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Ladezeiten optimieren

Ladezeiten optimieren

Untersuchungen haben ergeben, daß der durchschnittliche Internetbenutzer höchstens 5 Sekunden wartet, bis sich eine Webseite aufgebaut hat. Bleibt die Ladeanzeige zu lange sichtbar, ohne das auf der Seite Inhalte erscheinen, klicken die Internetbenutzer häufig weg und verzichten auf den Besuch der Seite.

Gerade bei Weblogs ist zu beobachten, daß sehr lange Ladezeiten der Frontseite entstehen können, die somit zahlreiche Besucher abschrecken. Sicher, ein sogenannter Stammbesucher wird sich nicht verschrecken lassen, aber man will doch schließlich auch, daß neue Leute kommen und die Besucherzahl allmählich ansteigt.

Wodurch werden die Ladezeiten verursacht?

Ladezeiten optimierenLadezeiten optimieren

1. Dynamischer Seitenaufbau
Dazu muß man sich Gedanken darüber machen, wie Weblogseiten im Speziellen und Webseiten im Allgemeinen dargestellt und aufgebaut werden. Eine herkömmliche Seite wird in der Regel in HTML erstellt worden sein. HTML ist eine Seiten- und Elementbeschreibungssprache, könnte man sagen. Im HTML-Code wird festgelegt, wie sich der Seitenersteller das fertige Produkt vorstellt. Dieser Code wird auf dem Server abgespeichert und vom Besucher beim Seitenaufruf heruntergeladen. Der Browser des Besuchers interpretiert dann den abgespeicherten Code und übersetzt ihn wieder in eine bunte Webseite zurück. Da alle Browser das ein bißchen anders machen, kommt es dazu, daß Webseiten in den verschiedenen Browsern und auf unterschiedlichen Rechnern durchaus völlig unterschiedlich aussehen können.
Dieses Herunterladen und Übersetzen verursacht schon zwei Ladezeitzyklen. Der eine Ladezeitzyklus hängt im Wesentlichen von der allgemeinen Internetanbindung und vom liefernden Server ab. Der zweite Zyklus vom verwendeten eigenen Rechner, der eigenen Internetgeschwindigkeit und natürlich vom verwendeten Browser. Schneller surft man i.d.R. mit dem Firefox-Internetbrowser.

Ein Weblog wird allerdings, im Gegensatz zu herkömmlichen Webseiten, dynamisch erstellt. Das bedeutet, daß auf dem Server zunächst nur das Grundgerüst der Blogseite vorliegt. Im Wesentlichen sind das die Teile, die wir als „Theme“ oder „Layout“ bezeichnen. Bei einem Seitenaufruf entscheidet die PHP-Software in Echtzeit, welche Inhalte dem Benutzer angezeigt werden sollen und baut die Seite aus diesen vorgefertigten Elementen zusammen. Sämtliche weiteren Inhalte, wie Texte, oft Bilder und Steuerlemente werden aus der MySQL-Datenbank nachgeladen. Zu diesen dynamischen Prozessen kommen dann noch die oben beschriebenen, für Standardseiten geltenden Ladezeiten hinzu.

Man sieht, daß „hinter den Kulissen“ eine ganze Menge passiert, bevor beim Benutzer überhaupt eine Webseite oder Weblogseite erscheinen kann.

2. Darstellung des Blogs
Jede Textzeile, jedes Bild und jede durch Plugins notwendig gewordenen Berechnungen benötigen ein kleines Quäntchen Zeit, die in der Summe mit dem unter 1. Beschriebenen die Gesamtladezeit der Weblogseite ausmachen. Besonders lange Blogfrontseiten, die auch noch voll mit Bildern sind verlängern die Ladezeiten erheblich.
Wie man das Blog selbst schneller machen kann, beschreibe ich weiter unten, man kann da nämlich eine Menge tun!

4. Externe Tools
Blogger lieben Dienste wie z.B. Gravatare, Wetteranzeigen, Zitate des Tages und vieles mehr, was das Lesen des Blogs lustiger, angenehmer, schöner oder bunter machen soll. Dabei geben sie aber die Hoheit über die Ladezeiten gerade in Bezug auf diese externen Aufrufe durch Plugins vollkommen aus der Hand. Man hat nämlich überhaupt keinen Einfluß darauf, wie lange diese fremden Dienste brauchen, um alle notwendigen Grafiken und Informationen zu übertragen. Die Ladezeiten, und das haben wir insbesondere bei den Gravataren immer wieder gesehen, können ganz schön in die „Knie gehen“.

