Start Satire Endlich seniorengerechte Verkehrsregeln
  • Endlich seniorengerechte Verkehrsregeln

    Die Sensation ist perfekt! Der Verkehrsausschuß in Berlin hat eine Gesetzesvorlage eingebracht, die endlich die langersehnten Verkehrsregeln für Senioren auf den Weg bringt.
    Das Tolle: Als Senior gelten schon Personen, die aus der Hauptwerbegruppe von RTL, SAT1 und Pro7 herausfallen, also alle Personen über 45.

    Im Einzelnen sind folgende neue Verkehrsregeln im Gespräch:

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    1. Senioren müssen grundsätzlich mit 10 km/h an Ampelanlagen heranfahren und in jedem Fall anhalten, gleich welche Ampelfarbe gezeigt wird.
    2. Beim Einfahren in den Kreisverkehr muß grundsätzlich geblinkt werden.
    3. Das Ausfahren aus dem Kreisverkehr erfolgt mit einem Überraschungsmoment ohne vorheriges Blinken.
    4. Senioren dürfen immer auf Mutter-und-Kind- und Frauenparkplätzen parken
    5. Auf Autobahnen ist strikt links zu fahren, wobei die Höchstgeschwindigkeit bei 80 km/h liegt.
    6. An Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Altenheimen besteht Huppflicht!
    7. Die rechte Waschdüse der Scheibenreinigungsanlage ist so einzustellen, daß Fahrradfahrer bespritzt werden können.
    8. Zum Vorausfahrenden sind 40 Wagenlängen Abstand zu halten.
    9. Beim Vorbeifahren an anderen Kfz. sind 4 Meter seitlicher Mindestabstand zu wahren.
    10. Vor Apotheken und Arztpraxen darf entgegen der Fahrtrichtung und in zweiter Reihe geparkt werden.
    11. Als Kennzeichen des Seniorendaseins ist eine „Apotheken Umschau“ gut sichtbar auf die Hutablage zu legen.
    12. An Bushaltestellen dürfen Inkontinente zum Pinkeln anhalten.
    13. Geschlossene Halbschranken dürfen laut hupend umfahren werden.
    14. Außer im Kreisverkehr darf nicht mehr geblinkt werden.
    15. Auf Außenspiegel kann komplett verzichtet werden.
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    Was zunächst klingt, wie ein Witz, entpuppt sich aber als weitsichtig und seniorengerecht. Hubert Faulhaber, Sprecher der Seniorenvereinigung im ADAC sagt im Interview dazu:

    Herr Faulhaber, ist der ADAC mit den jetzigen Beschlußfassung zufrieden oder ist das nur ein fauler Kompromiss?

    Wir haben dem Verkehrsausschuß 25 Punkte vorgelegt, von denen einige noch weitreichender waren, als die jetzt beschlossenen. Aber wir sind unterm Strich zufrieden.

    Welchen Sinn haben die einzelnen Punkte?“

    Punkt 1 beispielsweise trägt dem Umstand Rechnung, daß die Reaktionsfähigkeit von Senioren zumeist weit herabgesetzt ist. Das schnelle Umschalten von Grünphasen auf Rotphasen an Ampelanlagen kann überdies zu aufregend sein und den Blutdruck ungünstig beeinflussen. Daher wird die Näherungsgeschwindigkeit herabgesetzt, damit der Schreckeffekt wegfällt. Das grundsätzliche Anhalten an Ampeln soll eine Sekunde zum Durchatmen sein. Merke: Wir alle haben uns am schwächsten Glied zu orientieren.


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    Und das Blinken im Kreisverkehr? Das ist doch widersinnig!

    Nein, das scheint nur so. Wir müssen die Regeln für Senioren überschaubar halten. Beim Wechsel der Fahrtrichtung oder der Spur wird geblinkt. Das darf für Senioren beim Einfahren in den Kreisverkehr auch gelten.

    Das ist ja noch irgendwie nachvollziehbar und schadet niemandem, aber daß das Blinken beim Verlassen des Kreisverkehrs wegfällt, ist doch unsinnig!

    Das scheint nur auf den ersten Blick so. Wissen Sie, wie viele Senioren von Betrügern, Räubern und Gangstern verfolgt werden, um sie daheim dann zu überfallen und auszurauben? An jedem Kreisverkehr, den der Senior urplötzlich, ohne zu blinken, verläßt, werden diese Verfolger abgeschüttelt. Eine, wie ich finde, sehr wirksame Methode.

    Mit Verlaub, das klingt für mich wie Blödsinn. Aber gut, belassen wir es in diesem Punkt dabei. Jedoch, was soll das mit den heruntergelassenen Halbschranken, an denen die Senioren laut hupend einfach vorbeifahren sollen. Das ist doch lebengefährlich!

    Das mag sein, aber diesen Punkt haben wir als Kompromiß mit in den Katalog aufnehmen müssen, der Vorschlag kam von Seiten der Bundesregierung. Wir schätzen, daß 98% aller Senioren dieses Manöver unbeschadet überstehen. 2 % werden wahrscheinlich von Zügen erfasst. Was auf den ersten Blick nicht deutlich wird, ist die Tatsache, daß hier quasi die verkehrsuntüchtigsten Rentner aussortiert werden. Die Rentenkassen werden entlastet, die Branche des Automobilbaus angekurbelt, was will man mehr?

    Das Gespräch mit Herrn Faulhaber führte Peter Wilhelm am 6. Februar telefonisch.


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