Ich habe mir eine Espressomaschine gekauft. Eine, in die weder ganze Bohnen noch lose eingefülltes Kaffeepulver kommen, sondern kleine, feste Papierpads. Das klingt zunächst nach einer gewöhnlichen Padmaschine. Dahinter steckt allerdings ein anderes Konzept: ESE – Easy Serving Espresso.
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Mich überzeugt daran vor allem die Freiheit. Ich möchte eine einzelne Tasse zubereiten, zwischendurch die Sorte wechseln und selbst entscheiden, welchen Kaffee ich kaufe. Morgens mit Koffein, später vielleicht entkoffeiniert. Ohne Bohnenbehälter auszuleeren, ohne Mahlwerk umzustellen und ohne mich dauerhaft an das Verbrauchsmaterial eines Maschinenherstellers zu binden.
Was sind ESE-Pads?
Ein ESE-Pad enthält bereits gemahlenen, dosierten und gepressten Kaffee zwischen zwei dünnen Lagen Filterpapier. Der verbreitete Standard hat etwa 44 Millimeter Durchmesser; die klassische Portion enthält rund sieben Gramm Kaffee.
Die passende Maschine presst heißes Wasser durch dieses Kaffeepäckchen. Mahlgrad und Verdichtung sind bereits vorgegeben. Man legt das Pad ein, schließt die Brühgruppe und startet den Bezug. Je nach Maschine beendet man ihn selbst oder überlässt das einer eingestellten Mengensteuerung.
Da ich mir immer „Americano“ mache, also einen verlängerten Espresso, der fast schon normalem Filterkaffee entspricht, ist mir bei meiner Maschine die manuelle Bezugssteuerung wichtig.
Wichtig beim Einkauf: ESE-Pads sind nicht die weichen, größeren Kaffeepads, die man etwa von Senseo kennt. Sie sind für die Espressozubereitung gedacht und nicht beliebig zwischen verschiedenen Padsystemen austauschbar. Auf die ausdrückliche ESE-Kompatibilität kommt es an. 1
Die Maschine bestimmt nicht die Kaffeemarke
Bei vielen Kapselmaschinen kauft man mit dem Gerät zugleich die Eintrittskarte in ein bestimmtes Kapselsystem. Zwar gibt es für manche Systeme inzwischen zahlreiche Fremdanbieter. Trotzdem bleibt man auf die jeweilige Kapselbauform angewiesen.
ESE verfolgt ausdrücklich ein markenübergreifendes Konzept: Unterschiedliche Hersteller bauen kompatible Maschinen, unterschiedliche Röstereien liefern die passenden Pads. Das ESE-Zeichen an Maschine und Kaffeeverpackung dient dabei als Orientierung. ESE-Konsortium

Für mich bedeutet das: Wenn mir eine Röstung nicht schmeckt, wechsle ich den Kaffee. Dafür brauche ich keine neue Maschine. Und wenn ich eine andere Maschine anschaffe, muss ich nicht zwangsläufig meine bevorzugte Kaffeemarke aufgeben.
Diese Unabhängigkeit gefällt mir mindestens so gut wie die einfache Bedienung.
Alles schon gehabt
Im Laufe meines langen Kaffeelebens habe ich schon alle Arten von Kaffee- und Espressomaschinen gehabt. Manchmal auch mehrere nebeneinander.
Klassische Kaffeemaschinen mit Filtertüten hatten wir ewig im Einsatz. Hier war unser Favorit der Moccamaster aus Holland. Leckerer Kaffee aus einer unverwüstlichen Maschine.
Aber unser Lebensrhythmus hat sich geändert, und eine ganze Kanne voll Kaffee, die auf einer Heizplatte langsam einkocht, passt nicht mehr dazu.
Deshalb haben wir in der Küche einen günstigen Kaffeevollautomaten. Da kann man sich schnell mal eine Tasse Kaffee „ziehen“.
Im Büro hatte ich schon alle Arten von Kapselmaschinen, eine Senseo, diverse Siebträgermaschinen usw.
