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Wie bewahre ich meine Armbanduhren auf?

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Wer mehrere Armbanduhren besitzt, kann ja immer nur eine tragen. Doch wohin mit den anderen? Ich gebe Dir die richtigen Tipps.

Ja, ich sehe immer mehr Leute, die sogar zwei Armbanduhren tragen, eine links und eine am rechten Handgelenk. In den meisten Fällen liegt das daran, dass man eine Smart- oder Fitnesswatch tragen möchte und zusätzlich noch einen schönen normalen Zeitmesser.

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Aber meistens wird man ja nur eine Uhr tragen. Wohin aber dann mit den anderen?

Grundsätzliches

Du solltest Deine Uhren so aufbewahren, dass sie nicht verkratzt werden können.
Eine staubdichte Aufbewahrung ist ganz wichtig.
Auch eine Lagerung in prallem Sonnenlicht ist schlecht.
Achte auf die Luftfeuchtigkeit, die darf nicht zu hoch sein (Rostgefahr bei Metallteilen, Leder leidet)
Extreme Trockenheit schadet auch (Leder wird spröde), die Uhrenbox gehört nicht in Heizungsnähe.
Vermeide Orte mit extremen Temperaturwechseln (Kondenswasser!) (Tipp: Hebe ein paar Beutelchen mit Silicagel auf und lege sie mit in die Uhrenbox).
Bewahre Uhren nicht in der Nähe von Lautsprechern, Smartphones, Tablets usw. auf. Die magnetischen Felder können Deine Uhren beschädigen.

Lagere Uhren möglichst bei konstanter Temperatur und mittlerer Luftfeuchtigkeit – nicht im Keller und nicht auf der Fensterbank.

Die Uhrenboxen

Mein Ratschlag: Kaufe Dir eine vernünftige Uhrenbox.
Eine Uhrenbox ist eine flache Schachtel oder Kiste, meist mit Fenster im Deckel, die Fächer für die einzelnen Uhren hat.
In einer solchen Box sind die Uhren staubdicht untergebracht und können durch den Glasdeckel trotzdem betrachtet werden.
Die separate Unterbringung in einzelnen Fächern verhindert, dass die Uhren sich gegenseitig verkratzen.

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Meist haben die einzelnen Fächer noch rund-ovale Einlagen, um die man, wie um ein Handgelenk, schnallen kann. Das sichert die Uhren in ihrer Position und ist schonender für die Armbänder, als wenn diese herumschlackern und verknicken könnten.

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Wenn Du Dir so eine Box zulegst, dann hast Du im Prinzip schon alles richtig gemacht. Diese Boxen gibt es in allen Größen und Ausführungen, sodass ganz bestimmt auch für Dich die passende Aufbewahrungsbox dabei ist. Teuer sind sie alle nicht, weil so etwas heute auch günstig aus China kommt.

Nun wirst Du sicherlich auch Uhren mit Automatikuhrwerk haben. Diese Uhren laufen ja irgendwann ab und dann bleiben die Zeiger stehen. Manche Uhrenexperten behaupten, dass Automatikuhren auf Dauer kaputtgehen, wenn sie immer nur stillstehen. Andere Experten sagen, dass das den Uhren überhaupt nicht schadet, und dass es ausreicht, wenn man seine Uhren alle paar Monate mal aufzieht oder trägt.

Der Uhrenbeweger

Wie dem auch sei: Für Automatikuhren gibt es noch eine ganz besondere Aufbewahrungsmöglichkeit: Den Uhrenbeweger.

Ein Uhrenbeweger ist eine Box mit Schaufenster, in der man eine oder mehrere Uhren auf Handgelenksattrappen schnallen kann. Mit Batterie- oder Netzantrieb wird dann ein Motor gestartet, der die Uhr(en) in Rotation versetzt. Durch das langsame Drehen werden die Rotoren in den Automatikuhren angeregt und die Uhren bleiben aufgezogen.

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Ein Uhrenbeweger der gleich mehrere Automatikuhren bewegen kann.

Einfachere Uhrenbeweger drehen nur langsam, teurere haben einfache Programme, die dreimal so herum und dreimal andersherum drehen. Bessere Uhrendreher haben sogar Intervallschaltungen und Beleuchtung.

Man muss etwa 30 Euro investieren, um einen günstigen Uhrenbeweger zu kaufen. Teurere kosten um die 50 Euro und andere dann ab 80 Euro aufwärts. Das hängt auch von der Anzahl der Uhren ab, die man hineintun kann, im Wesentlichen aber von der Qualität.

