Start Spitze Feder Industrie 5.0
  • Industrie 5.0

    Alle Welt schwadroniert über das Thema Industrie 4.0. OK, das hat gerade einen Run, da muss man sich äussern. Aber was da rüberkommt, ist zuweilen nur noch peinlich. Das geht von quasi Religiösem bis zu komplett Durchgeknalltem. Ersteres, das in Richtung „muss-ich-auch-haben“ tendiert, wird gerne von solchen Zeitgenossen in die Umwelt geplappert, die sich die schöne neue Welt wie ein hippes Shirt überziehen, im Grunde genommen aber keine Ahnung haben, wovon sie faseln, wie z. B. unsere Kanzlerin mit ihrem verwanzten Smartphone, von den dümmlichen Gazetten ihrer Freundin Friede Springer in hündischer Demut gerne als technikaffin tituliert. Auf der anderen Seite labert die Fraktion der Durchgeknallten. Die würden am liebsten ihre vitalen Körperfunktionen an Maschinen outsourcen und arbeiten fiberhaft an einem Roboter, der morgens für sie kacken geht, derweil sie sich bei der Lektüre der neusten Spiegel- oder Focus-Online Infohäppchen via Tablet einen Smoothie reinpfeifen und anschließend noch eine Runde typenoptimiertes Workout durchziehen.

    Aber das ist alles Bullshit. Die Industrie 4.0, sprich: die vernetze Produktion ist doch längst Alltag. Konstrukteure basteln ihre Ergüsse in 3-D auf pfeilschnellen Rechnern, senden ihre Daten an Werkzeugmaschine oder Roboter, die ihr Rohmaterial von rechnergesteuerten Lagern beziehen. Und wenn die IT-Kobolde da noch eine Schippe drauflegen, ist das bestenfalls eine Weiterentwicklung des Bestehenden, aber noch lange keine Revolution.


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    Eine echte Revolution wäre die Industrie 5.0, wenn alles, aber auch wirklich alles von ganz alleine läuft. Wenn intelligente Maschinen neue Produkte entwickeln und die benötigten Teile automatisch bei Zalando bestellen; wenn diese dort von Robotern sortiert, kommissioniert und verpackt werden; wenn autonome Plattformen den ganzen Zinnober in selbstfahrende Transporter verfrachten, die dann vor Ort von intelligenten Greifern entladen werden und das Material just-in-time in die Produktion liefern. Das würde astronomische Summen einsparen. Denn der unsicher Faktor Mensch mit seinem Hang zu Urlaubs- und Weihnachtsgeld, der ab und an mal krank feiert und sich bei jedem Furz ein Plastik-Leibchen überzieht und mit der Trillerpfeife einen Höllenlärm veranstaltet, ist in diesem Szenario völlig obsolet.

    Ein Traum. Die ganze Nation macht auf Party, während die Maschinen für uns buckeln. Dann könnten sich die Erfinder des kackenden Roboters morgens wieder selbst auf die Schüssel setzen. Dumm nur, dass in dem futuristischen Paradies der Faktor Mensch keinen Job, sprich: kein Einkommen mehr hätte, um sich den ganzen Mist zu leisten.


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    1 Kommentar

    1. Rainer

      30. November 2016 at 09:48

      Dafür gibt es dann die Maschinensteuern und das Bedingungslose Grundeinkommen.

      Antwort

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