Alles hat seine Vor- und Nachteile.
Mir ist also bewusst, was es sonst noch alles gibt, und dass auch diese jetzt angeschaffte Maschine ein Für und Wider hat.
Heute kräftig, später entkoffeiniert
Mein wichtigster Alltagsgrund ist die unkomplizierte Einzeltassenzubereitung.
Ein Vollautomat mit einem gefüllten Bohnenbehälter verarbeitet zunächst einmal die Bohnen, die darin liegen. Manche Geräte haben zusätzliche Pulverfächer oder mehrere Bohnenbehälter. Bei einem klassischen Siebträger lässt sich die Sorte ebenfalls wechseln, allerdings gehören dann Dosieren und gegebenenfalls Mahlen dazu.
Mit den ESE-Pads ist der Wechsel besonders einfach: Für die nächste Tasse nehme ich ein anderes Pad.
Das ist praktisch, wenn mehrere Menschen unterschiedliche Vorlieben haben. Oder wenn ich selbst am selben Tag zwischen koffeinhaltigem und entkoffeiniertem Espresso wechseln möchte.
Auch muss ich keine große Packung gemahlenen Kaffee öffnen, nur weil ich gelegentlich eine bestimmte Sorte trinken möchte. Die üblichen Einzelverpackungen schützen die Portionen bis zur Verwendung – haben allerdings auch eine ökologische Kehrseite.
Papier statt einer starren Kapsel
Am gebrauchten ESE-Pad gefällt mir die schlichte Konstruktion: Kaffeesatz in Filterpapier. Für jede Tasse wird keine zusätzliche starre Hülle aus Aluminium oder Kunststoff benötigt.
Beim Material der eigentlichen Kaffeeportion ist das eine vernünftige Alternative zu vielen Kapseln. Ganz ohne Verpackungsmüll kommt aber auch dieses System nicht aus. Viele Pads stecken einzeln in aromadichten Beuteln. Ein Hersteller beschreibt beispielsweise ausdrücklich sowohl das kompostierbare Filterpapier als auch die luftdichte Einzelverpackung seiner Pads.2
Deshalb wäre mir die Aussage „ESE ist immer die umweltfreundlichste Kaffeezubereitung“ zu pauschal.
Ich habe aber Pads gefunden, die ohne die zusätzliche Umhüllung auskommen.

Trotzdem halte ich den Verzicht auf eine feste Einwegkapsel für einen sinnvollen Ansatz. Bei der Entsorgung sollte man auf das konkrete Material und die örtlichen Vorgaben achten. Kaffee und Papierfilter sind dabei anders zu betrachten als Kunststoffkapseln, selbst wenn Letztere als kompostierbar beworben werden.3
Und was kostet eine Tasse?
Erfreulich wenig, wenn man passende Sorten und Packungsgrößen auswählt.
Wenn man etwas geschickt bei der Recherche ist, findet man gute Pads mit leckerem Kaffee für unter 20 Cent pro Tasse.
Aber letztlich muss ich ehrlich sagen, dass wir Kaffee ja nicht eimerweise saufen und auch als Genussmittel verstehen. Deshalb ist es uns das durchaus wert, wenn die Tasse je nach Sorte auch mal teurer ist.
Normalerweise liegen beispielsweise 150 Pads einer Mischung bei 24,50 Euro. Das sind gut 16 Cent pro Espresso. Andere Angebote mit 150 Pads für 36,50 oder 41,50 Euro entsprechen ungefähr 24 beziehungsweise 28 Cent pro Tasse. Versandkosten kommen gegebenenfalls hinzu; besondere Röstungen und kleine Packungen können deutlich teurer sein. 4 5
Das ist eine Momentaufnahme, keine Preisgarantie. Sie zeigt aber: Portionskaffee muss kein teures Vergnügen sein. Wer vergleichen möchte, sollte den Preis durch die Anzahl der Pads teilen. Der Packungspreis allein sagt wenig aus.
