POP oder IMAP? Das ist hier die Frage. Jeder nutzt heutzutage Mails. Ich habe irgendwo sogar noch eine Mailadresse, die auf @aol.com lautet, aber nicht mehr genutzt wird. Wenn man Mails sendet und empfängt, hat man meist die Wahl zwischen zwei Verfahren POP oder IMAP.
Das sind die Unterschiede von POP und IMAP
POP und IMAP sind zwei verschiedene Verfahren, mit denen ein E-Mail-Programm Nachrichten von einem Mailserver abruft.
POP steht für Post Office Protocol. Dieses Verfahren wurde bereits in den 1980er-Jahren entwickelt; die heute übliche Version POP3 stammt aus dem Jahr 1988 und wurde 1996 standardisiert. Die Idee dahinter ist einfach: Das Mailprogramm lädt die Nachrichten vom Server herunter und speichert sie lokal auf dem eigenen Rechner. Danach können die Mails auf dem Server gelöscht werden oder dort nur noch als Kopie liegen.
POP wurde ursprünglich für eine Zeit entwickelt, in der man E-Mails meist nur auf einem einzigen Computer abgerufen hat – etwa zu Hause oder im Büro. Deshalb liegt der Schwerpunkt auf der lokalen Speicherung der Nachrichten.
IMAP bedeutet Internet Message Access Protocol. Dieses Verfahren wurde 1986 an der Stanford University entwickelt und später mehrfach erweitert; die heute gebräuchliche Version IMAP4 stammt aus den 1990er-Jahren. IMAP verfolgt ein anderes Konzept: Die E-Mails bleiben auf dem Server gespeichert, und das Mailprogramm zeigt lediglich eine synchronisierte Ansicht des Postfachs.
Das hat den Vorteil, dass mehrere Geräte gleichzeitig auf dasselbe Postfach zugreifen können. Gelesene Nachrichten, Ordner oder Verschiebungen werden automatisch zwischen Smartphone, Tablet und Computer abgeglichen.
Heute unterstützen praktisch alle E-Mail-Anbieter beide Verfahren. Typische Beispiele sind GMX, WEB.DE, Gmail, Outlook.com, Yahoo Mail oder auch die Mailserver vieler Internetprovider.
Während IMAP heute wegen der Nutzung mehrerer Geräte sehr verbreitet ist, schätzen viele Nutzer weiterhin POP, weil ihre E-Mails dabei dauerhaft lokal auf dem eigenen Rechner gespeichert werden und nicht ausschließlich auf einem Server liegen.
Ich bin ein POPer
Neulich sagte ein „Kumpel“ zu mir ganz entsetzt, ich sei doch ziemlich rückständig, weil ich immer noch POP nutze.
Ich habe es schon ein paar Mal mit IMAP probiert, es gefällt mir aber einfach nicht. Seit Jahrzehnten bin ich an das POP-Verfahren gewöhnt und finde es einfach für mich besser.
Der Kernunterschied zwischen POP3 und IMAP liegt in der Philosophie.
Bei POP3 holt mein Mailprogramm (Apple Mail) die Nachrichten vom Server ab und speichert sie lokal auf meinem Rechner. Danach werden sie auf dem Server gelöscht.
Die eigentliche und einzige „Mailablage“ befindet sich also bei mir. Meine Mails sind lokal gespeichert, lassen sich schnell durchsuchen, sichern und unabhängig vom Server lesen.
Bei IMAP dagegen bleiben die Mails grundsätzlich auf dem Server. Mein Mailprogramm zeigt im Grunde nur eine synchronisierte Ansicht dieser Server-Mailbox. Ordner, Status (gelesen/ungelesen), Verschiebungen – alles wird mit dem Server abgeglichen. Das ist ideal, wenn man mehrere Geräte nutzt: Smartphone, Laptop, Tablet, Büro-PC.
