ServiceWüste

Tinte teurer als Parfum -II-

Dreibeinblog Placeholder09

Schon vor 2 Jahren schrieb ich über die enormen Folgekosten für Druckertinte. Hier können Sie den entsprechenden Artikel nachlesen.

An meiner Sichtweise von damals hat sich nichts geändert, doch was mich erstaunt: Ich habe den dort beschriebenen Drucker immer noch im Einsatz und er funktioniert noch wie am ersten Tag. Doch die Kosten für die Druckerpatronen sind exorbitant. Für ein komplettes Set Originaltinte (Schwarz, Magenta, Cyan und Gelb) legt man knapp 50 Euro hin, das waren mal 100 Mark und für 50 Euro macht mir Frau Schäfer 2 x das ganze Haus sauber. Selbst wenn man kompatible Tintenpatronen großer Hersteller kauft, legt man selten weniger als 35 Euro hin.

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Doch besonders erschreckend finde ich, daß der Hersteller seine Tintenpatronen so gestaltet hat, daß nur ein Bruchteil der tatsächlichen Kapazität hineinpasst.

Die nachfolgende Grafik zeigt das nur zu deutlich. So wie es auf den ersten Blick aussieht, passt nur rund die Hälfte der tatsächlichen Kapazität in die Patrone. Dort wo sich Tinte befindet, habe ich das Bild rötlich eingefärbt und dort wo leere Kammern zu finden sind, habe ich hellblaue Farbe darübergemalt.

Die Leerräume sind absolut unnötig. Natürlich wird der Hersteller zahlreiche Gründe aufzählen können, warum er konstruktionsbedingt und zur Sicherung der hohen Qualität die Patrone so und nicht anders gestaltet hat, aber der wahre Grund ist uns bekannt: Man will an der Tinte ordentlich verdienen. Punkt.
Ich habe es nicht nachgemessen, aber ob das überhaupt 15 ml sind, ist fraglich. Auf jeden Fall ist viel weniger drin, als die Patrone einem vorgaukelt. Ja und dann ist die Patrone noch umfangreich eingeschweißt und in einem Karton verpackt, sodaß man im Laden zunächst sogar den Eindruck gewinnt, der Inhalt sei noch viel mehr.
Letztlich ist das aber, selbst wenn man nur die nackte Patrone nimmt, nichts anderes als eine Mogelpackung, eine ganz freche sogar.

Klar, daß der Hersteller die transparente Seite seiner Patrone mit einem Produktaufkleber so zuklebt, daß man das als Verbraucher nicht auf den ersten Blick sieht.
Ich habe aber das Etikett abgefummelt, damit ich Ihnen zeigen kann, wie man hier vom Hersteller geleimt wird.

Daß es auch anders geht, das zeigt ein no-name-Hersteller, der seine Patronen auf Messen und im Internet vertreibt:

Die gesamte Patrone ist mit 37 ml Tinte gefüllt. Es geht also!

Natürlich wird der Hersteller argumentieren, seine Tinte sei besonders gut und erfülle ganz besondere gerätespezifische Anforderungen. Das mag sogar tatsächlich so sein, jedoch erziele ich mit den oben abgebildeten kompatiblen Patronen für meinen persönlichen Geschmack Ergebnisse, die auf den ersten Blick denen der Originalpatronen in nichts nachstehen.

Also Augen auf beim Tintenkauf, kann da die Devise nur lauten.


Ich habe noch einmal die wichtigsten Schlagwörter (Hashtags) dieses Artikels für Sie zusammengestellt, damit Sie sich besser orientieren können:

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In der „Servicewüste“ navigieren wir durch die oft trockenen Landschaften des Einzelhandels, der Behörden und des Online-Shoppings, wo Kunden sich vernachlässigt oder ungerecht behandelt fühlen. Diese Rubrik beleuchtet prägnante Beispiele solcher Erfahrungen. Doch es geht nicht nur um Kritik: Wir heben auch jene Oasen hervor, wo Unternehmen sich durch außergewöhnlich guten Service abheben und beweisen, dass eine „Servicewüste“ nicht die Norm sein muss.

Entdecken Sie mehr darüber, wie einige Marken es schaffen, in einer Welt voller Herausforderungen positiv aufzufallen.

Lesezeit ca.: 4 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: 30. Dezember 2023 | Peter Wilhelm 30. Dezember 2023

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