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Skandal! Erste Fleischesserzone in Mannheim

Skandal! Erste Fleischesserzone in Mannheim

Jetzt müssen wir alle in den Kasten! Ganz ähnlich wie die markierten Raucherzonen auf den Bahnsteigen gibt es jetzt in Mannheim vor ausgewählten Geschäften auch Carnivoren-Zonen.

Auf einem Schild an der Hauswand heißt es dazu:


Liebe Fleischesser!

Aus Rücksicht auf unsere vegetarisch oder vegan lebenden Mitbürger ist der Verzehr von hier erworbenen Fleischspeisen nur innerhalb der markierten Zone erlaubt.
Diese Maßnahme umfaßt den sofortigen Verzehr von Bratwürsten, Fleischkäsesemmeln und Schnitzeln o.ä.
Ausgenommen davon sind Obazder, Salat auf Grünbasis und Frikadellen, da diese ohnehin kein Fleisch enthalten.

Bitte seien Sie kooperativ und ermöglichen Sie den Veganern und Vegetariern ein fleischloses Innenstadterlebnis.

Hier erworbene Fleischprodukte, die nicht zum sofortigen Verzehr bestimmt sind, dürfen Sie natürlich in der Tasche problemlos nach Hause mitnehmen.

Noch ein Hinweis: Das Taubenfütterungsverbot gilt natürlich auch innerhalb der Fleischverzehrzone.

Ihre Stadtverwaltung

Und so sehen die neuen Zonen in der Mannheimer Innenstadt aus:

veganerzone1

Noch sind sie nur provisorisch markiert, aber in Kürze werden deutliche breite rote Markierungsstriche angebracht. Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft der Stadt Mannheim weist darauf hin, daß dort natürlich auch „Fleischabfalleimer“ aufgestellt werden, damit die Trennung von mit Fleisch kontaminiertem Müll von vegetarischem Müll ordnungsgemäß geschehen kann. Im Vordergrund steht hier aber nicht der vegane Gedanke sondern ein Sprecher erklärt: „Es geht hier mehr um die Fachkräfte muslimischen Glaubens, die unsere Eimer entleeren, auch denen ist der ständige Kontakt vor allem mit Schweinefleisch nicht zuzumuten.“

Bislang sind 13 dieser Zonen auf den Mannheimer Planken eingerichtet worden. Neben der roten Markierung wird dort auch ein anderes Pflaster eingesetzt, um sie deutlicher abzuheben.
Bis 1. Januar 2016 wird der Ordnungsvollzugsdienst ein Auge zudrücken. Ab dann kostet ein Verstoß, etwa das Verzehren eines Hamburgers rund 30 Euro. Eine Sprecherin des Ordnungsamtes: „Es geht nach dem Nettoverzehrgewicht des erworbenen Fleischs. Pro 50 Gramm fallen 20 Euro an. Das schafft Gerechtigkeit im Sinne des Bürgers. Wer viel ißt, soll auch eine höhere Strafe zahlen.“

Hinzuweisen ist noch darauf, daß es sich bei Zuwiderhandlungen lediglich um eine Ordnungswidrigkeit und nicht um eine Straftat handelt. Verstöße werden also nicht ins Führungszeugnis eingetragen.

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!


Schlagworte:
satire

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  1. Rena
    Rena 12 November, 2015, 10:49

    Ist schon wieder April und ich hab was verpasst? Das ist doch wohl nur ein schlechter Witz, oder?

    Antwort auf diesen Kommentar
  2. Phil
    Phil 12 November, 2015, 11:16

    Ich dachte beim lesen, ich wäre beim Postillon gelandet 😀

    Antwort auf diesen Kommentar
  3. Lochkartenstanzer
    Lochkartenstanzer 12 November, 2015, 11:55

    🙂

    PS: Die „Raucherzonen“ an Bahnhöfen sind imho schon sinnvoll. Ich würde da ja noch eine Kasten drüberstülpen, wenn es nach mir ginge, denn der Rauch macht ja nicht Halt an den gelben Strichen.

    PPS: Auch bei den Fleischzonen würde es sich anbieten einen Kasten drüberzustülpen, damit der Fleischduft die Veganer nicht verführt und man Angst um sein schönes saftiges Steak oder den Fleischkäs‘ im Brötchen haben muß. 🙂

    Antwort auf diesen Kommentar
  4. Jens
    Jens 13 November, 2015, 13:55

    Den hat schon der Postillion gebracht:

    http://www.der-postillon.com/2015/10/nach-krebswarnung-deutsche-bahn-richtet.html

    Antwort auf diesen Kommentar
    • Peter Wilhelm
      Peter Wilhelm Autor 13 November, 2015, 17:13

      @Jens: Kann gut sein. Die Idee ist ja auch sehr naheliegend, kein Wunder, daß da mehrere drauf kommen.
      Ich lese den Postillon aber nicht, so konnte ich das nicht wissen.
      Aber es wäre fast ein Wunder, wenn das Redaktionsteam des Postillon bei der Fülle von Meldungen, die die bringen, nicht auch darauf schon gekommen wäre.

      Antwort auf diesen Kommentar

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