Kaum ein Begriff wird im Uhrenbereich so gerne als Qualitätsmerkmal verwendet wie „Saphirglas“. Es klingt edel, kratzfest, langlebig – und genau das ist es auch. Doch gerade bei günstigen Uhren stellt sich oft die Frage: Ist das wirklich Saphir oder nur gut gemachtes Mineralglas?
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- Warum Saphirglas überhaupt interessant ist
- Der einfache Vergleich: Was ist was?
- Der Wassertropfen-Test
- Der Temperatur-Test
- Der Klopftest (vorsichtig!)
- Der Kratztest – bitte NICHT machen!
- Der technische Test: Diamond Selector II
- So verwendest Du das Gerät richtig
- Die beste Methode: Kombination
- Fazit
- Bildquellen:
Die gute Nachricht: Du kannst das zu Hause mit einfachen Mitteln recht zuverlässig selbst herausfinden. Die schlechte: Es gibt keinen einzigen Test, der immer zu 100 % eindeutig ist. Aber mit der richtigen Kombination kommst Du der Wahrheit sehr nahe.
Warum Saphirglas überhaupt interessant ist
Saphirglas ist extrem hart – fast so hart wie Diamant. Deshalb ist es sehr kratzfest, langlebig und optisch hochwertig.
Mineralglas ist deutlich weicher und verkratzt mit der Zeit. Kunststoff (Acryl) ist noch empfindlicher, dafür aber sehr leicht und stoßfest.
Der einfache Vergleich: Was ist was?
| Material | Eigenschaften |
|---|---|
| Kunststoff | weich, leicht, verkratzt schnell |
| Mineralglas | mittlere Härte, relativ kratzfest |
| Saphirglas | sehr hart, extrem kratzfest, kühl wirkend |
Der Wassertropfen-Test
Das ist einer der einfachsten Tests überhaupt.
So geht’s:
- Einen kleinen Wassertropfen auf das Glas geben
- Tropfen bleibt kugelförmig stehen → spricht für Saphir
- Tropfen verläuft → eher Mineralglas
Warum? Saphir hat eine andere Oberflächenspannung als normales Glas.
Der Temperatur-Test
Ein sehr unterschätzter Trick:
- Uhr an die Lippen oder an die Wange halten
- Saphir fühlt sich sofort kühl an
- Mineralglas weniger kühl
- Kunststoff fast neutral/warm
Das liegt an der unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeit.
Der Klopftest (vorsichtig!)
Mit dem Fingernagel leicht gegen das Glas tippen:
- Saphir: hell, „klarer“ Klang
- Mineralglas: etwas dumpfer
- Kunststoff: sehr weich und stumpf
Natürlich kein wissenschaftlicher Test – aber erstaunlich hilfreich.
Der Kratztest – bitte NICHT machen!
Uhreninfluencer und Teilnehmer in Uhrenforen raten immer mal wieder: „Einfach mit einem Schlüssel drüberkratzen.“
Meine klare Empfehlung: Mach‘ das bloß nicht!
Wenn es kein Saphir ist, hast Du sofort einen Kratzer drin. Und selbst bei Saphir kann man Beschichtungen beschädigen.
Der technische Test: Diamond Selector II
Jetzt wird es interessant. Es gibt wirklich günstige Prüfgeräte wie den sogenannten Diamond Selector II. Eigentlich gedacht, um Diamanten zu prüfen.
Diese Geräte messen die Wärmeleitfähigkeit. Und genau deshalb funktionieren sie auch bei Uhrengläsern:
- Kunststoff → keine Reaktion
- Mineralglas → schwache Reaktion
- Saphir → deutlich stärkere Reaktion
Das liegt daran, dass Saphir Wärme deutlich besser leitet als normales Glas.
So verwendest Du das Gerät richtig
- Glas vorher reinigen (Fingerfett vermeiden)
- mehrere Messpunkte testen
- gleichmäßigen Druck verwenden
- nicht nur einmal messen
- Ergebnisse vergleichen
Grenzen des Geräts
Der Diamond Selector II kostet keine 15 Euro und ist bei weitem kein Laborgerät. Es ist ein einfacher, grober Tester für den ersten Eindruck. Für Uhrengläser taugt es aber.
Probleme können auftreten bei dicken, beschichteten und gewölbten Gläsern
Deshalb gilt: Das Gerät liefert Hinweise – aber keinen endgültigen Beweis.
Und, weil es immer wieder vorkommt, wie ich aus vielen Zuschriften weiß: Du musst natürlich die Schutzfolie vorher vom Uhrenglas runtermachen!
Die beste Methode: Kombination
Am zuverlässigsten wird das Ergebnis, wenn Du alle Tests, die ich oben beschrieben habe, kombinierst:
- Wassertropfen-Test
- Temperatur-Test
- Diamond Selector
Wenn alle drei auf Saphir hindeuten, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es sich auch wirklich um Saphir handelt.
Fazit
Du musst kein Uhrmacher sein, um herauszufinden, ob Deine Uhr wirklich ein Saphirglas hat. Mit ein wenig Beobachtung, Gefühl und einfachen Tests kommst Du erstaunlich weit. Der Diamond Selector II ist dabei ein nettes Hilfsmittel – kein Präzisionsinstrument, aber für den Hausgebrauch absolut brauchbar.
Ein einzelner Test kann täuschen – mehrere zusammen sagen meist die Wahrheit.
Bildquellen:
- Bildschirmfoto-2026-04-30-um-16.16.44_800x500: Anazom

















