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Schwein zu Fahrrad

Schwein zu Fahrrad

Am gestrigen Ostermontag fand in Köln das traditionelle Radrennen „Rund um Köln“ statt. Die Organisatoren hatten im Vorfeld sämtliche nahmhaften und großen Teams dadurch abgeschreckt, daß sie nur Fahrer in Landestrikots starten ließen. Die auf Werbung bedachten großen Profiteams mit den Aufdrucken ihrer Sponsoren auf jedem freien Zipfel ihrer Sportkleidung blieben außen vor und traten vielfach auch gar nicht erst an.

Vielleicht sind viele aber auch nicht gekommen, weil sie keinen vernünftigen Pokal zu erwarten hatten. Stattdessen hatten die Veranstalter ein Designobjekt als Trophäe ausgelobt. Diese Skulptur stellt ein stilisiertes Fahrrad dar, wie man es von allerlei Hinweisschildern kennt. Das allein wäre ja noch dem Anlass und der Sportart angemessen gewesen. Warum soll ein Radler nicht ein Modell eines Fahrrades als Preis gewinnen? Jedoch stellte sich nicht nur mit, sondern auch zahlreichen anderen Kollegen vor Ort die Frage, warum man dieses stilisierte Rad ausgerechnet in Originalgröße herstellen lassen mußte.

Auch mit der Bezeichnung kamen vor allem die Kölner nicht klar. Aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen, wohl aber vermutlich um besonders international und polyglott zu wirken, nannte man diese Unglaublichkeit als Trophäe nicht etwa „Fahrrad“, was ja naheliegend gewesen wäre oder etwa „Rad“ sondern man würfelte sich das angeblich flott klingende Wort „Piktobike“ zusammen.

Zum Piktobike heißt es auf der Homepage von „Rund um Köln“:

„…das PIKTOBIKE. Dieses Objekt lässt sich an verschiedenen Orten aufstellen. Im privaten und im geschäftlichen Bereich setzt es sich wirkungsvoll in Szene…“

Kurze Anmerkung: Diese Anforderung hätte auch ein 10 x 10 x 10 cm großer Holzklotz erfüllen können, den hätte man dann aber vermutlich „WoodCube“ genannt, es klingt dann ja so international.

Mal kurz am Straßenrand gefragt: „Der Preis für das Radrennen ist ein Piktobike. Wissen Sie was das ist?“

„Piktomike? Nee, kenn ich nicht. Pikto.., Pikto…, ist das was zum stechen?“

„Kann man übersetzen als Schwein zu Fahrrad, oder?“

„Datt is Italienisch, glaub ich.“

Antworten wie diese bekam man viele und von etwa zwei Dutzend Befragten, konnte nur ein einziger mit dem Kunstwort etwas anfangen, aber der regte sich dann wiederum darüber auf, daß er mit den Namen der angetretenen Sportler nichts anfangen konnte: „Alles nur zweite Wahl. Wenn die keine Reklamehemdchen anhaben dürfen, kommen die bekannten Radrennfahrer gar nicht erst.“

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


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