Start ServiceWüste Neulich in der Apotheke – Der ganz normale Wahnsinn
  • Neulich in der Apotheke – Der ganz normale Wahnsinn

    Ich: Guten Tag, ich hätte gerne Maaloxan.

    Apothekerin: Kein Problem, möchten Sie das in Tablettenform?

    Ich: Nein, ich bringe es für jemanden mit, diese Person wünscht sich diese Gel-Tütchen.

    Apothekerin: Wenn Sie Magenprobleme haben, sollten Sie das einmal untersuchen lassen.

    Ich: Ich bringe das für jemanden mit.

    Apothekerin: Sowas hat immer seine Ursache, das müssen Sie wissen.

    Ich: Ich besorge das nur für jemanden.

    Apothekerin: Zu viel Kaffee ist übrigens nicht gesund.

    Ich: Wie gesagt, ich besorge das im Auftrag.

    Apothekerin: Das mit dem Kaffee wird aber oft sehr unterschätzt.

    Ich: Wie ich schon sagte, ich besorge das nur.

    Apothekerin: Trinken Sie viel Weißwein? Das ist nicht gut für den Magen!


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    Ich: Das Maaloxan ist _nicht_ für mich!

    Apothekerin: Auch Fisch kann mal zu Problemen führen. Essen Sie mehr als ein Kilo Fisch am Tag?

    Ich: DAS IST NICHT F Ü R M I C H !

    Apothekerin: Bei fettem Essen sind Magenbeschwerden keine Seltenheit!

    Ich: ES – IST – NICHT – FÜR – MICH – SONDERN – FÜR – JEMAND – ANDEREN!

    Apotherkerin: Vor allem Kaffee und Fisch zusammen, und dann noch hastig gegessen …

    Ich: ICH BESORGE ES NUR!!!

    Apothekerin: Für Ihre Magenprobleme ist es noch nicht zu spät…

    Ich: HABEN SIE AUCH WAS GEGEN HOHEN BLUTDRUCK???

    Apothekerin: Eben wollten Sie noch Maaloxan! Sind Sie sicher, dass Sie nicht einen Arzt konsultieren sollten?

    Ich: !$&?§#%*

    Die Dame hat mir das Maaloxan dann doch noch verkauft. Ich weiss nicht, ob Sie mir je glauben wird, dass das Magenzeug nicht für mich war.
    Seitdem ich mit dem autogenen Training angefangen habe, sehe ich das jedenfalls alles viel gelassener.


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    10 Kommentare

    1. turtle of doom

      4. Juni 2015 at 10:44

      Tja, Apotheker haben die Pflicht, Konsumenten aufzuklären. Sie können es nicht riechen, ob jemand schon mit gewissen Medikamenten Erfahrung hat. Das sture „Ich besorge das im Auftrag“ kann für einen Apotheker ein Zeichen sein dafür, dass der Käufer der tatsächliche Konsument ist und ein Problemchen mit Medikamenten-Missbrauch hat.

      Auch rezeptfreie Mittel können zu einer drastischen Abhängigkeit führen. Nimm mal 2 x 500 mg Dafalgan täglich – wirklich täglich – und das Hirn verschiebt in einem Lernprozess die Schmerzgrenze nach unten, weil ja keine Schmerzreize mehr eintreffen. Wird dann das Dafalgan plötzlich abgesetzt, spürt man Schmerzen, gegen die man sofort wieder… Dafalgan nehmen muss. Obwohl eigentlich nichts wehtut.

      Mit Antazida wie Maaloxan kann man sich schön den Magen ruinieren, wenn etwas ernsthaftes vorliegt. Darum die manchmal penetrante Nachfrage.

      Natürlich hätte die Apothekerin besser zuhören können. Ob sie vorher gerade einen echten Unsympathen als Kunden oder Kundin hatte?

      Meiner Erfahrung nach gibts eine ganze Bandbreite an professionellem Verhalten.

      Ich frage den Arzt um ein Rezept für ein Schmerzmittel mit ziemlichem Missbrauchspotenzial. Einzige Frage: „Wissen Sie, wie man es anwendet?“

      Klar, ich konnte das, was ich auf kompendium.ch gelesen hatte, aus dem Effeff aufsagen. Er war überzeugt und gab mir das Rezept.

      Ich kaufe in der Apotheke Ibuprofen: „Wissen Sie, wie man es anwendet?“

      Antwort

    2. Peter Grohmüller

      4. Juni 2015 at 18:36

      Hallo Frank,

      also mit übersäuertem Magen sollte man nicht spaßen. Da kann ich der netten Dame im Weißkittel nur beipflichten. Chili ist übrigens auch ganz schlecht. Und Faber-Sekt geht gar nicht 🙂
      Warum die Apothekerin darauf nicht hingewiesen hat? Wobei Kaffee und Fisch? Eine skurrile Mischung. Vielleicht ist die Dame in einer Sekte.

      By the way: empfehle der säuerlichen Person mal den Film „die Akte Aluminium“ und statt einem Antacidum besser einen Teelöffel Kondensmilch. Das tut es auch und ist billiger.

