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Spitze Feder

Von Bajuwaren und Tataren

Ein bayerischer Mann isst eine Wurst

Die Bajuwaren erschienen erstmals Mitte des 6. Jahrhunderts nach Christi Geburt auf der Bildfläche. Ob dies damals in einem Kodex urkundlich erwähnt wurde, ist nicht überliefern.

Es spielt aber auch keine Weißwurst. Die Bajuwaren waren jedenfalls in damaligen Zeiten schon ein grimmiges, bis grobschlächtiges Volk, das Tradition und Brauchtum mit Radi, Enzianflaschen und Maßkrügen gegenüber allen Neuerungen verteidigte. Am 1. Januar anno 1806, gründeten die Bajuwaren das Königreich Bayern. Von nun an nannten sich die grimmigen, grobschlächtigen Dickschädel, Bayern…wie auch die grimmige, grobschlächtige, dickschädelige Region, die sie seither bewohnen.

Seit dem Dahinscheiden seiner hochwohlgeborenen Mayonnaise, Ludwig Leopold Joseph Maria Aloys Alfred, alias Ludwig III., dem letzten König von Bayern, ist die royale Grandezza allerdings ziemlich verblasst. Denn das einst so stolze Königreich, ist heute lediglich eines von 16 Bundesländern einer Republik, die die Bayern mit viel Argwohn betrachten. Und deshalb verteidigen die grimmigen, bis grobschlächtigen Einwohner, die überlieferten Traditionen und ihr Brauchtum auch bis auf den heutigen Tag mit Radi, Enzianflaschen und Maßkrügen. Aber das sagte ich ja bereits.
Insbesondere dann, wenn diese Neuerungen, mit dem zutiefst unkatholischen, sitten- und anstandslosen, preußischen Laissez-faire aus dem abgrundtief verhassten Berlin einhergehen und drohen, die gewachsene kulturelle Autonomie der geliebten weiß-blauen Heimat, in Frage zu stellen. Da geht der kernige Lederhosen-Quadratschädel in Trachtenjacke und akkurat gewichstem Haferlschuh auf die Barrikaden.

Und das aus gutem Grunde! Seit nämlich die Regierung im fernen Berlin das Sagen darüber hat, was in der von den Bayern mit Argwohn betrachteten Republik, rechtens ist, müssen die kernigen Lederhosen-Quadratschädel ständig ausloten, was anhand des föderalen Systems von ihren Traditionen und ihrem Brauchtum noch übrigbleibt, oder welche ihrer Traditionen und Brauchtümer mit dem übergeordneten Bundesrecht kollidieren.

Just so geschehen, bei der Cannabis-Teillegalisierung, die in einem himmelschreiend ungerechten Tatarenstreich allen 16 Bundesländern aufoktroyiert wurde. Da konnte selbst Markus Thomas Theodor Söder, der geistige Ur-Ur-Enkel seiner hochwohlgeborenen Mayonnaise, Ludwig Leopold Joseph Maria Aloys Alfred, alias König Ludwig III. nix machen. Bundesrecht bricht nämlich Landesrecht!

kentern

Neulich auf der sächsischen Elbe

Dieser himmelschreiend ungerechte Tatarenstreich zeichnete sich schon vor vielen Jahrzehnten ab, als ein Horde langhaariger, ungepflegter, linksradikaler Faulenzer, eine Partei gründeten, die sich in einem langen Marsch durch die Institutionen, peu á peu Regierungsverantwortungen erschlich. Zuerst im Lande der Bembel-Germanen, in dem ein gewisser Joseph Martin „Joschka“ Fischer, seines Zeichens emeritierter Molotow-Cocktail-Werfer aus der linksautonomen Chaoten-Szene in Frankfurt, zum hessischen Staatsminister für Umwelt und Energie vereidigt wurde…in Turnschuhen!!!

Schon damals hätte erkennen können, wer hätte erkennen wollen, dass diese Grünen nichts Gutes im Schillum führten. Heuer haben wir den Wurstsalat, wie man in Bayern zu sagen pflegt. Es stellte sich nämlich nun heraus, dass das subversive, politische Engagement der Grünen, einzig dem Zweck diente, eine diabolische Droge in die Legalität zu überführen, um ein ganzes Volk zu albern kichernden Zombies zu machen.

