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  • Zigeuner wollen Borat verklagen

    Die ganze Welt lacht über „Borat“, den Film des britischen Komikers Cohen. Drei rumänische Zigeuner vom Stamm der Roma fühlen sich jedoch verletzt und verunglimpft und wollen jetzt Sacha Baron Cohen auf Schadensersatz in Höhe von 30 Millionen Euro verklagen.

    Was war geschehen? Der Film spielt teilweise in Kasachstan, einer wenig zugänglichen ehemaligen Sowjetrepublik. Statt in Kasachstan drehten der Regisseur die entscheidenden Szenen in einem rumänischen Zigeunerdorf namens „Glod“. Dieses Dorf wird im Online-Portal der Tagesschau so beschrieben:

    Glod, das heißt „Schlamm“. Glod ist ein armes Dorf am Rande der Karpathen, in dem gut eineinhalbtausend Roma wohnen, die auch in Rumänien häufig als Zigeuner beschimpft werden. Sie haben sich kleine Steinhäuschen gebaut, einige versinken im Schlamm, andere haben adrett gefegte Vorgärten, das Brennholz für den Winter ist ordentlich gestapelt. Glod ist das Dorf, dass der Komiker Sacha Baron Cohen in seinem Film „Borat“ als sein Heimatdorf in Kasachstan vorstellt.

    Die Filmcrew hat das Dorf als Kulisse und die Bewohner als Komparsen hergenommen


    und dafür nach dortigen Verhältnissen fürstlich entlohnt. In Deutschland erhält ein Komparse nur selten mehr als 50 Euro und eine heiße Tasse Kaffee in der Drehpause. Bei einem Monatsverdienst von kaum 100 Euro haben die Leute in Glod immerhin rund 10 Euro erhalten.
    Nicolae Staicu, der für die Roma-Partei im Gemeinderat sitzt, hat den Deal eingefädelt und dafür mehrere hundert Euro bekommen.

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    Jetzt regt er sich darüber auf, dass „wir als Dorf von Kriminellen, Tagedieben, Schlitzohren und Wegelagerern gezeigt werden – als Menschen, die mit ihren Tieren im Zimmer wohnen und aus der Kloschüssel trinken.“

    Ganz augenscheinlich wirft Nicolae Staicu da etliches durcheinander. Denn den ganzen Film hat er gar nicht gesehen. Wer ihn jedoch gesehen hat, der weiß: Aus der Kloschüssel trinkt Borat selbst, nicht die Zigeuner und zwar in Amerika, nicht im Zigeunerdorf Glod. Beleidigt sind sie dort aber trotzdem.


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    In der guten Stube von Spiridon Ciorobea steht ein ovaler Wohnzimmertisch mit Spitzendeckchen. Ciorobea ist einer der Kläger. Er ist fast siebzig, hat es zu bescheidenem Wohlstand gebracht, mit blitzblanker Einbauküche und Sofaecke auf braunem Fliesenboden – solche Häuser gibt es hier auch, aber die sind im Film nicht zu sehen.

    Ein anderer, der ölverschmierte Spiridon durfte im Film einen Frauenarzt spielen. Aber auch das passt ihm jetzt nicht mehr. Jetzt da man eine Klage gegen die Filmleute anstrengt, will wohl auch er ein Stück vom großen, dollarverzierten Kuchen abhaben und meckert: „Das tut mir weh, das ist eine schwere Beleidigung, dass lasse ich nicht auf mir sitzen. Ich habe vier Kinder, 15 Enkel und zwei Urenkel, ich habe ein Haus. Hier geht es nicht um Geld, hier geht es um meine Ehre, die ich verteidigen muss, das ist mein Recht.“
    Den Film hat er übrigens überhaupt nicht gesehen und will auch bei den Dreharbeiten nicht gemerkt haben, dass er keinen Schweißer, sondern einen Frauenarzt gespielt hat.

    Die Anwälte der Roma von Glod sind aber nicht nur sauer, weil ihre Mandanten verunglimpft worden sein sollen, sondern sie ärgern sich auch noch: „…natürlich seien sie gar nicht als rumänische Roma vorgeführt worden… aber umso schlimmer: Jetzt bekomme Kasachstan auch noch ganz unverdient die ganze Ehre der Aufmerksamkeit!“

    Der Tagesschau-Ticker meint noch dazu:

    Nicht alles ist logisch in Glod, aber die Wut, die ist echt. Auch die Wut auf die rumänischen Journalisten, die behaupten, die Roma von Glod wollten ja nur Geld und seien ansonsten selber schuld. Auf Roma wird eben immer geschimpft, das wollen sie sich nicht mehr gefallen lassen.

    Ich frage mich, wann endlich die Ostfriesen aufstehen und den norddeutschen Treckeraufstand proben! Jahrzehntelang sind sie durch die anderen Deutschen verunglimpft, herabgewürdigt und als dumme, blöde Deppen hingestellt worden. Wenn die Horden der Touristen bei ihnen einfallen, sagen die denen ja auch nicht, was sie von ihnen halten…
    Das wird eine Milliardenklage! Der Stamm der Ostfriesen, der politisch korrekt „östlicher Zweig der friesischen Volksgruppe“ (Öszwedefrievogru) heisst, sucht derzeit noch einen amerikanischen Staranwalt, der ihre Klage gegen Frau Merkel und alle vorherigen Kanzler einreichen wird.

    Wortzitate aus Tagesschau online


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