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Schluss mit dem Kabelsalat -nachgelegt-

Schluss mit dem Kabelsalat -nachgelegt-

Also die Ecke neben unserem Esstisch sieht aus, wie der Gerümpelkeller der NASA. Dort sind die ganzen Netzteile für die Handys usw. angeschlossen. Kabelsalat ohne Ende. Dem will die Firma „Wildcharge“ jetzt ein Ende machen.

Sie bringt am 7. Juli eine Unterlage auf den Markt, auf die man die aufzuladenden Geräte einfach auflegen muss. Keine Kabel, keine Strippen, nichts.

Geplant sind eine größere Variante, die für Laptops und größere Geräte gedacht ist und eine kleinere für Handys und PDAs usw.
Der Preis für die kleinere Matte soll bei 30 Euro liegen.

Eins ist sicher, sobald ich so ein Teil sehe, schaffe ich mir das an.

Nachdem ich das geschrieben habe, begann ich zu überlegen und kam zu der Überzeugung, daß es da einen Haken geben muß, denn irgendwie muß der Strom ja in die Akkus.

Also gibt es einen Wermutstropfen: Anders als es jetzt gerade vollmundig und typisch oberflächlich durch die Computergazetten geht, funktioniert der „Wildcharge“ nicht einfach so „mit jedem Handy“, sondern man muß selbstverständlich einen entsprechenden Adapter an den entsprechenden Geräten anbringen.

Schluss mit dem Kabelsalat -nachgelegt-Schluss mit dem Kabelsalat -nachgelegt-

Der Hersteller schreibt dazu:

Just place any device that is fitted with a WildCharge adapter on the WildCharger™ surface and it will immediately receive full power for charging and operating! You can even place multiple enabled devices on the pad, simultaneously powering them all, even if their power requirements differ!

Das heisst soviel wie:

Platzieren sie nur jedes Gerät, das mit einem WildCharge Adapter ausgerüstet ist auf der WildCharger-Oberfläche und es empfängt unverzüglich volle Energie zum Laden und zum Betrieb. Sie können sogar mehrere (enabled hier: mit dem Adapter ausgerüstete) Geräte auf der Matte platzieren, die dann alle gleichzeitig aufgeladen werden, sogar wenn ihre Ladenspannungen unterschiedlich sind.

Über den erforderlichen Adapter konnte ich bislang noch nicht viel in Erfahrung bringen. Energie auch drahtlos zu übertragen ist nichts Neues und auch das Aufladen von Akkus ohne Kabel kennt man spätestens seitdem Herzschrittmacher oder andere implantierte Geräte so geladen werden können. Doch ist immer eine Spule, bzw, ein Energieempfänger (um es mal einfach auszudrücken) auf der Gegenseite erforderlich und der fehlt derzeit noch allen bekannten Geräten.

Deshalb schreib „WildCharge“ auch in einem internen Papier:

The technology’s universal applicability has sparked great interest from electronic, automobile, furniture and other manufacturing industries. Many companies in these industries are currently preparing to embed WildChargers in their products to be offered to consumers worldwide in the near future.

Hier ist der letzte Satz interessant, der ungefähr Folgendes aussagt:

Viele Firmen in diesen Inustriezweigen bereiten sich derzeit darauf vor WildChargers in ihre Produkte zu integrieren, damit diese den Konsumenten in naher Zukunft weltweit angeboten werden können.

Über die Preise der derzeit noch erforderlichen Adapter schweigt sich das Unternehmen allerdings aus, lediglich 40 US$ für die kleine Ladematte und 100 US$ für die größere Variante werden genannt.

Fazit: Wenn man sein Handy erst noch mit einem Adapter verbinden muss, ist das Ganze IMHO untauglich, dann kann man gleich das normale Ladegerät nehmen. Sollte der Adapter so konzipiert sein, daß er ständig an den aufzuladenden Geräten verbleibt, wäre das auch keine wirklich sinnvolle Lösung.

Brauchbar wird das Ganze erst, wenn es beispielsweise Austauschakkus gäbe, die über eine integrierte WildCharge-Funktionalität verfügen oder natürlich wenn die Geräte bereits ab Werk mit dieser Funktion ausgestattet sind. Die auf dem Produktfoto oben dargestellten Geräte sind es allerdings nicht.

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


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