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Paul Potts bringt es

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Paul Potts der Sieger des englischen Talentwettbewerbs „Britain’s got talent“ hatte es geschafft unter einer Schar von poppenden und rockenden Tatsächlich-Talenten und Möchtegern-Talenten die Jury und das Publikum ausgerechnet mit Operngesang für sich einzunehmen und den Wettbewerb zu gewinnen.

Ich bin Paul Potts dafür dankbar und ich gönne ihm den Erfolg.
Dankbar bin ich ihm, weil er sich Mühe gibt, weil er zumindest versucht einen halbwegs brauchbaren Tenorgesang hervorzubringen, auch wenn seine Stimme Äonen von einem Pavarotti, einem Caruso oder gar einem Richard Tauber entfernt ist und wohl auch bleiben wird. Wir haben da aber schon Anderes, Schlimmeres gesehen, man denke nur an den dauerknödelnden Möchtegern Helmut Lotti aus Belgien, der auch schön singt, findet zumindest seine Fangemeinde, dem man aber klassische Partien am Besten einfach verbieten sollte.

Paul Potts bringt es fertig, daß sich die junge Generation, ja eben diese vielgescholtene, an Allgemeinbildung und Weltwissen krankende, wenigstens einen Hauch von einem Moment mal mit etwas anderem beschäftigt als mit Hüpf-Hopf- und Ripp-Rapp-Musik. Ja und dafür bin ich dem ehemaligen Handyverkäufer dankbar.
Daß er über eine Castingshow bekannt geworden ist und somit über Nacht zu einer, sicherlich ebenso zweifelhaften wie möglicherweise kurzlebigen Berühmtheit gelangte, hat natürlich ein gewisses „G’schmäckle“, das will ich gerne eingestehen.
Zu sternschnuppenartig waren die schnell verglühenden sogenannten Karrieren anderer „Superstars“ aus den Talentsuchen von RTL und Pro7. Lese ich heute die Namen manches angeblich großen Talents oder einiger der schnell zusammengewürfelten Popstar-Gruppen, dann kann ich mich entweder gar nicht oder nur mit großer Mühe daran erinnern.

Aber halt! Waren da nicht mal die „No Angels“, die doch länger als nur einen Atemzug unterwegs waren? Und wie war das mit Udo Jürgens der vor 58 Jahren seine doch recht beachtliche Karriere auch bei einem Wettbewerb, wenn auch als Komponist, startete.
Könnte es also sein, daß manchmal doch aus einem Wettbewerb irgendetwas Bleibendes hervorgeht? Und wie war das mit René Kollo, der uns zunächst das Leben mit Schnulzen versaute und dann seine Stimme schulen ließ, um sich dem klassischen Fach zuzuwenden.
Vielleicht, so möchte ich mal hoffen und würde es dem bescheidenen Engländer Paul Potts wünschen, ist der Sieg bei einer Talentshow doch mal wieder der Beginn einer großen Karriere und vielleicht arbeitet er ja weiter an sich.

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Falls das alles nicht so kommt, dann würde ich ihm wünschen, daß er wenigstens die kurze Zeit der Popularität nutzen kann, um so viel Geld wie möglich zusammenzutragen.


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Lesezeit ca.: 3 Minuten | Tippfehler melden | Peter Wilhelm: © 7. September 2008 | Revision: 27. November 2012

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