Die Formel 1 ist die Königin der Motorsportwettbewerbe. Der Rennzirkus ist inzwischen ein Milliardengeschäft geworden. Deutsche neigen dazu, das mit Neid und geheucheltem Unverständnis wegen der hohen Kosten zu betrachten.
Dabei wird der ganze Zirkus nicht zuletzt für die Zuschauer und die spannende Unterhaltung veranstaltet. Ohne die Zuschauer, die an den Rennstrecken und vor allem am Bildschirm daheim mitfiebern, wäre kaum eine Sportart dieser Größenordnung zu finanzieren. Die Werbeeinnahmen und das Geld für die Übertragungsrechte sind es, die dem Veranstalter das Geld in die Kassen spült, das dann am Ende zum Teil auch wieder, je nach Erfolg, an die Rennteams ausgeschüttet wird.
Die Einnahmen von den Werbetreibenden und Sponsoren, die an den Rennstrecken, auf den Fahrzeugen und durch Logos auf den Rennanzügen und Helmen Reklame für sich machen, sind unverzichtbar.
Deshalb ist alles ganz exakt durchgetaktet und minutiös mit den Fahrern besprochen, teilweise ist es auch fester Bestandteil ihrer Verträge. Gemeint ist beispielsweise, wann der Fahrer welche Kappe aufsetzen muss. Man kann beobachten, dass die Formel 1-Piloten nach dem Rennen und vor der Siegerehrung sogar extra bereitgelegte Armbanduhren eines Sponsors anlegen, damit diese dann wirkungsvoll präsentiert werden können.
Manch einer hat sich bestimmt schon gefragt, weshalb sich Formel-1-Fahrer während der Interviews immer wieder mit den Fingern durch die Haare fahren oder ins Gesicht greifen. Andere rücken mehrmals ihre Kappe zurecht und wieder andere nesteln sich mehrfach hintereinander am Kragen herum. Ein Beispiel dafür sieht man auf dem Titelbild zu diesem Beitrag.
Dieses Herumnesteln an Frisur, Gesicht, Kappe oder Kleidung ist so auffällig, dass man meinen könnte, die Fahrer litten alle an Kopfjuckreiz oder großer Nervosität.
Doch tatsächlich hat das Ganze einen völlig anderen Grund.
In Wirklichkeit machen die F1-Ikonen das, um die Armbanduhr ihres Sponsors ins Bild zu halten. Das geht natürlich am besten, indem man möglichst unauffällig, natürlich wirkende Handbewegungen vor dem Kopf vollführt. Die Kamera ist dann gezwungen, die Uhr mit einzufangen, was für den Sponsor eine nahezu unbezahlbare, mehrfach wirksame Werbung bedeutet.
Einmal wird das Produkt so einem weltweiten Millionenpublikum präsentiert. Außerdem wird die innige Verbindung des Rennstars zu dem Produkt präsentiert und die Platzierung der Marke im Umfeld dieser spannenden Sportart verdeutlicht.
Ähnliches ist natürlich auch aus anderen Sportarten bekannt. Man denke nur daran, wie Skifahrer ihre Skier ablegen und dann ein neues, extrabreites Paar Ski bekommen, das nur dem Zweck dient, beim Interview schön brav in die Kamera gehalten zu werden.
Wer glaubt denn, dass Skifahrerinnen oder -fahrer permanent mit einem Paar Ski herumlaufen. Da gibt es genügend Helfer und Assistenten. Um aber die Marke des Skiherstellers möglichst auffällig zu präsentieren, wird das eben so gehandhabt.
Gleiches gilt beispielsweise wenn Trainer und Spieler von Fußballvereinen Pressekonferenzen veranstalten. Der Hintergrund ist übersät mit Logos der Vertrags- und Werbepartner und vor den Sportlern stehen die Flaschen großer Getränkehersteller in Reih‘ und Glied, und zwar immer so, dass die Etiketten schön zu den Kameras zeigen.
Man sieht, solche Methoden der „Schleich“werbung oder geschickten Produktplatzierung sind im Sport allenthalben zu finden.
Bildquellen:
- IMG_2411_800x500: © sky, F1

















