Organisation erfolgen, die dann auch wieder einen Rückzieher machte und ihre Unterstützung versagte. Auch diese Veranstaltung war dann extrem schlecht besucht, was natürlich an unseren Nerven und auch an unseren Geldbeuteln zehrte.

Eigentlich hatten wir nur vorgehabt, Achim Wirths, der sehr viel zur Bereicherung des kulturellen Lebens in Edingen-Neckarhausen beigetragen hatte, eine neue Plattform zu bieten, um auch weiterhin, nach dem angeblichen Wegfall der KIEN, Veranstaltungen durchführen zu können.
Im Grunde haben nämlich alle Beteiligten weder Zeit noch Lust, sich in eine Vereinsarbeit einzubringen.
Für die Kultur haben wir aber alle gemeinsam in den sauren Apfel gebissen, zumal Peter Grohmüller und ich selbst Künstler sind und Kunstförderung für uns selbstverständlich ist.

Daß wir nun, völlig auf dem falschen Dampfer sitzend, auch noch in Konkurrenz zu KIEN stehen sollten, wollten wir einfach so nicht haben.
Als dann auch noch fest zugesagte Zahlungen ausblieben, Versprechungen nicht eingehalten wurden und jedwede versprochene Unterstützung ausblieb, ja wir sogar in Hinblick auf die Bezahlung von Rechnungen schlichtweg belogen wurden, warf zuerst Peter Grohmüller entnervt das Handtuch und dann der Reihe nach auch die übrigen Aktiven.
Selbst der Versuch, in kleinerem Rahmen, kostendeckend bis kostenneutral Veranstaltungen durchzuführen wurden fast schon in großmannssüchtiger Manier torpediert.

Alles in allem muß man heute ganz klar sagen, daß der Kulturverein Edingen-Neckarhausen tatsächlich gescheitert ist.
Gescheitert an am Menschen, nicht an den Gegebenheiten.

Man muß sich einfach vor Augen halten, daß sich Leute, die niemals bewußt in Edingen-Neckarhausen in Erscheinung getreten sind, zusammengefunden haben, um für die Gemeinde und ihre Einwohner etwas Positives ehrenamtlich und gemeinnützig zu leisten.
Daß daraus eine Posse wurde, die letztlich einen Haufen Geld, viel Nerven und Freundschaften gekostet hat, ist bitter.
Ich kann wohl für alle Beteiligten sprechen, wenn ich sage, daß ich mich getäuscht fühle und enttäuscht bin.

Das hätte alles ganz anders kommen können.

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


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peter wilhelm autorenlesung
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  1. Big Al
    Big Al 29 Dezember, 2012, 19:21

    Schade um die investierten Nerven. Zeit und Geld sind da ja fast zweitrangig wenn man menschlich so enttäuscht wurde.

    Antwort auf diesen Kommentar

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