Ich nutze im Wesentlichen 4 Geräte:
- Mac Studio, zu Hause
- iPhone, immer dabei
- iPad, gelegentliche Seltennutzung
- MacBook, für Urlaub und unterwegs
Der Grund, warum viele heute IMAP empfehlen, liegt genau darin. Die meisten Menschen greifen inzwischen von mehreren Geräten auf ihre Mails zu. Mit POP funktioniert das nur umständlich, während IMAP automatisch synchronisiert.
Wollte ich auf allen meinen Geräten denselben Stand haben, würde ich IMAP nutzen.
Aber ich will das gar nicht! Ich schreibe und lese Mails sowieso fast ausschließlich am MacStudio hier zu Hause. Auf dem iPad will ich gar keine Mailsynchronisation, weil das Teil von mehreren Leuten auch zum Netflix-Schauen genutzt wird, und ich nicht will, dass andere dort eventuell Mails lesen können.
Das MacBook und das iPhone sind so eingestellt, dass sie Mails abholen können, aber nicht vom Server löschen. So kann ich unterwegs schreiben und Mails dann aktuell empfangen, wenn ich vorher das Mail-Programm auf dem MacStudio beendet habe.
Aber, wie gesagt, ich nutze zu 99 % den Rechner hier zu Hause für Mail. Da ist POP genau das Richtige für mich.
POP ist gar nicht veraltet
Dass heute viele Leute vorwiegend IMAP nutzen, bedeutet nicht, dass POP veraltet oder falsch ist.
POP hat sogar einige echte Vorteile, die gerade mir gefallen:
Erstens behalte ich die volle Kontrolle über meine Daten. Die Mails liegen auf meiner eigenen Hardware und nicht ausschließlich auf einem Server eines Mailanbieters.
Zweitens sind lokale Archive oft sehr schnell durchsuchbar, insbesondere wenn ein Mailprogramm wie Thunderbird oder Apple Mail eine gute Indexierung hat.
Drittens kann ich gigantische Mailarchive über Jahrzehnte behalten, ohne vom Speicherplatz eines Servers abhängig zu sein.
Viele Journalisten, Autoren und Archivmenschen, die ich kenne, arbeiten genau deshalb noch mit POP oder zumindest mit lokalen Archiven.
IMAP ist okay, aber nicht für mich
IMAP hat dagegen seine Stärke bei der Bequemlichkeit und Geräte-Synchronisation. Wenn jemand seine Mails ständig auf Smartphone, Tablet und mehreren Rechnern liest, ist IMAP deutlich angenehmer.
Wenn man, so wie ich, ständig an einer Weltverschwörung arbeitet und Pläne über den Bau von Atombomben und Raumstationen verschickt, will man Mails auch sicher löschen, ohne dass vielleicht noch irgendwelche strafrechtlich relevanten Reste auf einem IMAP-Server in irgendeinem Papierkorb liegen.
Mir ist es einfach lieber, alles auf meinen Festplatten und nicht irgendwo im Netz zu haben.
Der Zwischenweg
Es gibt übrigens auch einen Hybridweg, den viele Profis nutzen:
Man arbeitet mit IMAP für den Alltag, lässt aber das Mailprogramm automatisch lokale Archive anlegen. Dann hat man sowohl die Synchronisation als auch ein dauerhaftes lokales Archiv.
Aber wenn man im Grunde nur auf einem Rechner arbeitet und Wert auf ein großes, lokales Mailarchiv legt, dann ist POP keineswegs falsch, sondern die bessere Wahl. Es ist einfach ein anderes Konzept – eines, das stärker aus der Zeit stammt, als E-Mail noch stärker als persönliches Archiv verstanden wurde.
Kurz gesagt:
POP ist nicht „nicht mehr zeitgemäß“. Es ist nur weniger bequem für eine Multi-Geräte-Welt. Wer seine Mails bewusst lokal verwalten möchte, hat damit weiterhin ein sehr solides System.
