Ekelbilder auf Zigaretten

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Bin gerade durch unsere Hauptstraße geschlendert, habe bei Leone einen superben Espresso geschlürft und will eben über die Straße gehen, da rennt eine Sau durchs Dorf. Wer die wohl wieder getrieben hat?

Nun ja, eigentlich ist man es ja gewohnt, dass andauernd Säue durchs Dorf gejagt werden. Insofern: abhaken. Aber diese Sau hat es in sich, denn allmählich gewinne ich den Eindruck, was sage ich, die Gewissheit, dass eine elementare, wenn nicht DIE elementare Voraussetzung, in die Politik zu gehen, völlige Planlosigkeit sein muss.

Jeder einigermaßen zum Denken fähige Mensch weiß, dass Rauchen, neben dem dem Genuss, den man sich vielleicht nur einredet, oder möglicherweise ja tatsächlich empfindet, ziemlich bescheuert ist. Es ist saumäßig ungesund, kostet ein Heidengeld und den einen oder anderen Lenz an Lebenserwartung. Man wird mit der Zeit ziemlich kurzatmig, kriegt faltige Haut, schlechte Zähne, bla, bla, Rhabarber. Aber sei´ s drum. Ist nun mal so. Viele Menschen frönen diesem merkwürdigen Laster, der Verfasser diese Zeilen eingeschlossen.

Denn was viele nicht wissen, weil es weder in der Apotheken-Rundschau, noch in der Bäcker-Blume steht: es gibt eine weitestgehend unbekannte, jedoch nicht minder gefährliche Erkrankung des präfrontale Cortex, die sogenannte Gehirn-Akne. Ähnlich wie bei ihrem dermatologischen Pendant, leidet der Patient unter mit Eiter gefüllten Geschwüren, nur eben auf der Großhirnrinde, die bei plötzlich eintretender Erkenntnis platzen und eine ekelerregende Substanz freisetzen können.

So kann es vorkommen, dass ein Wähler gezielt für die CDU stimmt, weil er den Aussagen der Flyer vertraut und sich eine fachkundige christliche und demokratische Reform der Gesundheitspolitik wünscht. Und was passiert? Er erhält einen Hermann Gröhe, Höchststrafe sozusagen, eine oder mehrere jener präfrontalen Cortex-Pusteln platzen und ihm wird speiübel.


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Oder ein anderer macht sein Kreuzchen bei der SPD, weil er sich eine soziale und demokratische Ausrichtung der Politik in Sachen Wirtschaft und Arbeit wünscht. Und was passiert ihm? Er erhält eine schwafelnde PR-Rumkugel in Sachen Freihandel mit den USA und, zu allem Übel noch eine Dunkelkammer aus der Eifel, die sich dämlich grinsend in einer Live-Schalte bei Thomas Walde wegen Achtfuffzich Mindestlohn feiert. Wenn das kein Grund zum Reihern ist?

Und dann gibt es ja noch jene aufgeklärte und gut vernetzte Zeitgenossen, die auf Nummer Öko-Sicher gehen wollen und den Bündniss-Grünkernen ihre Stimme geben, da sie sich mehr Transparenz, mehr Umweltbewußtsein, eben das komplette Birkenstock-Programm versprechen. Und was passiert? Sie kriegen einen Tarek Al-Wazir vor die Nase geknallt, der smarte ex-Startbahngegner, der sich im Arsch von Volker Bouffier, des rechten Hetzers und einstigem Mann für Koch´ s Grobes, offensichtlich recht wohl fühlt. Wenn jener arme Öko-Wähler dann feststellt, was er am Wahlsonntag angerichtet hat, kann es durchaus sein, dass ihm alle Cortex-Pusteln platzen und er in seinen Jute-Beutel kotzt.

Das Dumme ist nur, dass diese Art von Übelkeit, sprich: die Wirkung der Ekelbilder alles andere als nachhaltig wirkt. Im günstigsten Fall werde sie bei Facebook geliked, oder verschwinden gleich im Nirwana der Info-Flut.

Ich glaube, ich geh´ mal eine rauchen.


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3 thoughts on “Ekelbilder auf Zigaretten

  1. Guten Tag.
    Also ich habe des öfteren die gleichen ansichten wie Sie Herr Grohmüller. Nur wie Sie diese Gedanken in Worte fassen, davon kann ich nur Träumen, dies auch so ausdrücken zu können.
    Ich habe schon sehr viele Beiträge von Ihnen gelesen und trotz der ernsthaftigkeit der Themen muss ich doch öfters schmunzeln.

    Auch Ihnen Herr Wilhelm ein Danke schön für Ihre Blogs, wo ich immer mal wider reinschaue, über die vielen lustigen aber auch nachdenklichen und Informativen Inhalte.

    Liebe Grüsse Nik

    1. @ Nik.
      Danke für die Blumen. Ich freue mich immer wieder, wenn meine Unbotmäßigkeiten gefallen, und ich werde mich bemühen, dieses Niveau auch beim nächsten Beitrag zu halten 🙂

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