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  • Atlantis – Der Untergang

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    Es ist ja altbekannt, dass das sagenhafte Reich Atlantis einst untergegangen ist. Und zwar ist es nicht nur einfach weg, sondern sowas von weg, dass man heute nichtmal mehr weiss, wo es sich einmal befunden haben soll.

    Ganz so ist das aber nicht. In Radebeul bei Dresden nennt ein Grieche sein Restaurant Atlantis und serviert dort das, was der Deutsche gemeinhin für griechisches Essen hält.

    Normalerweise handelt es sich dabei im Grunde um Gerichte aus durchaus deutschen Zutaten, die mit etwas mediterranem Gewürz und Knoblauch so getrimmt werden, dass wir es für echt griechisch halten.

    So ist das normalerweise. Im Atlantis an der Maxim-Gorki-Straße in Radebeul ist das anders.
    Da lässt man sogar die griechisch anheimelnden Gewürze weg. Und nicht nur die, man verzichtet auch auf Salz und Pfeffer.

    So zumindest kam es mir heute Abend vor, als ich dort Nr. 40 und Nr. 147 bestellt und verzehrte habe.
    Unter Nr. 47 verbirgt sich die griechische Vorspeisenplatte aus verschiedenen warmen und kalten Vorspeisen.
    Da bekomme ich bei Soti, meinen Lieblingsgriechen in Mannheim, so an die 9 verschiedene Leckereien.

    Im Atlantis waren das einige Tintenfischringe, zwei Scheiben gebackene Aubergine und drei, vier Klekse Taramas, Tsatsiki und Käsecreme. Viel Salat, zwei Peperoni, das war’s dann schon, wenn ich mich recht erinnere.
    Nee. das war nix, es war vor allem nicht lecker und auch nicht gut gewürzt.

    Übrigens, hat man sein Glas geleert, kommt niemals wieder jemand, um einem was Neues zu Trinken zu bringen, und die leeren Gläser räumt auch keiner weg, selbst wenn alle paar Minuten eine Bedienung am Tisch vorbeiflitzt.

    Die Hauptspeise, Nr. 147, war eine Fischplatte.
    Da waren ein paar Calamares-Ringe drauf, zwei leckere Scampis und ein Stück gebackene Scholle.

    Die Scampis wurden stilgerecht im Krabbenpanzer serviert, man musste sie also mit den Händen zerlegen. Da wäre es ganz nett gewesen, wenigstens ein Feuchttuch oder eine Fingerschale gereicht zu bekommen. Aber im Atlantis gibt es so etwas nicht.

    Und ehrlich? Die Fischplatte hat, bis auf die zwei Riesengarnelen, auch nicht geschmeckt. Die Calamares-Ringe und die Scholle trieften vor Fett, waren auch nicht gut gewürzt und erfreuten den Gaumen in keinster Weise.

    Einen Mokka konnte ich bei einer vorbeieilenden Kellnerin zwar bestellen, bekam ihn allerdings nicht serviert.

    So ging man dann durstig, mit schlecht gefülltem Magen und einem tranigen Nachgeschmack vom Fett im Mund wieder raus.

    Nee, das war nix.

    Zwei der Kellner zeichneten sich durch hochnäsige Arroganz und Unfreundlichkeit aus. Die Kellnerin schien einen entweder nicht zu verstehen oder es interessierte sie schlicht und ergreifend nicht, was man sagte.
    Nur ein einziger Kellner war im Stande zu lächeln und freundlich zu sein.

    Aber, wir hätten noch mehr verzehrt, wenn es denn geschmeckt hätte und wir hätten viel mehr getrunken, wenn man uns noch was gebracht hätte.

    Meine ganz persönliche Meinung: Ich würde da nie wieder hingehen.

    Aber, wie gesagt, das ist meine Meinung. Meine Abendbegleitung war übrigens auch nicht von ihrem Essen angetan und würde, so versichert man mir, noch heftiger und deutlicher (ver)urteilen.

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    3 Kommentare

    1. Peter Grohmüller

      28. Mai 2016 at 11:50

      Tja, mein lieber Peter, in Radebeul zu einem Griechen, ist aber auch schon ziemlich gewagt, oder? Vielleicht hättest Du zum Lindenau Imbiss in der Moritzburger Straße gehen sollen. Du weißt, was ich meine: Broiler, Ketwurst & Grilletta, das sind doch die Klassiker im einstigen Arbeiter- und Bauernstadl. Und danach hättest Du noch eine leckere Tasse Rondo gezwitschert und alles wäre in Butter gewesen. Pardon, die gab es damals ja nur als Bückware.

      Antwort

      • Peter Wilhelm

        30. Mai 2016 at 07:58

        @Peter Grohmüller: Ja, das ist natürlich alles richtig. Aber wenn Du spätabends zum Hotel kommst und dieser Grieche nur 3 Minuten vom Hotel weg ist, dann siegt die Faulheit über den Lokalpatriotismus und man läßt die sächsischen Genüsse links liegen.

        Der Weg zum gutbürgerlichen Gasthaus war mir einfach zu weit. Das haben wir ja dann auch büßen müssen.

        Antwort

    2. Peter Grohmüller

      28. Mai 2016 at 12:53

      Hab ich vergessen
      Ganz wichtig nach einem authentischen Ost-Imbiss:
      zum Tässchen Rondo danach gehört natürlich eine Karo

      Antwort

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