Mandela-Effekt – Der erfundene kollektive Wahnsinn

Der Mandela-Effekt soll einen kollektiven Irrglauben beschreiben. Die Bezeichnung geht auf Fiona Broome zurück, die fest davon überzeugt war, Nelson Mandela sei bereits in den 1980er-Jahren im Gefängnis verstorben. Tatsächlich starb er aber hochbetagt am 05. Dezember 2013. Fiona Broome fiel auf, dass auch viele andere Menschen falsche Erinnerungen an den Tod des südafrikanischen Freiheitskämpfers hatten. Die Diskussion über kollektive falsche Erinnerungen ist seitdem überall im Internet zu finden.

Viele Menschen erinnern sich auf die gleiche Weise an falsche Dinge. Eine Studie sucht wissenschaftliche Erklärungen für diesen Mandela-Effekt.

Der Monopoly-Mann trägt ein Monokel, Darth Vader sagt in der „Star Wars – Episode V“ den berühmten Satz “Luke, ich bin dein Vater” und das Pokémon Pikachu hat einen schwarzen Streifen an seinem Schwanz. Ja klar, denken die meisten – stimmt aber leider nicht. Auch das abschließende “…of the world”, das wir alle am Ende von We are the Champions schmettern, kommt in der Originalversion der Queen-Hymne nie vor. Dass Menschen falsche Erinnerungen teilen, wird auch Mandela-Effekt genannt.
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Als berühmtesten Beweis für die kollektiven Irrungen, denen wir angeblich unterliegen sollen, wird immer wieder der Monopoly-Mann angeführt. Das kleine, dickliche Männlein, das einen Kapitalisten aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts verkörpern soll, ist auf dem Monopoly-Spiel abgebildet. Im Rahmen des Internetgelabers über den „Mandela-Effekt“ wird nun gesagt, die Menschen würden glauben, dieses Männlein trage ein Monokel. Das sei aber falsch. Hmmm, wenn Du mich gefragt hättest, so hätte ich auf die Frage: „Trägt das Monopoly-Männlein ein Monokel?“ ganz sicher mit JA geantwortet.

Unterliege auch ich der kollektiven Täuschung?

Nein.

Denn das Monopoly-Männchen wird mal mit und mal ohne Monokel dargestellt:

Lukas hat darüber sogar ein kleines YouTube-Filmchen gemacht:

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Angeblich, so wollen uns die Honks weis machen, wir alle würden einer kollektiven Mandela-Täuschung unterliegen, wenn wir glauben, Freddy Mercury würde am Ende der Liedzeile „We are the Champions“ nicht „of the wolrd“ singen.

Auch das abschließende “…of the world”, das wir alle am Ende von We are the Champions schmettern, kommt in der Originalversion der Queen-Hymne nie vor.
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Doch auch das ist Blödsinn, wie jeder hier selbst nachhören und sehen kann:

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Und wer sich Star Wars anschaut, der wird selbstverständlich hören, dass Darth Vader sagt: „I’m you father“. Spitzfindige werden nun sagen, dass der Name Luke fehlt, denn das angebliche „Mandela-Zitat“ gehe ja so: „Luke, I’m your father“. Aber dem stellen Cineasten entgegen, dass Darth Vader in dieser Szene fast jeden Satz mit „Luke“ beginnt. Das ist wohl auch bei dem berühmten Zitat so, dass ein längerer Satz mit „Luke“ beginnt, und schlussendlich mit „I’m your father“ endet.

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Gerne wird auch die Pokemon-Figur Pikachu als ein Beispiel für den Mandela-Effekt herangezogen. Angeblich würden die Menschen fälschlicherweise annehmen, Pikachu habe einen schwarzen Streifen am Schwanz, was aber nicht stimmt. Es stimmt aber auch nicht, dass die Leute das glauben. Man muss nur „Pikachu drawing“ in Google eingeben und bekommt hunderte Suchergebnisse von privaten Zeichnungen von Pikachu. Und seltsamerweise zeichnet niemand auf der ganzen Welt den (oder das?) Pokemon mit einem schwarzen Schwanzstreifen:

Natürlich sind auch die jugendlichen Allesvermarkter bei YouTube auf diesen Zug aufgesprungen. In folgendem Video erklärt eine Tante, welchen „Lügen“ sie schon „ihr ganzes Leben“ aufgesessen ist. Sie kaut natürlich das bereits Bekannte nach:

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Zum Barbie Girl von Aqua kann man einfach nur sagen, dass die Sängerin das „the“ so weich und melodisch singt, dass man auch bei mehrmaligem Hinhören eher ein „a“ hört und kein „the“:

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Und wenn, dann wäre dieser Radioverhörer eher zum „Anneliese Braun-Effekt“ zu zählen.

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(©co-si)

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