WordPress 5.8.1. – Noch mehr Zwang hin zu Gutenberg

WordPress ist das mit Abstand beliebteste Blogging-System der Welt, das sich zunehmend auch als Content-Management-System (CMS) etabliert hat. 34% aller Webseiten weltweit werden mit WordPress betrieben. Viele erstellen mit WordPress Seiten für ihr Unternehmen. Meist sind das Einseiten-Themes, bei denen auf einer Seite alle Vorzüge des Unternehmens dargestellt werden. Ein Portfolio, die Anzeige der führenden Köpfe, Testimonials von Kunden und eine Galerie mit Bildern der Geschäftsräume sind hier ganz typisch.

Um solche Seiten professionell aussehen zu lassen, bedienen sich viele spezieller Themes (also Layoutvorgaben zum Herunterladen), die schon auf diese typische Darstellung ausgerichtet sind. Bestandteil solche Themes sind Pagebuilder, also Seitengestalter. Das sind umfangreiche Programme, die es meist ermöglichen, ohne jegliche Vorkenntnisse per Drag and Drop aus Bausteinen eine Webseite zusammenzuklicken.
Auch viele Hosting-Unternehmen bieten solche Website-Baukästen an.

Hier kommt die WordPress-eigene Entwicklung namens Gutenberg ins Spiel. Das ist ebenfalls ein System, mit dem WordPress-Anwender Webseiten aus Bausteinen, den sogenannten Blöcken, zusammenbasteln können. Eine durchaus schöne Idee und sicherlich für manchen eine Erleichterung, wenngleich Gutenberg es an der Übersichtlichkeit und Vielseitigkeit von bisherigen Pagebuildern mangeln lässt.

Völlig unverständlich und ein vollkommen falscher Schritt ist es aber, dass die Verantwortlichen bei WordPress im gleichen Zug den normalen (Text)-Editor aussterben lassen wollen. In diesem kann man, ähnlich wie in WORD oder PAGES seine Blogbeiträge erstellen, mit Bildern versehen und umfangreich gestalten.

Für einen Blogger ist so etwas essentiell. Die Arbeit im sogenannten Classic-Editor geht schnell und einfach von der Hand. Die meisten Blogger haben sich einen Workflow aufgebaut, der es ihnen erlaubt, ohne großen Aufwand fabelhaft aussehende Blogartikel zu erstellen. Ja, wer es noch bequemer haben möchte und gar keine Shortcodes verwenden mag, der kann diesen Editor auch auf eine kinderleicht zu bedienende WYSIWYG-Oberfläche umstellen.

Einen Blockeditor, zur Gestaltung von Seiten hingegen, benötigt ein typischer Blogger nicht. Allenfalls wenn er mal eine der wenigen statischen Seiten (Impressum, Kontaktseite oder so) besonders gestalten will, könnte er sich so etwas wünschen. Ansonsten steht ein solcher Blogeditor einem flüssigen und professionellen Arbeiten fürchterlich im Weg.


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Bliebe WordPress so, dass der Gutenberg-Blogeditor nur hinzu kommen würde, wäre Gutenberg eine schöne Ergänzung, die manchen freuen könnte. Aber es ist so, dass die Autoren nahezu gewzungen werden, umzusteigen.
Bislang kann man noch mittels eines Plugins den Classic-Editor weiternutzen. Und gar nicht so erstaunlich ist es, dass dieses Plugin das mit Abstand am meisten installierte Plugin ist. Die Leute wollen dieses Gutenberg-Quatsch einfach nicht als alleinigen Editor.

Mit der nun aktuellen Version 5.8.1. von WordPress geht es auch den Widgets an den Kragen. Das sind kleine Blöcke mit mehr oder weniger sinnvollen Funktionen, die man vorzugsweise in der Seitenleiste oder dem Footerbereich (und oft auch frei im ganzen Seitenbereich) einsetzen kann. Sie dienen beispielsweise zur Darstellung eines Kalenders oder zur Platzierung von Werbung etc.

Aber mit der Version 5.8.1. ist die bisherige Form der Widgets-Bearbeitung abgeschaltet worden. Wer das nicht möchte, muss sich das Plugin classicwidgets installieren. Auch dieses Plugin wurde schon über 200.000 mal installiert, was nur zeigt, auf wie große Ablehnung die eingeführten Neuerungen stoßen.

Und wer meint, 200.000+ Installationen bisher würden nicht viel sein, dem sei gesagt, dass das Classic-Editor-Plugin bereits über 5.000.000 mal installiert wurde. Außerdem hat, vor allem wegen Gutenberg, ein Viertel aller WordPress-Nutzer noch die Version 4.9 ohne diesen Blockeditor installiert.

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