Das Interessante an diesen Überlegungen ist, daß der einzelne Blogger, der sein eigenes Blog betrachtet, von diesen Dingen oft überhaupt nichts bemerkt. Bei ihm und zum Teil auch bei seinen Stammbesuchern erscheint das Blog ruckzuck, was im Wesentlichen daran liegt, das viele Elemente im Cache des eigenen Rechners schon vorhanden sind und beim erneuten Aufruf der Seite gar nicht mehr geladen werden müssen.

Den Unterschied kann man sehr leicht selbst feststellen, indem man seine Seite einmal auf einem Rechner oder mit einem Browser aufruft, mit dem man sie Seite noch nie besucht hat. Man wird staunen, wie lange der Browser braucht, um die Seite darzustellen. Alternativ kann man auch mal das Cache des Browsers und die „temporären Internetdateien“ löschen.

Wir wollen nicht aus den Augen verlieren, daß wir mit diesen Optimierungsmaßnahmen vor allem etwas für den mehr oder weniger zufälligen oder neuen Besucher tun wollen, der nicht durch lange Ladezeiten abgeschreckt werden soll.

Was also kann man tun, um die Ladezeiten zu optimieren?

1. Statische Frontseite
Das Einfachste wäre es, wenn man eine statische Frontseite verwendet. Die neuen WordPress-Versionen bieten diese Möglichkeit. (Ab 2.0 mit dem Plugin „static frontpage“ und ab 2.1 sogar mit einer eingebauten Funktion.)
Hierzu kreiert man unter „Seiten“ eine Begrüßungsseite ganz im Layout des gesamten Blogs mit einem freundlichen Text, einem kleinen Bild und verweist von dort auf die eigentliche Hauptseite des Blogs. Hält man diese statische Seite kurz und macht sie frei von unnötigen Pluginaufrufen etc., wird sie sehr schnell geladen werden können, egal wie umfangreich das Blog hintendran dann ist.

Viele Blogger werden die unter 1. beschriebene Methode aber nicht haben wollen. Denen bleibt nichts anderes übrig, als den folgenden Tips zu folgen:

2. Kurze Startseite
Die Frontseite sollte kurz gehalten werden! Es ist völlig unverständlich warum manche Blogger die langen Inhalte von 10 Tagen oder 40 Artikel usw. anzeigen lassen. Die „Surfer“ sind sowieso faul und scrollen genausowenig gerne, wie sie vor- und zurückklicken. Aus diesem Betrachtungswinkel macht es für den Besucher keinen Unterschied, ob er nur runterscrollen muß, um weitere Inhalte zu lesen, oder ob er nach 4-8 Artikeln den „earlier posts“-Link anklicken muß. Es kommt nämlich im Wesentlichen darauf an, wie interessant die Inhalte sind, wenn es darum geht, ob der Besucher bleibt, scrollt und klickt.

3. Kurze Artikel
Wordpress beispielsweise ist eigentlich so programmiert, daß es statt des ganzen Artikels nur eine kurze Vorschau auf den Artikel darstellt. Man sieht das z.B. oft auf den Archivseiten. Diese Textauszüge (Excerpt) generiert WordPress vollautomatisch. Jedoch ist diese Funktionalität standarmäßig bei den meisten Themes abgeschaltet, weil es sich unter Bloggern als individuelles Gestaltungsmerkmal eher etabliert hat, mittels des „more“-Tags selbst darüber zu entscheiden, was auf der Frontseite angezeigt wird.
Behalten wir das weiter oben Gesagte im Auge: Je weniger auf der Startseite dargestellt werden muß, umso schneller lädt das ganze „Blog“!
Also empfiehlt es sich, nur einige Textzeilen jedes Artikels auf der Frontseite anzuzeigen und dann einen „more“- oder „weiterlesen“-Link einzufügen, hinter dem sich die ganze Fülle an Informationen und die meisten Bilder verstecken.
Macht man das konsequent, werden sich die Ladezeiten dramatisch verbessern!

