Spitze Feder

Antinatalismus – der Letzte macht das Licht aus

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Die radikalen Klima-Defätisten haben eine olle Kamelle exhumiert und verkaufen diese nun als den allerneusten heißen Scheiß:

Den Antinatalismus. Eine abgemilderte Form, die Ein-Kind-Politik, praktizierten die Chinesen über Jahrzehnte. Mit dem Ergebnis, dass es im Reich der Mitte heute böse an Fachkräften mangelt, um den astronomischen Bedarf an Rollatoren zu produzieren und um Milliarden sabbernde Greise zu pflegen.

Die heutigen Hardcore-Antinatalist*:innen hierzulande, gehen einen Schritt weiter und fordern die radikale Null-Kind-Politik. Es sei unverantwortlich, ja beinahe schon unmenschlich, Kinder in eine Welt wie diese zu setzen, in der sie mit einem vergifteten Lebensraum konfrontiert seien.

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Als in den Siebzigern jeder wusste, dass es spätestens in den Achtzigern keinen Schwarzwald mehr geben würde, war auch mir klar, dass es keinen Sinn macht, Kinder in eine solch kaputte Welt zu setzen. Ob ich meine damalige Einstellung später jemals meinem Sohn erzählt habe, weiß ich jetzt nicht so genau. Nach apokalyptischen Verwüstungen durch Borkenkäferinvasionen und infernalische Stürme, steht der Scheißendreck Schwarzwald jedenfalls immernoch. Irgendwas muss da gehörig schief gelaufen sein.

Vielleicht hat dieser, garnicht so neue, Antinatalismus aber auch einen ganz banalen Ursprung. Die Preise für Cyanacrylat-Kleber schießen ins Uferlose. Die Aktivist*:innen der letzte Generation (m, w, d, vegan) stehen mittlerweile vor der existentiellen Frage, sich entweder für einen Zehner geräucherten Bio-Tofu zu kaufen und sich mal wieder richtig satt zu essen, oder eben, eine Flasche Sekundenkleber und sich mit knurrendem Magen auf eine Kreuzung zu dübeln.

Micheline und Michel haben es ohnehin längst aufgegeben, dem kruden Treiben zu folgen. Bei der Verbindung von Kartoffelsuppe-Schütten und Van Gogh, blickt doch keine Sau mehr durch, oder? Vincent van Gogh war doch der mit den Sonnenblumen, oder? Bei Greta Thunberg und Luisa Neubauer, war Micheline und Michel wenigsten noch einigermaßen klar, dass es bei den Aktionen um den Klimawandel ging … also irgendwie. Weshalb die zornige, kleine Schwedin mit einem sündhaft teuren High-End-Segelrennboot, dessen Herstellung Unmengen von CO2 … also weshalb Greta damit über den Atlantik schipperte, wissen Micheline und Michel im nachhinein auch nicht mehr.

Ebensowenig, wie die beiden es einordnen sollen, dass sie Umweltsäue sind, weil sie mit Neckermann für 239 €/Woche, all-inclusive nach Antalya jetten, wenn gleichzeitig die Klimakleber der allerletzten Generation, durch die Polizei von der Kreuzung gepflückt werden, und sich hernach von ihrem stressigen Umweltrettungs-Gedübel in Bali erholen … also wenn die Klimakleber deshalb Helden sind. Bali ist doch viel weiter weg, als Antalya, oder?

Wer weiß, am Ende hat der Neo-Antinatalismus sogar einen durchaus positiven Effekt: Wenn die Hardcore-Antinatalist*:innen sich nämlich tatsächlich allesamt weigern, sich fortzupflanzen und ihre Misanthropie aus dem Gen-Pool verschwindet…

Ansonsten heißt es irgendwann einmal: Der Letzte macht das Licht aus.


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Spitze Feder – Spitze Zunge

Diese Kolumne schreibt vorwiegend Peter Grohmüller seine Gedanken zur Welt und dem Geschehen unserer Zeit auf.
Seine fein geschliffenen „Ergüsse“ – wie er selbst sie nennt – erfreuen sich großer Beliebtheit.

Hin und wieder erscheinen in dieser Kolumne auch Beiträge anderer Autoren, die dann jeweils entsprechend genannt werden.

Die Texte sind Satire, Kommentare und Kolumnen. Es handelt sich um persönliche, freie Meinungsäußerung.

Für die Texte ist der jeweilige Autor verantwortlich.

Lesezeit ca.: 4 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: | Peter Grohmüller 16. März 2023

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