Start Uncategorized Kleinvieh macht auch Mist
  • Kleinvieh macht auch Mist

    Heute Morgen hatte ich meine Massage. Ja, ich gebe es zu, ich fröhne dem dekadenten Hedonismus und lasse meinen massigen Körper in regelmäßigen Abständen von einem staatlich geprüften Physiotherapeuten einer Manualbehandlung unterziehen. Da ich seit vorgestern einen steifen Nacken habe, tat mir das heute Morgen besonders gut.

    Direkt um die Ecke hat ein guter Freund von mir einen Gemüseladen. Da gehe ich anschließend immer auf einen Kaffee vorbei, da ist so früh morgens noch nicht viel los. Besonders gerne gehe ich dahin, weil der Gemüsehändler ein alter Jäger und Sammler ist und sein Hinterzimmer vor lauter Antiquitäten und Sammlerstücken nur so überquillt. Kaffeemaschinen aus den 50ern, Kaugummiautomaten. Spielhallengeräte, Blechschilder, ach wenn man nur Platz hätte….

    Damit ich meinen Freund nicht immer nur um seinen Kaffee und ein paar Kippen bringe, kaufe ich -schon aus Anstand- immer was bei ihm ein. Heute waren es zehn freilaufende Eier, zwei Kilo Festkochende und eine Honigmelone. Während ich noch so da stehe, nach meinem Einkauf, kommt ein Kunde herein:

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    „Ich hätt gern eine Zwiebel!“

    Mein Freund, der Gemüsemann, der Zwiebeln im Zentnersack kauft, nimmt tatsächlich eine Zwiebel, zeigt die dem etwa 70jährigen Mann und der schüttelt den Kopf und sagt:

    „Nä, die is zu groß, hawwe sie noch ä Klänere?“

    Mein Freund zeigt ihm eine ganz kleine Zwiebel, quasi schon ein Silberzwiebelchen und der Alte nickt begeistert. Das Zwiebelperlchen wird sogar abgewogen und der Alte muß 3 Cent bezahlen. Dann sagt er:

    „Jetzt geh isch noch zum Metzger und hol mir 100 Gramm Gehacktes. Vunn derrer Zwiwwel und dem Gehacktes mach isch mir zwei Frikadelle, do hebb isch für heut‘ und für morgen zu esse!“

    Sprach’s und ging; und während ich noch mit offenem Mund da stehe, kommt eine Frau rein und verlangt:


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    „Eine Banane und zwei dicke Kartoffeln, bitte!“

    Alles das erledigt mein Freund mit stoischer Gelassenheit.

    Nach dem Bezahlen sagt die Alte:

    „Morgen bekommen wir Besuch, da brauche ich dann zwei Äpfel und sechs Kartoffeln, ich will Reibekuchen mit Apfelmus machen, ich sag’s ja bloß, damit Sie auch soviel da haben…“

    Mein Freund der geduldige Gemüsemann nickt nur müde und auf einmal kann ich verstehen, warum den nichts erschüttern kann, aber auch gar nichts!

    Die Nächste ist eine junge Frau, vielleicht Ende Zwanzig, die kauft zwar etwas größere Mengen, sagt aber immer dazu fü wen:

    „Zuerst kiege ich mal 6 Äpfel für den Björn. Und dann noch 4 Bananen für Theresa-Melanie und einen kleinen Feldsalat für den Joachim. Geben Sie mir dann noch ein Schälchen Erdbeeren für meine Mutter und 4 Birnen für Timotheus.“

    Spätestens bei Timotheus hätte ich der die Birnen rektal appliziert, ehrlich!


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