4. Bilder optimieren
Das Web lebt von Bildern. Ein Weblog ganz ohne Bilder kann sehr schnell langweilig werden.
Je größer die Bilder sind und je unbedachter sie eingesetzt werden, umso größer ist aber auch die Datenlast, die bei jedem Seitenaufruf übertragen werden muß.
Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, würde ich auf alle Möglichkeiten der Bildoptimierung eingehen. Deshalb nur die wichtigsten Regeln:
a) Bilder niemals größer hochladen, als man sie anzeigen möchte!
Was und wem nutzt es, wenn man ein Bild mit 1400 * 1200 Pixeln auf den Server lädt und es dann mittels „heigth“ und „width“ viel kleiner darstellt. „heigth“ und „width“ sind Browseranweisungen, was bedeutet, daß immer das volle große Bild übertragen wird und nur vom empfangenden Browser kleiner dargestellt wird. Benötigt man ein Bild in 300 * 400 Pixel Größe, dann lädt man auch ein Bild in genau dieser Größe hoch.
b) Bildoptimierung verwenden
Das gleiche Bild kann bei ähnlichen Darstellungsmerkmalen 347 Kilobyte groß sein, aber auch nur 30 kb oder gar nur 9,3 KB groß sein. Jede halbwegs brauchbare Bildbearbeitungssoftware bietet die Möglichkeit, Bilder für das Web zu optimieren. Das sollte man unbedingt nutzen! Man wird erstaunt sein, wie klein die Bilder werden, wenn man sie in ein passendes Format wandelt. Am besten geeignet sind Programme, die das Bild in mehreren Ansichten nebeneinander stellen. Bei der einen wählt man beispielsweise JPG mit 50% Qualitätsverlust, bei der anderen evtl. das GIF-Format mit 128 statt 256 Farben und vergleicht dann. Mit etwas Herumprobieren wird man sehr schnell ein Gefühl dafür bekommen, was noch eben gut genug aussieht und dabei doch sehr klein von der Datenmenge her ist.
Mit dieser Maßnahme lassen sich wahnsinnige Geschwindigkeitsverbesserungen erzielen! Das gilt im Übrigen nicht nur für Bilder, die man als Illustrationen ins Weblog stellen will, sondern auch für die ganzen übrigen grafischen Elemente, etwa die Header-Grafik, Klickbuttons usw.

5. Vorschaubilder verwenden!
Wordpress beispielsweise bietet die Möglichkeit, zuerst nur ein kleineres Thumbnail-Bild anzeigen zu lassen, das sich erst dann zu voller Pracht und Größe entfaltet, wenn man es anklickt.
Hierzu muß ich nicht viel sagen, sondern kann nur empfehlen, hiervon so oft wie möglich Gebrauch zu machen.
Je weniger Daten beim Seitenaufruf übertragen werden müssen, umso schneller lädt die Blogseite! Und eins ist klar: Kleinere Bilder werden schneller übertragen.

6. Bildervorschauen verwenden
Es gibt mehrere Möglichkeiten, Bilder zunächst zu verstecken und den Besucher mit einer Bildervorschau bei Laune zu halten. Die einfachste Möglichkeit habe ich einen Punkt weiter oben schon einmal angerissen: Thumbnails verwenden, die sich erst beim Anklicken aufblasen.
Aber man kann noch mehr tun!
Man kann auf der Hauptseite nur ein sehr kleines, exemplarisches Bild anzeigen lassen und alle weiteren Bilder, meinetwegen sogar in voller Pracht und Größe hinter dem „more“-Link anzeigen lassen. Ist der Besucher nämlich erst einmal ans Blog gefesselt, weil ihm die Inhalte gefallen, wartet er auch gerne, bis sich die Bilder aufgebaut haben. Das gilt umso mehr, wenn er vorher selbst aktiv durch einen „weiter“-Klick den Ladevorgang ausgelöst hat.
Also: Ein kurzer Text als Appetitanreger, ein kleines Bild als Vorschau und dann ein interessanter und neugierig machender Satz vor dem „more“-Link. Das reicht!
Desweiteren habe ich unlängst beschrieben, wie man Bilder komplett auslagern kann. Hierzu kann man Dienste wie Flickr oder Google-Webalben verwenden. Von einer schönen Bilderserie liegt nur noch ein Thumbnail auf der eigenen Präsenz und wird im Weblog auf der Frontseite angezeigt. Nach dem „more“-Link kommt dann mehr. im Gegensatz zu der Methode die ich eingangs dieses Absatzes beschrieb, zeigt man aber wiederum nur ein etwas größeres Vorschaubild das beim Anklicken das Google-Webalbum aufruft, wo der Besucher dann theoretisch in hunderten von Bildern blättern und stöbern kann. Man überlege sich mal, was das auch an Speicherplatz und Ladezeiten bedeuten würde!

