Start Uncategorized Einkauf Aktuell – Müll in Tüten
  • Einkauf Aktuell – Müll in Tüten

    Das Wochenende ist die Zeit in der uns die Prospektverteiler immer besonders verwöhnen. Früher klapperte da alle zehn Minuten die Klappe vom Briefkastenschlitz, heute kommen nur noch drei verschiedene Typen, aber dafür stopft jeder von denen gleich ein ganzes Bündel in den Kasten. An diesem Wochenende sah die Ausbeute so aus:

    1. Marktkauf
    2. Marktkauf (die haben wohl besonders viel mitzuteilen)
    3. Schlecker
    4. Edeka
    5. Edeka (!)
    6. Edeka (!!)
    7. Thomas Philipps Sonderposten
    8. NORMA
    9. LIDL
    10. LIDL
    11. Caritas
    12. Dr. Lamers CDU
    13. Pfarrgemeinde St. Andreas
    14. Walbusch Maßkleidung
    15. sanitherm Möbel/Bad
    16. Jenssen Albautsanierung
    17. Künzler Partyservice
    18. Einkauf Aktuell

    Gut, die Nummern 11, 12, 14, 13, 15, 16 und 17 sind Einzelfälle, das sind Firmen, die mal für sich werben und etwas in den Kasten werfen. Aber diese hier sind Dauerlieferanten für Altpapier:

    1. Marktkauf (2 Prospekte)
    2. Schlecker
    3. Edeka (3 Prospekte!)
    4. Thomas Philipps Sonderposten
    5. NORMA
    6. LIDL (2 Prospekte)
    7. Einkauf Aktuell

    Um es gleich vorweg zu sagen, ich habe gar nichts gegen diese Prospekte, nein ich lese sie sogar ganz gerne, wenngleich ich mit Lebensmittelwerbung gar nichts anfangen kann, denn ich habe -so glaube ich- noch nie Lebensmittel aufgrund irgendeiner Werbeanzeige eingekauft. Mir tun nur immer die Fotografen leid, die Fleischwürste und Nudelsalat fotografieren müssen.
    Wenn, dann interessiert mich das ganze Drumherum: Elektronik, Bekleidung, Haushaltswaren.

    Bei Thomas Philipps ist es mir noch nie geglückt, einen Artikel aus dem Prospekt dann überhaupt oder zum angegebenen Preis zu erhalten. Da wissen die Mitarbeiter in der Filiale offenbar gar nicht, was die Sachen laut Prospekt kosten, wenn die Ware überhaupt vorhanden ist.
    Bei Schlecker kaufe ich nicht, zumindest nicht außerhalb irgendwelcher Notfallsituationen.
    Bleiben Edeka, Marktkauf, Norma und LIDL.
    Edeka ist mir meistens zu teuer und der Martkauf ist weit weg. Norma ist auch im Nachbarort, also bleibt unterm Strich nur LIDL und da passiert es mir immer wieder, daß ich dann doch den direkt daneben liegenden ALDI ansteuere, weil ich finde, daß bei ALDI alles einen Tick besser ist. (Bei denen sind die Mandeln in der Rahmmandelschokolade wenigstens geschält, bei LIDL ist da noch die braune Haut drum.)

    Im Grunde sind also alle Prospekte, auch wenn wir immer einen Blick reinwerfen, für die Mülltonne gemacht.

    Bleibt Einkauf Aktuell von der Deutschen Post World Net.
    Ich weiß ja sowieso nicht, weshalb unsere Post sich nicht auf das konzentriert, wofür wir eine Post wollen und brauchen: auf das termingerechte Zustellen von Paketen und Briefen, sondern stattdessen zu einem „Global Player“ aufsteigen mußte. Finanzgeile Managementinteressen sind der Grund, die mit unserem Anspruch an das was Post eigentlich ist, nichts mehr zu tun haben.

