Spott + Hohn und Politik

Sehr ausgewogene Wohnungsangebote

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Die Immobilienpreise spielen seit Jahren verrückt. Bauvorhaben sind unglaublich teuer geworden. Gestiegene Preise zwingen auch Vermieter dazu, Mieten anzuheben. Jedoch nutzen das auch viele Vermieter gnadenlos aus. Allen voran die großen Wohnungskonzerne.

Selbst für kleine Wohnungen müssen heute Mieten bezahlt werden, für die man vor ein paar Jahren noch ein Reihenhaus mieten konnte. Bei Wohnungsbesichtigungen stehen nicht selten 200 Personen mit brav ausgefüllten Selbstauskünften und Schufa-Auskünften Schlange. Vor allem junge Familien finden nur ganz schlecht was.

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Natürlich haben gewisse Hirnprinzen für die Wohnungsmisere, die daraus resultiert, auch schnell die Schuldigen gefunden: Es sind die Boomer, die Rentner, die Senioren.

Denn tatsächlich ist es oft so, dass Rentnerehepaare in großen Wohnungen oder allein in Häusern leben, während 4-köpfige Familien auf 50 Quadratmetern hausen müssen.

Spricht man mit den Senioren, sagen die einem klipp und klar, dass sie gerne bereit wären, sich kleiner zu setzen. Sie scheuen aber natürlich den Umzugsstress, vor allem aber bemängeln sie, dass sie keine Wohnung zu einem angemessenen Preis finden würden. Ein Beispiel: Herr und Frau Sattmann bewohnen ein kleines Haus mit 104 Quadratmetern im nahegelegenen Oftersheim. Sie zahlen dafür 1.040 Euro Miete inklusive Nebenkosten.
Sie suchten bis vor einem halben Jahr händeringend etwas Kleineres. Eine Parterrewohnung mit 50 qm würde ihnen vollkommen reichen. Das Haus mit dem Garten macht ihnen schon lange zu viel Arbeit.
Für adäquate Wohnungen müssten sie aber deutlich mehr bezahlen, als für das ganze Haus.

Einen Heimplatz könnten sich beide auch vorstellen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Herr Sattmann leicht pflegebedürftig ist.
Doch eine Unterbringung in einem Seniorenheim können sich die beiden nicht leisten. Sie haben entsprechende Gespräche geführt und es steht fest, dass ihre gesamte Rente dafür aufgebraucht würde, sie obendrein noch Sozialhilfeempfänger würden und ihnen nur noch 80 Euro Taschengeld pro Monat übrig blieben. Außerdem müsste ihre einzige Tochter noch rund 900 Euro jeden Monat zuzahlen.

Dazu passt, was ich neulich in der Zeitung sah:

4-Zimmer-Wohnung, 125 qm, 850 Euro + NK, Gartennutzung, Balkon, Hobbyraum
Nur älteres Ehepaar, keine Kinder, keine Haustiere, Nichtraucher Tel: 062###x-###xx

direkt darunter:

3 ZW, 60 qm, 1.850 Euro + NK + Kaution, von kinderliebem
Vermieter zvm, Hunde und Katzen erlaubt.

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(©si)