7. Unnötige Plugins und Funktionen vermeiden!
Jedes Plugin und jede Funktion, die einen externen Dienst aufruft, verbraucht Kapazität und verlängert die Ladezeiten. Ein paar Millisekunden braucht die Anzeige des aktuellen Wetters, ein paar Sekunden brauchen die „Zitate des Tages“, ein paar Sekunden braucht das lange Flickr-Album usw.
Das alles summiert sich enorm! Also sollte man sich immer überlegen, ob man das wirklich braucht. Hat man das eingesetzt, um den Besuchern einen echten Mehrwert zu bieten, oder nutzt man es nur, weil es bunt aussieht oder gar weil es gerade alle nutzen?
Wenn man sich hier einerseits auf das Notwendigste beschränkt und Unnötiges evtl. auf andere Seiten verschiebt, die nicht sofort angezeigt werden, kann man sehr viel Ladezeit sparen.
Viele Blogger nutzen zahlreiche bunte Buttons wie diesen hier:

erwanap.gif

Damit wollen sie auf bestimmte Funktionen, Anbindungen oder eine gewisse Gesinnung hinweisen.
Was viele aber nicht wissen, ist daß diese Bildchen zumeist von fremden Präsenzen nachgeladen werden müssen! Meistens findet man diese Buttons auf den Seiten diverser Diensteanbieter und möchte auf der eigenen Seite darauf hinweisen, daß man mit diesem Dienst oder der liefernden Seite etwas zu tun hat. Dann kopiert man einen Codeschnipsel, der den Button darstellt, bedenkenlos auf die eigene Seite. Schaut man sich den Code aber näher an, erkennt man schnell, daß auch das eigentliche Bild bei jedem neuen Aufruf immer irgendwoher, vielleicht aus Amerika, nachgeladen werden muß. Das kann man vermeiden, indem man das Bildchen einmal rechtsklickt, auf der eigenen Festplatte abspeichert (evtl. noch vom Datenvolumen verkleinert), dann auf die eigene Präsenz hochlädt und den Aufruf im Codeschnipsel von beispielsweise http://www.irgendwo.com/images/buttons.gif auf http://eigenesblog.de/images/button1.gif umlegt.

Das oben Gesagte gilt auch für Counter- und Statistik-Dienste! Jeder externe Aufruf kostet Ladezeiten. Deshalb nur solche Codeschnipsel einbauen, die man auch wirklich braucht. Und nicht vergessen alte Schnipsel wieder zu entfernen!

8. Auf alles Unnötige verzichten!
Als Quintessenz aus allem bisher Gesagtem ziehen wir die Erkenntnis, daß jedweder fremde Aufruf auf der Frontseite des Blogs eine Verlängerung der Ladezeiten mit sich bringt. Ich beispielsweise habe alle Buttons von der Hauptseite verbannt und zeige unter „Links“ nur noch den Link „Buttons“ an, der auf eine eigene Seite verweist. Wir erinnern uns: Auf eine Aktion, die der Surfer selbst durch einen Klick ausgelöst hat, wartet er auch gerne etwas.
Jede Gurgel-Werbung, jedes Amazon-Bildchen, jedes Affilli-Werberpartner-Bild kostet Ladezeiten, also gilt es auch hier zu überlegen, ob man das immer und überall und vor allem auf der Startseite anzeigen muß.
Alle grafischen Elemente brauchen wesentlich länger zum Laden, als ein Text-Pendant. Ich habe z.B. im Moment zwei Sachen im Einsatz, die ich auf längere Sicht einer Überprüfung unterziehen werde.
Zum einen ist es das „Weiterlesen“-Bildchen und zum anderen sind es die Image-Headlines.
Ein reiner „Weiterlesen“-Text wird um Faktor 100 schneller dargestellt, als ein entsprechendes Bildchen. Daß wir diesen Unterschied kaum merken liegt nur daran, daß alles eben so fix geht. In der Summe aller Elemente kann so etwas aber schon eine Menge ausmachen! Die Imageheadlines, also die grafisch dargestellten Überschriften sind sher schön und ich würde ungern darauf verzichten.
Allerdings sind das auch relativ große Grafiken, die nicht nur Ladezeit benötigen, sondern auch den Server verstopfen. Wer das nicht glaubt, kann ja mal, falls er auch Imageheadlines verwendet, mit einem FTP-Programm das entsprechende Verzeichnis anschauen. Bei mir lagen da auf einmal 4.000 Grafiken! (Kleiner Tip am Rande: So alle paar Monate kann man die PNG oder GIF Dateien dort komplett löschen. Sie werden dann bei einem Aufruf zwar neu aufgebaut, aber man hat alten Müll entfernt und das können einige Megabyte sei!)

