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Dämliche PPS und kein Ende

Dämliche PPS und kein Ende

PPS-Dateien erzeugt man u.a. mit Microsofts Präsentationsprogramm Power Point. PPS heißt Power Point Show.
Es ist ein seitenorientiertes Programm, mit dem man einzelne Rahmen oder Seiten, oft Folien genannt, erstellen kann, die man dann zu einer Mappe zusammenfügen kann oder als Präsentation via Beamer etc. bei Vorträgen usw. einsetzen kann.

Ich bin nun seit Jahrzehnten mit Computern zugange und habe wahrlich schon mehr als genug Vorträge und Seminare besucht und selbst gehalten. Bin ich selbst der Vortragende, so komme ich grundsätzlich ohne solche Präsentationshilfen aus.
Erlebe ich andere Vortragende, die PPS-Präsentationen anwenden, so mußte ich bisher in 90% der Fälle schmunzeln.
Oft in Comic Sans und meist mit aberwitzig bunten Hintergründen wurden nur einige wenige Stichworte an die Wand projiziert oder allenfalls mal der Titel des Vortrags und dann noch zwei drei besonders wichtige Sätze.
Einen Mehrwert hat das für mich niemals gebracht, man hätte ruhig darauf verzichten können.

Will sagen: In den allermeisten Fällen ist eine solche Präsentation absolut überflüssig gewesen.

Aber dennoch gehört Powerpoint zu den meistgenutzten Programmen weltweit.
Nur, wenn die Leute kaum sinnvolle Präsentationen damit machen, was tun sie dann damit?

Dämliche PPS und kein EndeDämliche PPS und kein Ende

Die Antwort ist ganz einfach: Sie erstellen, vermutlich ausschließlich in den Pausen (!), witzige Slideshows.
Da werden uralte Herrenwitze in Rede und Gegenrede zerlegt und Satz für Satz auf eine Folie gebastelt. Meist werden noch im Internet irgendwelche fremden Bilder dazu geklaut und das Ganze auch noch mit ebenfalls geklauter Musik unterlegt.
Und diese witzige Scheiße schicken die Leute dann an alle anderen in ihrem Kontakteordner.
Auf diese Weise treten diese fast immer unlustigen PPS-Dateien ihre Reise durch das Web an.

Erstaunlicherweise investieren aber ausgerechnet diejenigen, die nur ein stammelndes Deutsch schreiben können und die offenbar über den ältesten und dämlichsten Mist lachen können, die meiste Zeit in die Gestaltung solcher Spaßmails.
Man könnte im Umkehrschluß sagen: Je dümmer und je weniger ausgelastet einer ist, umso größer die Gefahr, daß er während der Arbeitszeit normalerweise in drei Sätzen erzählte Witze zu Powerpoint-Präsentationen mit 20 Folien verarbeitet.

Mittlerweile habe ich meinen Spamfilter so eingestellt, daß er die meisten PPS-Dateien sofort in den Papierkorb verschiebt.
Das Titelbild dieses Artikels stammt aus einer, die dennoch durchgekommen ist und das Rechtschreibgestammel auf diesem Bild ist nichts Besonderes, sondern die Regel.

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!


peter wilhelm autorenlesung
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2 Kommentare auf "Dämliche PPS und kein Ende"

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