La Piccola, Faber und Aroma
Wer nach ESE-Maschinen sucht, begegnet unter anderem La Piccola, Faber und Aroma. Die Auswahl reicht von zurückhaltenden Geräten mit viel Edelstahl bis zu auffälligen Farben und unterschiedlichen Gehäuseformen. Einen Eindruck vermitteln die jeweiligen Sortimente von La Piccola, Faber und Aroma.6
Eine pauschale Rangliste würde ich daraus nicht machen. Ob eine Maschine besonders leise ist, wenig Strom braucht oder schnell aufheizt, hängt vom konkreten Modell ab. Auch ein Edelstahlgehäuse allein garantiert noch kein langes Maschinenleben.
Für mich zählen deshalb neben der Optik vor allem die Handhabung, die Reinigung und die Frage, ob sich Dichtungen und andere Verschleißteile ersetzen lassen. Wer Milch aufschäumen möchte, sollte außerdem genau hinsehen: Nicht jede ESE-Maschine besitzt eine Dampffunktion.
Ich persönlich benötige den Milchschaumkram nicht. Ich bin ein Schwarztrinker. Außerdem sind mir Handhabung, Reinigung und Logistik bei der Milchschaumzubereitung zu aufwendig.
Unser harter Gegner: das Wasser
Bei uns kommt noch etwas hinzu, das bei der schönsten Kaffeemaschine schnell zum Spielverderber wird: das harte Wasser.
Nach unserer Erfahrung halten Kaffee- und Espressomaschinen hier leider nicht immer so lange, wie wir uns das wünschen würden – trotz regelmäßiger Reinigung, Entkalkung und teilweise gefiltertem Wasser.
Auch eine ESE-Maschine ist dagegen nicht immun. Auch sie erhitzt Wasser und kann verkalken. Ich erwarte deshalb kein Wundergerät, sondern wünsche mir möglichst überschaubare, gut zu wartende Technik. Wasseraufbereitung und Entkalkung müssen zum jeweiligen Modell passen; maßgeblich bleibt die Anleitung des Herstellers.
Allerdings sind ESE-Maschinen für gewöhnlich äußerst simpel aufgebaut und auch nicht besonders teuer. Auch hier gilt: Was nicht dran ist, kann nicht kaputtgehen.
Und: Je einfacher ein Gerät ist, umso weniger Fehlerquellen gibt es meist.
Die richtige Maschine für meine Kaffeepause
Ich möchte keine Wissenschaft aus jeder Tasse machen. Ich möchte guten Espresso, eine einfache Zubereitung und die Möglichkeit, spontan eine andere Sorte zu wählen.
Genau dafür erscheint mir ESE passend: ein Pad pro Tasse, freie Auswahl unter verschiedenen Anbietern und keine starre Kunststoff- oder Aluminiumkapsel um jede Portion. Dazu kommen überschaubare Kaffeekosten.
Frisch gemahlene Bohnen und ein sorgfältig eingestellter Siebträger haben selbstverständlich ihren Reiz. Für meinen Alltag ist die kleine Papierportion aber eine sehr überzeugende Lösung.
Jetzt muss die neue Maschine nur noch mit unserem Wasser Freundschaft schließen.
Welche Maschine passt zu welchem Alltag?