    Wenn ich einen Werbeprospekt für überflüssig, ja sogar für ärgerlich halte, dann ist es dieses in Plastikfolie eingeschweißte „EinkaufAktuell“.
    Entfernt man die Plastikfolie, dann bleiben vier weitere Heftchen auf dem Tisch:

    1. Poco-Domäne
    2. Adler Mode
    3. real,-
    4. Einkauf-Aktuell TV-Programm


    Anzeige




    Und dieses angebliche TV-Programm ist eine auf 4 Blätter zusammengedrängte Auflistung von Sendungen, eine Beleidigung für jeden intelligenten Menschen.
    Erstens werden sowieso nur 12 Programme (darunter der unsägliche KIKA) aufgelistet, sämtliche weiteren dritte Programme und alles was es sonst noch in der digitalen Fernsehwelt noch gibt, fällt unter den Tisch und zweitens wird das gesamte Nachtprogramm einfach weggelassen. Was bitteschön soll man denn mit sowas?
    Von den 12 Seiten sind 2 mit ganz- bzw. halbseitiger Werbung bedruckt, 7 mit dem läppischen TV-Programm und auf den übrigen 2 Seiten (abzüglich des Titelblattes) gibt es neben Rätseln nichtssagende Labermeldungen aus der Welt des Fernsehens. Im Ganzen sind das drei Rätsel und zwei kurze Berichte über das Fernsehprogramm.

    Diese schlicht unbrauchbare „Pseudo-Fernsehzeitschrift“ „wird in Plastikfolie verschweißt Woche für Woche in rd. 18 Millionen Haushalten in die Briefkästen gestopft und produziert so hunderte Tonnen Abfall – wöchentlich!“

    (Quelle Bild und Zitate: Antonia Ling’s Weblog)

    Antonia Ling widmet sich in einem Eintrag in ihrem Weblog weiter diesem Thema und mutmaßt, daß kaum jemand ernsthaft die eingeschweißte Werbebotschaft annimmt und daß dieser eingeschweißte Unsinn komplett, unausgepackt im Müll landet und: „d.h. Plastikfolie und Papier gelangen nicht in den üblichen Wiederverwertungskreislauf. Da die Trennung für die Entsorgungsfirmen zu kostenaufwendig ist wird die eingeschweißten Werbung aussortiert und letztendlich in Müllverbrennungsanlagen vernichtet.“

    Die Bloggerin findet auch kein gutes Haar an den Aussagen von Uwe Bensien, einem Sprecher der Deutschen Post AG in Bonn, dessen Satz sie den Gipfel der Unverschämtheit nennt:

    „Es ist doch immer so, dass der Empfänger für die sachgerechte Trennung verantwortlich ist. Wer eine Tüte Gummibärchen kauft, entsorgt die Tüte anschließend doch auch selbst.“

    Man kann fast Antonias Aufforderung nur unterstützen:

    Drehen wir den Spieß um! Beglückt die Deutschen Post AG mit ihrem in Plastikfolie eingeschweißten Werbemüll – rein in den nächsten Briefkasten damit. Dann können die das ja ordnungsgemäß – sprich nach Trennung von Plastik und Papier – entsorgen. Macht mit! Einkaufaktuell ab in den nächsten Briefkasten – jede Woche aufs Neue!


    -Anzeige-

    Mehr verwandte Artikel laden

    1 Kommentar

    1. Thomas

      20. April 2013 at 14:43

      Ein guter Beitrag. Bei uns in Berlin kommen wöchentlich Gut und Gerne 500 Gramm Werbemüll zusammen – pro Haushalt.

      Ich sammele die Einkaufaktuell immer (nebst der im Hausflur verstreuten Exemplare) und entsorge sie fachgerecht in einem Postkasten der Deutschen Post AG – vorher entferne ich natürlich die Folie aus Gründen des Umweltschutzes.

      Die größte Augenwischerei ist übrigens „Der Blaue Engel“, der perfide auf der Einkaufaktuell aufgedruckt ist. Das die restlichen Werbebeilagen nicht auf Altpapier gedruckt sein müssen und alles in einer Folie eingeschweißt ist, führt das Umweltsiegel ad absurdum. Zumal „Der Blaue Engel“ sowieso eine Mogelpackung ist: wird nur auf Anfrage und gegen Gebühr vergeben. Sprich das Siegel ist eine einzige Verbrauchertäuschung. Ginge es um Umweltschutz würde die Einkaufaktuell-Mülllawine der Deutschen Post AG keinen Persilschein bekommen. Das Umweltsiegel wurde enttarnt und Einkaufaktuell bleibt was es ist – die größte wöchentliche Umweltverschmutzung der Nation. Man kann sich oft noch nicht mal wehren… es braucht erst eine Unterlassungserklärung und ein Gerichtsurteil eines Landgerichts, bevor die Post die Zustellung unterlässt (kann man in der Wikipedia nachlesen).

      Antwort

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

    Lies bitte auch

    Top Ansprechpartner finden, wenn man ausgesperrt ist

    Sind Sie ausgesperrt, Sie haben Ihren Schlüssel abgebrochen oder verloren und Sie suchen e…