      Antwort

    3. Josef

      9. Juni 2015 at 15:52

      Ich habe mal für eine Bekannte ein stärkeres Beruhigungsmittel geholt, die Bedienung tat so als ob ich mir Drogen beschaffen wollte! Und der forschende Blick, als ob sie dachte, ich wäre frisch aus der Klappsmühle! Hatte echt Panik, das sie den weißen Kastenwagen anruft.
      Meiner Bekannten habe ich jetzt gesagt, das sie sich wenn es eben möglich ist, das Zeug selbst holen muß!!
      Lg Josef

      Antwort

      • turtle of doom

        9. Juni 2015 at 16:03

        Wie ich oben etwas langfädig schrieb – „Nein, es ist nicht für mich!“ ist ein Zeichen für den Apotheker, dass hier Medikamentenmissbrauch vorliegen könnte. Und das wurde mir auch von einer befreundeten Apothekerin auch bestätigt.

        Ein anderes solches Alarmsignal ist „Rufen Sie doch meine Tante an, hier ist die Nummer, die kann Ihnen bestätigen, dass ich das Medikament für sie kaufe!“. Ätsch, darauf fällt ein guter Apotheker nicht rein.

        Besser wäre etwa ein kurzes Begleitschreiben oder eine Notiz des Arztes oder seiner Praxisassistentin, dass Sie ihm/ihr bekannt sind und dass sie das Medikament besorgen. Dann kann die Apotheke im Zweifelsfall bei einer Rufnummer, die auch wirklich zu einer Arztpraxis gehört, nachfragen.

        Oder Sie besorgen das erste das erste Mal das Medikament zusammen mit dem Patient/der Patientin, und der Apotheker kann im Dossier einen Vermerk anlegen, wer für den Patient das Zeugs abholen kommt.

        Das alles klappt natürlich nicht, wenn man in einer Apotheke jeweils nur einmal aufkreuzt, worauf gar kein Vertrauensverhältnis entstehen kann…

        Antwort

        • Peter Wilhelm

          9. Juni 2015 at 18:54

          Liebe Schildkröte,
          ich weiß um die möglichen Probleme mit Alu und Paracetamol usw.
          Ich akzeptiere auch, daß Apotheker durchaus mehr sind als reine Packungsverkäufer.
          Aber wenn ein gestandener Mann in ordentlicher Kleidung versichert, daß ein frei verkäufliches Medikament nicht für ihn ist, muß es dann aber auch wieder gut sein mit der persönlichen Ursachenforschung und Beratung.
          Es ging ja nicht um Methadon oder Schlafmittel, sondern „nur“ um Maaloxan.

          Antwort

          • turtle of doom

            10. Juni 2015 at 07:21

            Auch mit Maaloxan kann man sich schön die Gesundheit verderben… man stelle sich diesen „gestandenen Mann in ordentlicher Kleidung“ vor, der aus lauter Verliebtheit in seinen 12-Stunden-Tag gar keine freie Minute findet, um mit seinem Arzt über seine länger bestehenden Magenprobleme zu reden.

            Und wie vorhin gesagt – ein wiederholtes und bekräftigtes „Nein, es ist nicht für mich“ kann für einen Apotheker danach klingen, dass der Kunde Missbrauch betreiben will. Wenn man auf das misstrauische Nachfragen oder auf Belehrungen des Apothekers stösst – warum schafft man nicht Vertrauen, indem man klipp und klar die Beschwerden des eigentlichen Empfängers schildert, oder sogar angibt, wem man die Heilmittel zukommen lässt?

            Natürlich kann man sich bei jeder Kommunikation missverstehen. Ich fühle mich auch düpiert, wenn ich bei Ibu nach „Wissen Sie, wie man es anwendet?“ gefragt werde – aber damit, dass Misstrauen und Nachfragen nicht selten unverdient ist, muss ich leben.

            Abführmittel oder Nasensprays sind etwa auch nicht mit Methadon oder Schlafmittel verwandt, aber Mittel mit sehr unangenehmem Abhängigkeitspotenzial sind sie trotzdem.

            Nicht zuletzt wissen gerade Apotheker, dass Drogenabhängige und Medikamenten-Missbraucher nicht selten gestandene Männer oder Frauen in ordentlicher Kleidung sind…

            Antwort

    4. Uli

      12. August 2015 at 16:20

      Nett ausgedacht, Herr Wilhelm. Wie auch Ihre Geschichten im Bestatterweblog.

      Antwort

      • Peter Wilhelm

        13. August 2015 at 12:12

        Du hast offenbar nicht einmal kapiert, daß diese Geschichte gar nicht von mir ist.
        Wie arm!

        Antwort

        • Uli

          13. August 2015 at 14:34

          Oha! Okay, der Punkt geht an Sie.

          Das kommt davon, wenn man davon ausgeht, dass der Blogbetreiber selbst schreibt und keine fremden, erfundenen Geschichten braucht, um Inhalt zu generieren.

          Nächstesmal pass‘ ich besser auf, versprochen.

          Antwort

          • Peter Wilhelm

            13. August 2015 at 16:49

            Es wird nicht besser mit dieser Schmähkritik. Die Geschichte hat sich so zugetragen.
            Herr Mischkowski hat sie so erlebt und ich war dabei.
            Hinterher überlegten wir uns, wer von uns beiden sie schreiben möchte und diesmal hat es Herr Mischkowski gemacht.

            Daß das Dreibeinblog mein Kind ist, das ist wohl wahr, aber daß es hier mehrere Autoren gibt, die übrigens alle namentlich zeichnen und mit Bild unterm Artikel vorgestellt werden, kann jeder spielend leicht oben im Menü sehen, da gibt es neben „Startseite“, „Impressum“ usw. auch den Punkt „Autoren“. Ist gar nicht so schwer.

            Antwort

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