| Kriterium | ESE-Padmaschine | Klassische Siebträgermaschine mit losem Kaffeemehl | Vollautomat |
|---|---|---|---|
| Zubereitung | Pad einlegen, Bezug starten, Pad entnehmen | Kaffee dosieren, gegebenenfalls mahlen, verdichten und beziehen | Mahlt und brüht weitgehend automatisch |
| Aufwand pro Tasse | Gering | Vergleichsweise hoch | Gering |
| Sortenwechsel von Tasse zu Tasse | Sehr einfach: anderes Pad verwenden | Gut möglich; bei eigener Mühle können Bohnen- und Mahlreste den Wechsel erschweren | Bei einem gefüllten Bohnenbehälter umständlich; Zusatzfunktionen sind modellabhängig |
| Wechsel zwischen normal und entkoffeiniert | Besonders unkompliziert | Möglich, erfordert getrennt bereitgestellten Kaffee | Je nach Gerät über Pulverfach oder zweiten Bohnenbehälter möglich |
| Auswahl beim Kaffee | Markenübergreifende Auswahl an passenden ESE-Pads | Sehr große Auswahl an Bohnen und gemahlenem Kaffee | Sehr große Auswahl an geeigneten Kaffeebohnen |
| Einfluss auf den Geschmack | Vor allem durch Padwahl und Bezugsmenge; weitere Einstellungen modellabhängig | Sehr groß: unter anderem Mahlgrad, Dosis und Bezugsmenge | Je nach Modell über Mahlgrad, Stärke, Menge und Temperatur |
| Frisch gemahlener Kaffee | Nein, der Kaffee ist im Pad bereits gemahlen | Ja, mit eigener Mühle | Ja, durch das eingebaute Mahlwerk |
| Zusätzliche Kaffeemühle | Nicht erforderlich | Für frisch gemahlene Bohnen erforderlich | Bereits eingebaut |
| Milchgetränke | Milchaufschäumer häufig separat nötig; manche Modelle haben eine Dampffunktion | Mit Dampflanze bei entsprechend ausgestatteten Geräten | Bei entsprechend ausgestatteten Geräten weitgehend automatisch |
| Reinigung | Pad entnehmen, Brühbereich und Auffangschale reinigen | Sieb und Siebträger reinigen, Brühgruppe und gegebenenfalls Dampflanze pflegen | Auffangbehälter, Kaffeesatzbehälter und Brühsystem pflegen; zusätzliche Reinigung bei Milchsystemen |
| Abfall pro Portion | Filterpapier mit Kaffeesatz, häufig zusätzlich eine Einzelverpackung | Loser Kaffeesatz und anteilige Kaffeeverpackung | Loser Kaffeesatz und anteilige Bohnenverpackung |
| Laufende Kaffeekosten | Oft günstig; abhängig von Sorte und Packungsgröße | Bei preiswerten Bohnen oft besonders günstig, bei Spezialitätenkaffee entsprechend höher | Abhängig von Bohnenpreis und eingestellter Kaffeemenge |
| Platzbedarf | Viele Geräte sind kompakt | Maschine plus gegebenenfalls separate Mühle | Häufig größer als eine reine ESE-Maschine |
| Hartes Wasser | Wasseraufbereitung und Entkalkung bleiben wichtig | Wasseraufbereitung und Entkalkung nach Herstellervorgaben | Wasseraufbereitung und Entkalkung bleiben wichtig |
| Besonders geeignet für | Einzelne Espressi, wenig Aufwand und häufig wechselnde Sorten | Menschen, die Zubereitung und Geschmack selbst gestalten möchten | Haushalte, die viele Tassen und gegebenenfalls Milchgetränke bequem zubereiten möchten |
Für meinen Alltag punktet ESE vor allem beim unkomplizierten Sortenwechsel: Für jede Tasse kann ich neu zwischen verschiedenen Röstungen und entkoffeiniertem Kaffee wählen, ohne einen Bohnenbehälter zu leeren oder eine zusätzliche Mühle zu benötigen.
Die Angaben beschreiben typische Geräte. Ausstattung, Pflegeaufwand und Einstellmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Modell.
Bildquellen:
- esemaschinaslo_800x500: Peter Wilhelm
- esepads_800x500: Peter Wilhelm
- Bildschirmfoto-2026-11-06-um-08.41.56_800x500: Selonica
Fußnoten:
- https://eseconsortium.com/en/standard (zurück)
- https://www.mamiscaffe-international.com/en/pages/ese-pads-nachhaltiger-espressogenuss-ohne-kapselmaschine (zurück)
- https://www.bundesumweltministerium.de/themen/kreislaufwirtschaft/abfallarten-und-abfallstroeme/bioabfaelle/was-gehoert-in-die-biotonne (zurück)
- https://crifalu.de/collections/ese-espressopads (zurück)
- https://ese-espresso.com/product-category/ese-espresso-pads (zurück)
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