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Grüner Vorstoß zu legalem Gras

Grüner Vorstoß zu legalem Gras

Die Grünen haben einen mutigen Gesetzesentwurf vorgelegt. Sie wollen das Kiffen entkriminalisieren und setzen auf Aufklärung statt Verbote. Damit bringen sie ein Thema auf die Agenda, das nach wie vor aktuell ist. Aber leider scheinen die Mühen vergebens – denn die Opposition ist weiterhin klein und unbedeutend.

„Gebt das Hanf frei!“ – diese Forderung wurde ein bekannter Slogan von Christian Ströbele, obwohl er aus dem Zusammenhang gerissen und anders gemeint war. Dennoch ist es eine der Ur-Forderungen der Grünen. Jetzt wird es endlich konkret: Der Entwurf regelt alle Aspekte rund ums Kiffen: Die Produktion, den Verkauf, den Konsum, die Besteuerung, den Verbraucherschutz und den Straßenverkehr. So soll ein Erwachsener bis zu 30 Gramm Cannabis besitzen dürfen. Zudem werden Anbau und Handel unter strenge Auflagen gestellt, damit eine zuverlässige Besteuerung gewährleistet werden kann. Ähnlich wie beim Alkohol soll für Cannabis Obergrenzen gelten, bei denen man noch Autofahren kann.

Es stellt sich die Frage: warum jetzt? Hatten die Grünen als Opposition jetzt Zeit, so einen Entwurf auszuarbeiten? Warum nicht, als sie in der Regierung waren? So gut und sinnvoll der Entwurf ist, er wird niemals durchkommen. Das muss denjenigen, die ihn ausgearbeitet haben, auch klar gewesen sein.

Grüner Vorstoß zu legalem GrasGrüner Vorstoß zu legalem Gras

Aber der Gesetzesentwurf wird trotzdem überall diskutiert, weil er den Zeitgeist trifft. Bezüglich des Umgangs mit Cannabis tut sich in Deutschland etwas. So wurde eine Anklage gegen einen Cannabis-Patienten wegen Cannabis-Anbaus fallen gelassen. Der Angeklagte ist einer der wenigen, die eine Ausnahmegenehmigung haben und sich eigentlich Cannabis in der Apotheke kaufen können. Bloß übersteigt das seine finanziellen Möglichkeiten – deswegen hat er selber angebaut. Daher die Anklage, die jeder Verhältnismäßigkeit entbehrt.

Auch die Entwicklungen in den USA zeigen, dass man als Staat an der geregelten Abgabe mitverdienen kann. Weltweit gibt es bereits einige Länder, die Cannabis komplett legalisiert oder zumindest die Strafverfolgung eingestellt haben. Es tut sich etwas, das stimmt. Bloß wird es bei einem Entwurf bleiben, und noch werden noch etliche Legislaturperioden ins Land ziehen, bis sich etwas ändert.

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


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peter wilhelm autorenlesung
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  1. Peter Grohmüller
    Peter Grohmüller 8 April, 2015, 18:47

    Wie war das mit dem Kamel und dem Nadelöhr? Die Zeiten, in denen die Grünen in ihrer WG Plakate für Mutlangen, die Startbahn West oder Brokdorf malten und sich dabei die eine oder andere Tüte reinpfiffen sind längst passé. Heute geben sie sich staatstragend, ziehen aus Gründen der Parteiräson auch mal in einen Krieg und melden sich aus der Opposition gerne mit einem Vorstoß, den sie spätestens dann wieder einpacken, wenn eine Regierungsbeteiligung winkt. Weiß eigentlich noch jemand, weshalb hierzulande Pot überhaupt verboten wurde? Ich sage nur: DuPont. Den Rest kann man bei Jack Herer nachlesen.

    Antwort auf diesen Kommentar

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