8a. Randomness vermeiden
random heißt zufällig. Viele Plugins setzen auf den Zufallsfaktor und werden gerne eingesetzt, um Abwechslung ins Blog zu bringen. Dabei wird aber oft übersehen, daß hierfür Dutzende teils sehr große Dateien benötigt werden, die dann zufallsgesteuert angezeigt werden.
Bringt es wirklich einen Mehrwert, wenn man seinen Besuchern bei jedem Seitenaufruf eine andere Headergrafik anbietet? Bei reinen Fotoblogs mag das ja noch okay sein, aber bei einem normalen Blog finde ich persönlich es viel schöner, wenn der Blogger alle paar Wochen mal das Bild wechselt, dann beachte ich die Veränderung auch. Irgendetwas, was sowieso ständig wechselt, guckt kein Mensch wirklich an.

8b. Themes und Layouts
Die meisten Blogsysteme glänzen dadurch, daß man sich eines von tausenden von Themes aussuchen kann. Viele Themes glänzen aber vor allem dadurch, daß sie sehr große Grafiken verwenden. Das sieht zwar schön aus, hat aber alle unangenehmen Begleiterscheinungen, die ich hier bereits beschrieben habe. Abhilfe kann man folgendermaßen schaffen:
Entweder man sucht sich ein Layout aus, daß mit so wenig Grafiken wie möglich auskommt oder man optimiert es. Hierbei schaut man sich einmal das Images-Verzeichnis dieses Themes an. Bei WordPress liegt das meist unter wp-content/themes/themename/images.
Die Grafiken lädt man mit einem FTP-Programm auf seinen eigenen Rechner und öffnet sie in einem Bildbearbeitungsprogramm wie zum Beispiel Photoshop.
Dann unterzieht man sie einer genaueren Analyse, um sie anschließend zu optimieren. Da kann schon das Abspeichern in einem geeigneteren Format sehr viel bringen. Allein wenn ich eine JPG- oder GIF-Datei in Photoshop öffne und mit dem Befehl „für Web speichern“ im gleichen Format wieder abspeichere, erziele ich oft Verkleinerungen, die unglaublich sind. Ändert man das Format und damit die Dateiendung (also GIF statt JPG z.B.) dann muss man in der Datei styles.css oder header.php des betreffenden Themes auch den entsprechenden Dateinamen ändern!

Viele Themes setzen Vollgrafiken von oft 1700*1000 Pixeln Größe als Hintergrund ein. Hier sollte man überlegen, ob es nicht auch ein reiner Farbhintergrund oder eine sehr kleine Datei tut. Das große Schreibblatt, auf dem das Dreibeinblog präsentiert wird, ist beispielsweise nur 20 Pixel hoch und wird einfach mehrmals wiederholt.

(Zum Thema Layout am Rande: Bitte, bitte versucht immer schwarz / dunkel auf weiß / hell zu schreiben! Das ist für die Augen wesentlich angenehmer, als gelb auf schwarz oder gar hellrosa-weiß auf rot. Dunkle Layouts sind zwar interessant, aber einfach scheiße zu lesen!)

9. Nach unten verschieben!
Hat man alles bisher Gesagte beherzigt, kann man seine Blogseite jetzt noch daraufhin untersuchen, ob bestimmte Elemente (etwa in der Sidebar) wirklich ganz oben angezeigt werden müssen.
Es ist seit jeher bei der Gestaltung von Webseiten ein ungeschriebenes Gesetz, daß unwichtigere Dinge, die eine längere Ladezeit benötigen, nach unten gehören.
Dann können sie sich in Ruhe aufbauen, während der Besucher oben schon gucken kann.

Ich könnte noch stundenlang weiterschreiben, aber fürs Erste soll das mal genügen.
Einen besonderen Augenmerk sollte man also darauf legen, daß man Unnötiges vermeidet, lange und große Inhalte von der Frontseite fernhält und vor allem Bilder optimiert.