Die Sache mit den Produktrezensionen

Ich rate Dir, die Rezensionen zu den einzelnen Geräten genau zu lesen. Hüte Dich vor Produkten, die nur von solchen Leuten bewertet wurden, die kostenlose Probeprodukte hochjubeln.
Ich bekomme auch immer mal wieder kostenlose Produkte zur Verfügung gestellt. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass ich trotz aller Professionalität und meiner jahrzehntelangen Expertise immer noch darauf hereinfalle. Und niemand kann mir erzählen, dass es ihm anders geht, wenn er teils recht teure Sachen ausprobieren darf oder sogar geschenkt bekommt.
Man ist dem Produkt gegenüber von vornherein positiv eingestellt und fühlt sich unbewusst dem Schenkenden verpflichtet.
Die Unternehmen haben oft nette Damen beschäftigt, die dann ein paar Mal anrufen und nachfragen, ob alles klar geht, oder ob man Unterstützung benötigt. Auch das baut einen sympathischen Druck auf, das „tolle Produkt“ auch gut zu bewerten. Manchmal legen die (chinesischen) Werbepartner auch noch Gutscheine bei. Dann bekommst Du noch ein Gratis-Produkt, wenn Du eine positive 5-Sterne-Bewertung abgibst.

Ich bin mittlerweile so lange im Geschäft und ich brauche auch nichts mehr, sodass ich ziemlich gefeit bin gegen solche Beeinflussungen. Wer meine YouTube-Videos von früher kennt, der weiß, dass ich auch Produkte im wahrsten Sinne des Wortes in die Tonne trete oder wegschmeiße, wenn sie Scheiße sind. Ich sage es einfach, wenn etwas Mist ist.
Aber ich möchte einfach auf die Gefahren hinweisen, die mit Gratis-Produkten verbunden sind. Gerade Laien, die nicht so professionell im Geschäft sind, wie ich es mal war, fühlen sich gebauchpinselt, wenn ihnen was geschenkt wird. Sie schreiben zwar oft dazu, dass sie „absolut unbeeinflusst“ ihr Urteil abgeben, aber ob das so ist, darf ruhig bezweifelt werden.

Und nun kommt der Knackpunkt: Um zu beweisen, wie ehrlich und korrekt sie die Gratis-Produkte bewerten, suchen solche Produkttester dann bei allen Produkten krampfhaft nach Schwachpunkten. Da wird dann schnell mal aus einer Mücke ein Elefant gemacht, da wird der Geruch des Kabels dramatisch bewertet oder die Qualität des Papiers der Bedienungsanleitung in den Vordergrund gerückt. Es werden also vermeintliche Negativmerkmale herausgestellt, nur um zu zeigen, wie objektiv man doch auch auf Schwachpunkte hinweist. Alles Quatsch!

Wie gesagt: Schau Dir die Produktbewertungen an. Suche nach solchen, die offensichtlich von echten Käufern stammen.
Achte besonders darauf, was die Leute über die Haltbarkeit der Uhrenbeweger sagen. Schau darauf, ob die Geräte unangenehme Geräusche machen.

Haupt-Dreh-und-Angelpunkt sind die Motoren und Getriebe. Hier wird oft Mist eingebaut. Kleine 20-Cent-Motoren und Plastikzahnräder sind prädestiniert, schnell kaputtzugehen und nach kurzer Zeit Geräusche zu machen.

Uhrenbeweger – kritische Einordnung

Noch ein wichtiger Punkt:

Die Kontroverse:

* Manche halten sie für unnötig
* Billige Geräte können Uhren sogar schaden (falsche Drehzahl, Verschleiß)

Es gilt also: Ein guter Uhrenbeweger ist Komfort, kein Muss.

Die Frage: Aufziehen oder nicht?

Nimm Dir alle paar Wochen oder Monate Deine Sammelbox mal vor. Betrachte Deine schöne Sammlung und ziehe alle mechanischen Uhren einmal auf. 20 Drehungen an der Korne reichen.
Ein gelegentliches Aufziehen reicht völlig, Dauerbetrieb ist nicht zwingend besser.

Aufbewahrt aber nicht gewartet

Es ist klug, dass Du Dir Gedanken über die Aufbewahrung Deiner Uhren machst. Aber vergiss darüber nicht den Service- und Wartungsgedanken. Gute Uhren müssen auch mal zum Service beim Uhrmacher. Wenn Du nur Hommage-Uhren sammelst, musst Du Dir darüber nicht so viele Gedanken machen, als wenn Du wirklich teure Uhren besitzt.
Öle altern auch im Stillstand, Schmierstoffe verharzen mit der Zeit. Deshalb gilt die Empfehlung: alle 5–10 Jahre Revision (je nach Uhr).