Da, wie bereits erwähnt, Bundesrecht nun mal Landesrecht bricht und deshalb auch die Bayern, Teenies, die mit einem halben Gramm Bubatz ertappt werden, ab dem 1. April, nicht mehr, wie früher, in verschärfte Isolationshaft sperren dürfen, sah sich der Söder Markus, gezwungen, vor seinen grimmigen, bis grobschlächtigen Untertanen irgendein Exempel zu gratulieren, oder wie das heißt. Quasi ein urbayrisches Verbot, gegen das die arroganten Preussen in Berlin keine Handhabe…oder so ähnlich.

Gesagt, vertan: Dem Söder Markus war nämlich aufgefallen, dass ganze Heerscharen von links-grün-versifften, mülltrennenden Tataren auf Lastenrädern mit Regenbogen-Lackierung, ihren Namen tanzten und das christliche Abendland mit einer elenden, gar widerwärtigen Verglimpfung der deutschen Sprache zu überrennen drohten.

Diese preußischen Schwuchteln redeten und schrieben plötzlich von Student*:Innen, Beamt*:Innen, Lehrer*:Innen, und, und, und. Und sie begründeten diese Übeltaten wider die deutsche Sprache, mit der Gleichstellung von Mann und Frau, wo doch jeder aufrechte, bayrische Christenmensch, der die Bibel und die fehlende Rippe beim Manne kennt, weiß, dass dies ein Schmarrn ist. Deshalb sagt der Söder Markus in seinen Reden in den Bierzelten vor dem sturzbetrunkenen Auditorium ja auch immer wieder „Meine lieben Freunde“, und er weiß, dass seine Anhänger selbst dann noch wissen, dass er damit auch die Frauen meint, wenn sie unter den Bierbänken in ihrem Erbrochenen liegen und „mia san mia“ lallen…also die Anhänger, nicht die Frauen. Wobei…?

Jedenfalls hat der Söder Markus jetzt verfügt, dass in bayrischen Amtsstuben, in bayrischen Schulen und in bayrischen Universitäten, diese elende, widerwärtige Verglimpfung der deutschen Sprache verboten ist, weil die bayrischen Ordnungshüter, wegen dem erbrochenen Bundesrecht, ab dem 1. April, Teenies mit einem halben Gramm Bubatz, ja nicht mehr in verschärfte Isolationshaft sperren dürfen. Gegen das Genderverbot im Freistaat Bayern, haben die arroganten Preußen in Berlin nämlich keine Handhabe, und so hat der Söder Markus denen mal wieder bewiesen, wo der Bartel das Weißbier holt!

Übrigens: Auch in Hessen macht der Söder Markus, der dort Boris Rein heißt, jetzt von sich reden und reinen Tisch. Denn der verbietet ebenfalls das Gendern in den hessischen Amtsstuben, in den hessischen Schulen und in den hessischen Universitäten. Warum er das tut, oder wogegen er damit protestiert, weiß man nicht so genau. Denn bei den Bembel-Germanen betrachtete man die Sachen mit dem Cannabis schon lange eher leger.

Bildquellen

  • neulich: Peter Wilhelm ki
  • bayer: Peter Wilhelm ki

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Spitze Feder – Spitze Zunge

Diese Kolumne schreibt vorwiegend Peter Grohmüller seine Gedanken zur Welt und dem Geschehen unserer Zeit auf.
Seine fein geschliffenen „Ergüsse“ – wie er selbst sie nennt – erfreuen sich großer Beliebtheit.

Hin und wieder erscheinen in dieser Kolumne auch Beiträge anderer Autoren, die dann jeweils entsprechend genannt werden.

Die Texte sind Satire, Kommentare und Kolumnen. Es handelt sich um persönliche, freie Meinungsäußerung.

Für die Texte ist der jeweilige Autor verantwortlich.

Lesezeit ca.: 6 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: 1. April 2024 | Peter Grohmüller 1. April 2024

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