Start Uncategorized Zweigleisig gefahren
  • Zweigleisig gefahren

    Gestern war ich noch schnell bei LIDL, nur eine Packung Limo kaufen. An der Kasse baue ich meine paar Sachen auf dem Förderband auf, hinter mir tut ein anderer Mann dasselbe. Er ist ein Angehöriger der Volksmusikgeneration, statistisch gesehen also kaufkräftig und mit genügend Zeit ausgestattet.
    Allerdings legt er nur einen erheblichen Teil seiner Ware auf das Förderband, dann macht nebenan Kasse 2 auf und er entschließt sich, lieber dort abkassiert zu werden. Also wechselt er die Kasse, läßt aber die bereits „aufgelegten“ Waren auf dem Förderband der ersten Kasse liegen.

    Ruckzuck ist er abkassiert und dann sagt er entrüstet: „Ja und was ist mit den Sachen da drüben?“


    Die Kassiererin: „Wie? Die gehören auch Ihnen?“

    „Ja haben sie die denn nicht abgezogen?“

    „Wie soll ich das denn machen?“

    „Das weiß ich doch nicht?“, fragt der Kunde zurück und schaut sich beifallheischend und etwas entrüstet um.

    Die Kassiererin: „Ich kann doch nur scannen was hier auf meinem Förderband liegt.“

    „Hören Sie mal, ich bin hier Kunde und Sie haben wohl noch etwas davon gehört, daß der Kunde König ist!“

    „Und was denken Sie, wie ich das machen soll?“

    „Sie könnten beispielsweise die Sachen eben rüberholen und auch noch abscannen!“

    Mittlerweile entwickelte sich an der Nachbarkasse ein mittleres Drama.


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    „Halt! Das gehört mir alles gar nicht“, schrie eine aufgeregte Frau.
    Die Kassiererin dort schaut sehr verwundert, ihr Förderband liegt voll, nur eine Kundin weit und breit, wem soll das Zeug denn dann gehören, wenn nicht ihr? Deshalb zieht sie munter weiter die Sachen über den Scanner.

    „Nein, das bezahle ich nicht“, regt dich die Kundin weiter auf.

    In ihrer Verzweiflung drückt die Kassiererin einen Knopf unterhalb der Kassentheke und es kommt der Fillialleiter, der laut seinem Namensschild „Herr Viktor Pupvogel“ heißt. Wie alle Fillialleiter trägt er einen weißen Kittel, denn bekanntlich sind ja Fillialleiter von Supermärkten fast so etwas wie ein Chefarzt.

    „Wass’n los?“, will wer wissen.

    „Das gehört der nicht!“

    „Wie, das gehört der nicht?“

    „Die sagt das gehört ihr nicht.“

    Jetzt schaut Herr Pupvogel die Kundin an und die sieht endlich die Chance ihres Lebens: „Das ist ja mal wieder ein Service hier und Muskatnuß habe ich auch nicht gefunden, die Karamellbonbons sind auch alle und hinten beim Klopapier sieht’s aus wie bei Hempels unterm Sofa und die Sachen gehören mir nicht.“

    Endlich meldet sich der Volksmusikler und ruft rüber: „Das sind meine Sachen, ich komm ja schon!“

    Kurz danach stehen die aufgeregte Kundin und der Volksmusikler beieinander und schimpfen lauthals auf Herrn Pupvogel ein. Der hat seinen Kopf etwas ziwschen die Schultern eingezogen und man sieht ihm an, daß er in Gedanken schon bei den Sonderangeboten der nächsten Woche ist.

    Viel länger kann ich mich vor dem Werbeplakat, das ich die ganze Zeit schon studiere, auch nicht mehr herumdrücken und gehe langsam zum Ausgang. Nächste Woche probiere ich das selbst mal aus und werde meine Waren an gleich drei Kassen auflegen, mal sehen was passiert!


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