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Test: Aktenvernichter, Schredder, Reißwolf VidaTeco Aktenvernichter P4

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Das Wichtigste in Kürze vorab: Der Papierschredder ist ein an sich gutes Gerät, hat aber einen eklatanten Nachteil: Er meldet ständig, dass der Auffangbehälter voll ist, und unterbricht die Arbeit.
Es gibt noch ein paar kleine Nachteile, davon unten mehr.

Etwas ausführlicher: Der Schredder ist ein etwas größeres Gerät als mein vorheriger. Dafür sitzt aber der Zerkleinerer auch nicht auf einem Behälter und muss jedes Mal abgehoben werden. Stattdessen hat der Aktenvernichter ein nach vorne herausziehbares Auffangbehältnis.

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Wer will, der kann an das mit 19 Kilo recht schwere Gerät auch die mitgelieferten Rollen anbringen. Das erleichtert das Manövrieren im Büro.

Der Aktenvernichter arbeitet erstaunlich leise. Das ist wirklich so. Ich schaue manchmal Fernsehen beim Schreddern und das geht. Er übertönt den Fernseher nicht. Das war bei allen anderen Geräten, die ich vorher schon hatte, anders.

Im Vergleich zu den vorherigen arbeitet er vergleichsweise langsam. Das kompensiert er aber, weil man ja bis zu 20 Blatt auf einmal schreddern kann. Und das schafft er auch locker. Ich stopfe trotzdem aber immer weniger rein, denn das tut solchen Geräten gut und erhöht die Langlebigkeit.

Die Bedienung des Geräts ist selbsterklärend, einfach und so wie bei allen anderen Aktenvernichtern auch.

Nachteil 1: Immer voll

Ein nettes, aber ernsthafterweise völlig überflüssiges, Gimmick ist die Beleuchtung des Auffangbehälters mit einer blauen LED.
Nett ist das, weil es schön aussieht. Funktional ist es nicht. Denn: Sollte das Licht dazu dienen, dass man durch das Sichtfenster sehen kann, ob der Behälter schon voll ist, so ist das mehr als überflüssig. Denn das Gerät ist eigentlich ständig voll.

Zumindest meint der Schredder wirklich nach jedem zehnten Blatt, er müsse seine Tätigkeit einstellen, weil der Auffangbehälter voll sei. Dabei liegt nur loses Geschnipsel aufgetürmt im Kübel oder Sack und ein Sensor meint, es passe nichts mehr rein.

Also muss man den Behälter nach vorne rausziehen, das lockere Schnipselzeug runterdrücken, und kann dann wieder ein paar wenige Blätter schreddern. Dann heißt es wieder: Behälter voll.

Das nervt echt! Ich bin eigentlich mehr damit beschäftigt, den Behälter rauszuziehen und Schnipsel runterzudrücken, als dass ich zum Schreddern komme.

Das war bei allen anderen Schreddern bisher anders. Die haben nach unten gedrückt und die Schnipsel kompakt in den Behälter geschoben, bis sich bald der Aufsatz abhob.

Nachteil 2: Beutel klemmt

Dieses Verhalten des VidaTeco-Aktenvernichters führt aber zu einem weiteren Nachteil:
Man drückt also die Schnipsel in dem Beutel zusammen. Nun wird aber durch das blöde, schräge Sichtfenster der Auffangbehälter nach oben hin quasi schmaler.

Es gibt bautechnisch überhaupt keinen sinnvollen Grund dafür, dieses Fenster schräg nach hinten geneigt einzubauen, außer dass es vielleicht designtechnisch schöner aussieht.
In der Praxis bedeutet das aber, dass die heruntergerückten Schnipsel im Sack nicht mehr einfach nach oben aus dem Auffangbehälter herausgehoben werden können. Der dickere Teil des Sacks passt nur sehr schwer und schlecht an der Verengung vorbei.

Nachteil3: Beutel reißt leicht

Noch ein Nachteil, der mir einfällt: Oben vorne hat der Behälter innen zwei Kontaktstifte, die im Schredder einrasten und signalisieren, dass der Behälter eingeschoben ist. Dadurch kann man aber nicht einfach einen Sack/Beutel ringsherum oben über den Behälter ziehen. Zumindest vorne bleibt der Sack locker und wird von den Schnipseln dann mit nach unten gezogen.
Beim Herausheben des Beutels muss man aufpassen, dass man die dünne Folie nicht an eben diesen herausragenden Stiften aufreißt.

Das bedeutet, dass man den Aktenvernichter am besten ohne irgendeinen Beutel verwendet und den Inhalt dann umschüttet. Das aber wiederum bringt immer, aber wirklich immer, Sauerei mit sich, zumindest bei mir.

Was ist gut?

Was fällt mir positiv auf?

  • Nun, der Schredder ist, wie ich oben schon schrieb, sehr leise. Das ist echt gut.
  • Er ist gut manövrierbar, weil er Rollen hat. Das ist praktisch.
  • Ich konnte ihn noch nicht an die Überhitzungsgrenze bringen, da hält er wohl lange durch, prima.
  • Er schafft tatsächlich die versprochenen 20 Blatt auf einmal, klasse.
  • Und ich finde gut, dass er KEINEN automatischen Einzug hat. Die gehen nämlich immer als erstes kaputt.
  • Die Sicherheitsklasse P4 erzeugt kleine, längliche Schnipsel, die auch die Stasi-Unterlagen-Behörde angeblich nicht zusammensetzen kann. Für meine Belange völlig ausreichend.

Was ist denn nun mein Fazit?

Ich hab‘ Zeit und kann runterdrücken. Von daher kann ich mit den diversen Nachteilen ganz gut leben, auch wenn’s tierisch nervt, weil es nicht notwendig wäre.
Wer diese Zeit und Geduld nicht aufbringen will, der sollte lieber die Finger von dem Gerät lassen. Es ist nicht richtig durchdacht.

Ansonsten überwiegen für mich die Vorteile, sodass ich damit zurechtkommen kann.

Also: Karton nicht gleich wegschmeißen, sondern erst mal gucken, ob auch Du mit den Nachteilen leben kannst und mehr Vorteile in dem Gerät siehst. Sonst brauchst Du den Karton noch für die Rücksendung.

Zur Langlebigkeit kann ich nach ein paar Tagen Benutzung nichts sagen. Ich schreibe es hier hin und stelle den Artikel wieder nach oben, wenn sich da was Bemerkenswertes ergeben sollte.
Mit rund 160 Euro Anschaffungswiderstand ist das Gerät verschmerzbar günstig/teuer, je nach Geldbeutel.

Ich hoffe mal, dass meine ehrliche und unbeeinflusste Rezension Dir bei der Kaufentscheidung helfen kann.

Bildquellen:

  • Bildschirmfoto-2026-11-02-um-06.06.33_800x500: VidaTeco

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(©si)