Bei Quarzuhren gilt zusätzlich noch, dass Du im Auge behalten musst, ob die Batterien nicht leer sind. Dann würde ich sie erneuern, und zwar immer gegen ganz neue, nicht gegen irgendwelche, die schon länger in der Schublade lagen. Batterien können immer auch auslaufen oder sich aufblähen. Ich empfehle immer Renata-Batterien, die für Uhren gemacht werden.

Alternativen

Du kannst natürlich auch super die Präsentationsboxen aufbewahren, in denen Deine Uhren geliefert wurden. Darin sind die Schätzchen ebenfalls gut aufgehoben.

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War keine Box dabei? Schau mal bei eBay oder Azamon, da gibt es sowas auch günstig zu kaufen.

Ansonsten ist es clever, die Uhren in ein Tuch einzuwickeln und so vor Kratzern zu schützen. Dann tut es auch ein Schuhkarton.

Und meine Solaruhren?

Wenn Du, wie ich mit meiner Citizen-EcoDrive, Uhren hast, die sich über das Sonnenlicht mit Strom versorgen, wäre es natürlich doof, die Uhren in einer dunklen Box aufzubewahren.
Falls Du eine Uhrenbox mit Glasdeckel hast und Licht an die Uhr kommen kann, dann sollte auch eine Solaruhr darin gut aufgehoben sein.
Ansonsten gibt es kleine Uhrenboxen mit transparentem Deckel, in die Du Deine Solaruhr tun kannst, und diese so aufbewahrst das die Zimmerbeleuchtung das Solarfeld erreichen kann.
Lege die Uhren nicht auf die Fensterbank! Dauerhafte direkte Sonne kann Materialien schädigen. Kunstlicht reicht oft völlig.

Wertvolle Uhren aufbewahren

Geben wir uns keiner Illusion hin: Wenn professionelle Einbrecher Deine Bude leerräumen, nehmen sie auch Deine wertvollen Uhren mit. Dagegen kannst Du kaum was machen. Auch diese kleinen Möbeltresore helfen da überhaupt nicht. Die bekommen die Verbrecher leicht auf oder nehmen sie einfach mit.

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Solche Tresore sind klasse, um Gegenstände gegen einfache Wegnahme zu sichern. Ich habe so etwas für meine erlaubnisfreien Waffen. Aber Sicherheit vor Einbrechern bieten diese dünnwandigen, leichten Dinger nur wenig.

Wer Wertsachen daheim richtig sicher aufbewahren möchte, benötigt einen schweren, fest installierten Tresor. Solche kosten ab 800 Euro aufwärts.
Alles Billigere taugt meist nicht viel.

Richtig teure Uhrensammlungen gehören aber in einen ebenfalls richtig guten Safe. Viele Sammler tun ihre Uhren in ein Bankschließfach. Da sind sie sicher.
Auch wenn es jetzt in Gelsenkirchen zu einem Einbruch in die Schließfachanlage einer Sparkasse kam, muss man doch sagen, dass solche spektakulären Einzelaktionen nicht gegen die grundsätzliche Sicherheit von Bankschließfächern sprechen.

Du kannst natürlich auch versuchen, Deine wertvolle Uhrensammlung gut zu verstecken. Aber ich weiß aus meiner beruflichen Erfahrung (auf der richtigen Seite des Gesetzes), dass Kriminelle meist sehr genau wissen, wo sie suchen müssen. Es gibt kein Versteck, das sie nicht finden, wenn sie nur lange genug Zeit haben, zu suchen. Du müsstest also ein wirklich sehr gutes und cleveres Versteck haben, damit das funktioniert.

Versicherung / Dokumentation

Gerade bei wertvollen Uhren gilt:

  • * mache Fotos der Sammlung
  • * Seriennummern notieren
  • * bewahre Kaufbelege auf
  • * Versicherung prüfen (Hausrat oft begrenzt!)
  • * bewahre die Unterlagen an einem anderen Ort als Deine Uhren auf

Fazit

Du musst kein Geld ausgeben. Die Uhren in ein weiches Tuch einwickeln und in einem Karton aufbewahren, ist völlig okay.
Ansonsten sind gute Uhrenboxen keine teure Angelegenheit. Für Automatikuhren kann ein Uhrenbeweger gut sein.
Es ist also nicht schwer, seine Uhrensammlung ordentlich aufzubewahren.

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