Und ein Vorteil, den viele IMAP-Nutzer erst bemerken, wenn es zu spät ist:
Wenn der Mailanbieter Probleme hat, Pleite geht oder ein Konto gesperrt wird, hat der POP-Nutzer seine komplette Mailgeschichte bereits sicher auf dem eigenen Rechner.
POP vs. IMAP – Pro und Contra
| Eigenschaft | POP (POP3) | IMAP |
|---|---|---|
| Speicherort der E-Mails | E-Mails werden auf den eigenen Rechner heruntergeladen | E-Mails bleiben auf dem Server gespeichert |
| Mehrere Geräte | Nur eingeschränkt geeignet | Ideal für Smartphone, Tablet und Computer gleichzeitig |
| Datensouveränität | E-Mails liegen lokal auf dem eigenen Rechner | E-Mails liegen hauptsächlich beim Mailanbieter |
| Synchronisation | Keine automatische Synchronisation zwischen Geräten | Ordner, Lesestatus und Mails werden synchronisiert |
| Speicherplatz beim Anbieter | Wenig Server-Speicher nötig | Server-Speicher kann schnell voll werden |
| Offline-Nutzung | Sehr gut, da Mails lokal gespeichert sind | Teilweise möglich, aber stärker serverabhängig |
| Archivierung | Ideal für große lokale Mailarchive | Archiv meist auf dem Server |
Was tun, wenn es nur IMAP gibt?
Manche Mailanbieter und Arbeitgeber bieten tatsächlich nur IMAP an. Das heißt aber noch lange nicht, dass man auf eine lokale POP-Arbeitsweise verzichten muss. In vielen Fällen lässt sich das Problem relativ einfach umgehen. Eine Möglichkeit besteht darin, die eingehenden Mails automatisch an ein anderes Postfach weiterleiten zu lassen, das man selbst über POP3 abruft. Viele Anbieter erlauben eine solche Weiterleitung in den Einstellungen. Dann fungiert dieses zweite Postfach gewissermaßen als persönlicher Sammelpunkt, von dem Ihr Mailprogramm die Nachrichten klassisch per POP herunterlädt und lokal archiviert.
Eine ähnliche Lösung ist ein Catch-all-Postfach bei der eigenen Domain, falls man eine solche betreibt. Dabei werden alle eingehenden Mails zunächst an ein zentrales Postfach geleitet. Dieses Postfach kann man dann über einen Anbieter betreiben, der POP3 unterstützt. Auf diese Weise landen letztlich alle Nachrichten wieder in einem POP-Postfach und werden wie gewohnt auf den eigenen Rechner übertragen.
Man kann also sagen: Selbst wenn ein Anbieter nur IMAP vorsieht, gibt es meist Wege, sich dennoch eine klassische lokale Mailablage aufzubauen. Mit Weiterleitungen, Sammelpostfächern oder Catch-all-Adressen lässt sich das System so umstellen, dass die Mails am Ende doch wieder dort landen, wo viele sie am liebsten haben – auf der eigenen Festplatte.
Zum Schluss: Datensicherheit
Ein Aspekt, den man am Ende vielleicht noch erwähnen kann, ist ein ganz praktischer Punkt, der mit der Wahl zwischen POP und IMAP zusammenhängt: Datensicherung. Wer POP nutzt und seine Mails lokal speichert, sollte unbedingt regelmäßig Backups seines Rechners machen. Denn wenn die Festplatte ausfällt oder der Rechner verloren geht, sind auch die Mails weg. IMAP-Nutzer haben hier gewissermaßen automatisch eine zusätzliche Kopie auf dem Server ihres Anbieters.
Umgekehrt gilt aber auch: Wer IMAP nutzt, sollte sich nicht darauf verlassen, dass der Anbieter für immer als Archiv dient. Auch dort können Konten gelöscht werden oder Daten verloren gehen. Am Ende zeigt sich also: Egal ob POP oder IMAP – eine vernünftige Backup-Strategie ist immer die wichtigste Voraussetzung dafür, dass die eigene Mailgeschichte auch in zehn oder zwanzig Jahren noch vorhanden ist.