Warum ist das Ganze überhaupt so wichtig? Diese Frage ist berechtigt, aber auch leicht zu beantworten. Ziemlich blauäugig glauben nämlich die meisten Blogger, ihre Seiten würden sich schnell aufbauen, was aber in Wirklichkeit bei neuen Besuchern gar nicht der Fall ist. Desweiteren unterliegen sie dem Irrtum, daß ein einzelnes Element, das ja nur klitzekleine 300 Bytes groß ist, kaum etwas an der Ladezeit ausmacht. Wahr ist aber, daß zehn solcher klitzekleinen Elemente schon 3 Kilobyte ausmachen und die Ladezeiten doch verlängern.
Hier ein bißchen, dort ein bißchen gibt zusammen auch viel!

Desweiteren geht es nicht nur um Ladezeiten, sondern auch um Serverplatz.
Jedem Hosting-Angebot der Provider liegt ein bestimmtes Speichervolumen zugrunde. Mehr als einem Kunden ist es schon so gegangen, daß er dieses Volumen gerade mit einem Blog gesprengt hat und ihm eine saftige Nachzahlung ins Haus flatterte oder er in einen wesentlich höheren Business- oder Profitarif mit mehr Speicherplatz wechseln musste.

Tip am Rande: Was den Speicherplatz anbetrifft, lohnt es sich sehr, alte Bilder zu löschen und vor allem Semmelstaz und Spam-Karma & Co. im Auge zu behalten. Diese beliebten Programme blähen die Datenbanken enorm auf! In vielen Blogs macht die Spam-Karma- bzw. Semmelstatz-Tabelle fast mehr Volumen aus, als das eigentliche Blog.

Nicht aus den Augen verlieren sollten wir den Aspekt des Traffics.
Traffic ist der Datenstrom, den der Server beim Webhoster an die Besucher ausliefert. Er wird in Gigabyte gemessen und den meisten Hosting-Verträgen liegt hier eine Beschränkung auf 3, 5, 10 oder 20 GB zugrunde. Nur die wenigsten Webmaster haben einen Tarif mit unbegrenztem Transfervolumen.
Mit einem gut laufenden Blog kann man aber schnell 10 oder 20 Gigabyte Transfervolumen pro Monat erreichen. Das hängt einerseits von der bereitgestellten Datenmenge ab, andererseits aber auch von der Zahl der Besucher. So können wenige Besucher schon ein großes Transfervolumen erzeugen, wenn man zuviele Bilder, zuviele Downloads usw, anbietet und viele Besucher können einen an die Grenze des Volumens bringen, selbst wenn man sehr wenige und optimierte Inhalte anbietet.
Hat man aber das Transfervolumen erreicht oder gar überschritten, wird sich der Hoster sehr schnell bei einem melden und eine saftige Nachzahlung verlangen. Manche Anbieter verlangen bis zu 3 Euro pro Gigabyte Mehrtraffic! Es sind Fälle bekannt, in denen ein Webmaster unbedacht etliche Filmchen und Programme zum Download angeboten hat. Diese wurden dann von Tausenden heruntergeladen und am Monatsende bekam der Arme dann eine Rechnung über 2.000 Euro für den verursachten Traffic. Aber selbst wenn das die große Ausnahme sein mag, können auch schon 30 Euro Mehrkosten jeden Monat sehr ärgerlich sein.
Der Hoster wird entweder immer für den Übertraffic kassieren oder man wird auf einen teureren Tarif ausweichen müssen.
Aber selbst wenn man ein unbegrenztes Transfervolumen vereinbart hat, droht einem Ungemach.
Diese Tarife sind nämlich das Ergebnis einer Mischkalkulation des Providers. Liegt man ständig über dem Durchschnitt, der bei Provider noch kostendeckend ist (denn auch er muß für Traffic bezahlen!), wird man ebenfalls oft Ärger bekommen. Der Shopblogger hatte hier mit dem Anbieter „Manitu“ diverse Mißverständnisse und Ärger, ihm hatte man einfach seine Präsenz abgeschaltet.
Das kann einem schneller passieren, als einem lieb ist. Auf einmal geht gar nichts mehr, weil man für den Hoster zu einer Belastung geworden ist.

Nachtrag:
Durch Zufall stoße ich gerade auf die Seiten eines Hosters. Dort heißt es in den AGBs:

Das enthaltene Trafficvolumen gilt pro Monat und ist nicht übertragbar, jedes weitere anfallende MB wird mit 1 Cent/MB berechnet.

Nun, 1 Cent klingt nicht viel, aber bei 10 Gigabyte Übertraffic macht das grob gerechnet 100 Euro.

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


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