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    Also, eines Tages, da waren unsere Kinder noch klein, kam die Allerliebste mit vorwurfsvollem Blick zu mir und meinte: „Du, die Waschmaschine ist kaputt.“

    „Ach was?“

    Etwas anderes als „Ach was?“ wäre völlig unangemessen gewesen. Denn erstens war in dieser Zeit eigentlich beinahe täglich irgendwas an der Waschmaschine kaputt und andererseits trage ich ja sowieso und überhaupt die Schuld an allem, auch an kaputten Waschmaschinen-

    Ich bin also, freundlich angeregt durch entsprechende Blicke der Allerliebsten und die deutlich vorgetragene Bitte: „Hopp!“ nochmals an die Waschmaschine gegangen und habe Schraubenzieher und Zange spielen lassen.
    Übrigens stand die Waschmaschine seinerzeit im Badezimmer, gleich gegenüber vom Klo.

    Dank der wunderbaren Waschmaschinen-Doktor-Seite haben Waschmaschinen für mich den Zauber des Unergründlichen verloren und ich weiß zumindest grob, was alles kaputtgehen kann, wie man Fehler sucht und was man gegebenenfalls dagegen tun kann.

    Dieses Mal war der Kontakt für die Tür ausgehängt.


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    Das ist ein Thermoelement, das sich nach dem Start der Maschine erhitzt und dadurch die Tür verriegelt. Man kennt das ja, man muss dann 3 Minuten nach dem Ende des Waschvorgangs warten, bis sich dieses Element wieder abgekühlt hat und man die Tür öffnen kann.
    Dass das ein Thermoelement ist, ist clever ausgedacht, denn abkühlen tut sich das auch, wenn die Maschine kaputt ist oder der Strom ausgefallen ist und man seine Wäsche notfalls entnehmen muss.

    Aber wie kann sich so ein Kontakt aushängen?
    Gar nicht!
    Der Hersteller ist nämlich so clever und hat dieses Teil gut festgeschraubt und so weit es geht dem Zugriff der vorwiegend weiblichen Bediener entzogen.
    Allerdings, wenn man ein 10-jähriges, meist fürchterlich gelangweiltes, weibliches Zottelkind hat, daß wenn es auf der Toilette sitzt, an der Waschmaschine „Flugzeugcockpit“ spielt, gehört neben dem Drehen aller Knöpfe auch das Ausprobieren des Türschnäppers zum Spielprogramm.
    Und wenn man mit Gewalt, also durch Fußtritte, immer wieder die Tür zu entriegeln versucht, geht sie auch irgendwann auf.

    So muss das auch vor einigen Tagen gewesen sein und wir sind nur froh, daß der Wasserstand sehr niedrig war und nichts ausgelaufen ist.
    Aber in der Folge war das Thermoelement innen abgeknickt und die beiden Kontakte hatten einen Masseschluss.

    Das habe ich jetzt wieder gerichtet und siehe da: Die Maschine läuft wieder.

    Ich glaube, jetzt bekommen wir nächsten Monat doch keine neue Waschmaschine, sondern einen Flachbildfernseher fürs Badezimmer, damit das gelangweilte, weibliche Zottelkind seine Trotz- und Rotzphase mit dem typischen offenstehenden Mund beim Anschauen von Zeichentrickfilmen ausleben kann. Das wird mir sicherlich so manche Reparatur ersparen.

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    4 Kommentare

    1. Jonathan der Dritte

      14. Dezember 2015 at 00:07

      Bei den abgebildeten Geräten handelt es sich um Wäschetrockner. Das ist etwas anderes als eine Waschmaschine. Mit einem Wäschetrockner macht man Wäsche trocken. Mit einer Waschmaschine macht man Wäsche sauber.

      Antwort

      • Lochkartenstanzer

        14. Dezember 2015 at 13:31

        @Jonathan der Dritte:

        Du hast vergessen, daß es auch Waschmaschinen gibt, die Wäsche trocknen (können).

        Antwort

    2. Peter Wilhelm

      14. Dezember 2015 at 09:18

      Sehr gut erkannt. Du darfst Dir ein Gummibärchen nehmen.

      Antwort

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