POP oder IMAP – in einfacher Sprache
POP oder IMAP – einfach erklärt
Heute nutzt fast jeder E-Mails. Man schreibt Nachrichten und bekommt welche zurück.
Dabei gibt es zwei verschiedene Techniken: POP und IMAP.
Beide sorgen dafür, dass Ihr E-Mail-Programm die Nachrichten vom Mailserver holt.
Was ist POP?
POP bedeutet Post Office Protocol.
Bei POP lädt Ihr Mailprogramm die E-Mails vom Server herunter.
Die Mails werden dann auf Ihrem eigenen Computer gespeichert.
Danach können die Mails auf dem Server gelöscht werden.
Das bedeutet:
Ihre E-Mails liegen hauptsächlich auf Ihrem eigenen Rechner.
Das hat einen Vorteil:
Sie haben die volle Kontrolle über Ihre Mails.
Sie können sie jederzeit durchsuchen und speichern.
POP wurde früher entwickelt. Damals hatte man meist nur einen Computer für E-Mails.
Was ist IMAP?
IMAP bedeutet Internet Message Access Protocol.
Hier bleiben die E-Mails auf dem Server im Internet.
Ihr Mailprogramm zeigt die Nachrichten nur an.
Wenn Sie eine Mail lesen oder verschieben, wird das mit dem Server gespeichert.
Der Vorteil:
Sie können Ihre Mails auf mehreren Geräten gleichzeitig nutzen.
Zum Beispiel auf:
• Smartphone
• Laptop
• Tablet
• Büro-Computer
Alle Geräte zeigen immer denselben Stand.
Warum viele Menschen IMAP nutzen
Viele Menschen lesen ihre Mails heute auf mehreren Geräten.
Darum ist IMAP sehr bequem.
Alles wird automatisch synchronisiert.
Warum manche Menschen POP nutzen
Andere Menschen mögen POP lieber.
Die Gründe sind einfach:
Die Mails liegen auf dem eigenen Rechner.
Man ist nicht abhängig von einem Anbieter im Internet.
Man kann große Mailarchive über viele Jahre speichern.
Gerade Menschen, die viel schreiben oder archivieren, nutzen oft POP.
Eine Mischung aus beidem
Man kann auch beides kombinieren.
Man nutzt IMAP für den Alltag.
Und das Mailprogramm speichert zusätzlich eine lokale Kopie der Mails.
So hat man Synchronisation und ein Archiv.
Wichtig: Datensicherung
Egal ob POP oder IMAP – eines ist sehr wichtig: Backups.
Wer POP nutzt, sollte regelmäßig seinen Computer sichern.
Sonst können bei einem Festplatten-Defekt auch die Mails verloren gehen.
Aber auch bei IMAP sollte man sich nicht blind auf den Anbieter verlassen.
Am besten ist es, immer eine eigene Sicherung der wichtigen Mails zu haben.
Kurz gesagt
POP speichert Mails auf Ihrem eigenen Computer.
IMAP speichert Mails auf dem Server im Internet.
Beides funktioniert gut.
Welche Methode besser ist, hängt davon ab, wie Sie Ihre E-Mails benutzen.
Bildquellen:
- pop-imap_800x500: Peter Wilhelm


















Ich wollte schon schreiben das ich deine aufgezählten Nachteile von IMAP nicht nachvollziehen kann… aber das liegt wohl daran das ich tatsächlich lokal sicher und damit das Thema durchsuchen und Darensicherung bei Serverproblemen/Umzug nie ein Thema war. Zudem hab ich nen gehosteten Web/Mailserver den ich quasi nur für Email nutze… Ich würde niemals auf POP wechseln 🙂 habe aber auch zig tausend mails auf dem Server liegen… seit vielen Jahren nur Spam gelöscht. So ist alles ewig nachvollziehbar.