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  • Durchgestrichene Mondpreise garantieren kein Schnäppchen

    mondpreis

    Da schickt Conrad Elektronik dieser Tage eine Reklamemail herum, in der eine Alarmanlage von Olympia beworben wird.
    Wie ja allgemein üblich wirbt Conrad auch mit einem durchgestrichenen höheren Preis. Die Anlage soll 179,95 € wert sein und bei Conrad bekomme ich sie für 159,95 €. Das sei eine Ersparnis von 20 Euro. Wenn ich gleich aufgrund der Mail bestelle, entfallen sogar die Versandkosten. Außerdem habe ich mit der Mail noch einen Gutschein von 10 € erhalten, den ich auch anrechnen lassen kann. So kostet die Anlage dann effektiv nur 149,95 Euro.

    Allerdings fällt mir bei dem durchgestrichenen Vorher-Preis etwas auf:
    In der Mailwerbung wird er mit 179,95 € angegeben. Wenn ich aber auf der Conrad-Webseite nachschaue, wohin ich gelange, wenn ich in der Mail auf den Artikel klicke, dann sind da 189,95 € durchgestrichen. Auf der Webseite liegt die angeblich Ersparnis also bei immerhin 30 €.

    sonderangebot
    Bei näherer Betrachtung entpuppt sich manches Schnäppchen als Mogelpackung

    Unterm Strich bleibt das zwar gleich, denn in beiden Fällen kostet die Alarmanlage 159,95 € und ich habe ja den Gutschein und die geschenkten Versandkosten.
    Aber beim Mondpreis den man durchstreicht, ist sich Conrad nicht so ganz sicher.

    Bei digitalo kostet die Anlage übrigens regulär 164,90 € und bei Völkner ebenfalls 164,90 €.

    Da bei Conrad, im Gegensatz zu den vorstehend genannten Händlern, normalerweise noch 5,95 € Versand hinzu kommen, liegt man dort bei 165,90 €, also ist das vermeintliche Schnäppchen im Regelfall (ohne Gutschein und Versandkostennachlass, die nur kurzzeitig gelten) sogar noch 1 € teurer als bei der Konkurrenz.

    Diese durchgestrichenen Preise werden gerne vom Handel hergenommen, um dem Kunden zu beweisen, wie günstig man das Produkt angeblich anbietet.
    Der Witz, den wir alle kennen, ist nur der, daß der Artikel nirgendwo den durchgestrichenen Preis kostet.
    Allenfalls mal beim Teuerversender oder im stationären Einzelhandel werden die Katalogpreise bzw. unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller verlangt. Aber im regulären (Versand)-Handel gilt der so genannte Straßenpreis, also der Preis, denn alle so im Durchschnitt dafür aufrufen.


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    Ich will hier nicht auf Conrad herumhacken. Ob nun 189,95 oder 179,95 € der ursprüngliche Preis von Conrad waren oder nicht, das spielt hier keine Rolle.

    Mir geht es um die durchgestrichenen Preise an sich und eben nicht nur bei Conrad.
    Gerade bei der Konkurrenz, Media-Markt und Saturn, wird ganz offensiv mit durchgestrichenen Preisen geworben und je teurer ein Artikel ist, umso größer ist auch oft die Spanne zwischen dem durchgestrichenen Preis und dem tatsächlich verlangten. Dabei wird der Verbraucher aber meist heftigst getäuscht. Der durchgestrichene Preis ist nicht der Preis, der früher dafür verlangt wurde. Er wurde tatsächlich so noch nie irgendwo verlangt.
    Dieser Preis ist vom Hersteller einfach mal aufgerufen worden, um dem Handel genau die Möglichkeit zu geben, ihn durchzustreichen.

    Das ist ja auch gut so und gehört zum Spiel der Werbetreibenden. Nur sollte man es wissen!

    Ich mache es immer so, daß ich mich durch diese Preismogeleien nicht blenden lasse und lieber nochmal im Netz recherchiere, was die Sachen woanders kosten.
    Dann entpuppt sich häufig so manches angebliche Schnäppchen als immer noch viel zu teuer.


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    1 Kommentar

    1. Kenntkeinenschmerz

      6. Mai 2016 at 11:25

      Ich habe nie so genau wie Du recherchiert, lieber Peter.
      Lapidar sagte ich mir nur: „Aha, die Firma XYZ informiert den Kunden, um wieviel sie ihn bisher beschissen hat“.

      Antwort

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