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Die dunkle Seite der Online-Erwachsenenunterhaltung: Datenkraken im Schatten der Lust

Junge Frau in erotischer Wäsche auf einem Sofa

Wie sicher sind die persönlichen Daten der Nutzer auf Pornoseiten wie PornHub, Youporn, Redtube und xHamster?

Trotz anderslautender Versprechungen, die Privatsphäre zu wahren, ist es erwiesen, dass diese Plattformen eine beträchtliche Menge an Daten über ihre Besucher sammeln, selbst wenn diese im Inkognito-Modus surfen oder Cookies löschen.

Die gesammelten Informationen reichen von der unvermeidlichen IP-Adresse über den aktuellen Standort bis hin zu Details wie dem Betriebssystem, dem Akkustand bei mobiler Nutzung, dem Browser und dessen Version. Die sexuelle Orientierung und individuellen Vorlieben werden ebenfalls erfasst. Ohne einen Account bleiben diese Daten in der Regel nicht gespeichert, aber für diejenigen, die einen Account besitzen, geht die Datensammlung weiter, einschließlich der E-Mail-Adresse bei der Registrierung.

Doch wofür werden diese gesammelten Informationen verwendet? Es ist klar, dass Geld die treibende Kraft ist. Deshalb spielen diese Daten eine entscheidende Rolle bei der Monetarisierung von kostenlosen Inhalten auf Pornoseiten.

Die Hauptnutzung besteht in der zielgerichteten Werbung. Anzeigen sollen spezifisch auf die individuellen Vorlieben und den aktuellen Aufenthaltsort der Nutzer abgestimmt sein. Das wiederum generiert Einnahmen für die Plattformen. Durch die Auswertung der gesammelten Daten erhalten die Betreiber außerdem Einblicke in die Beliebtheit bestimmter Themen und können so ihre Inhalte optimieren, was zu einer Steigerung der Seitenaufrufe führt.

Die Frage, die sich jedoch viele Nutzer stellen, ist, ob ihre Identität gefährdet ist. Hier gibt es klare Unterschiede: Für Nutzer ohne Account ist eine sichere Identifizierung praktisch unmöglich. Im Gegensatz dazu besteht bei Premium-Account-Inhabern, die persönliche Informationen wie Namen und Kreditkartendaten hinterlegen, ein potenzielles Risiko der Identifizierung.

Obwohl die meisten Pornoseiten beteuern, die Daten ihrer Nutzer nicht zu missbrauchen, bleibt die Gefahr von Datenlecks und Hackerangriffen bestehen. In seltenen, jedoch nicht auszuschließenden Fällen könnten gestohlene Daten dazu verwendet werden, Nutzer zu erpressen, insbesondere wenn es sich um bekannte Persönlichkeiten handelt oder jemand ein hohes Amt innehat.

Besonders besorgniserregend ist die Möglichkeit der Verfolgung von sexuellen Minderheiten in Ländern mit homophoben Regierungen oder restriktiven Gesetzen gegen Homosexualität. Die gesammelten Informationen könnten dazu missbraucht werden, Menschen in gefährliche Situationen zu bringen.

Im Bereich der Online-Erwachsenenunterhaltung ist es daher von entscheidender Bedeutung, die eigene Privatsphäre im Auge zu behalten und bewusst mit persönlichen Informationen umzugehen. Datenschutz sollte nicht nur außerhalb des Schlafzimmers, sondern auch in den virtuellen Welten respektiert und geschützt werden. Die Schatten der Lust dürfen nicht die Dunkelheit der Gefahr verbergen, die mit unkontrollierter Datensammlung einhergeht.

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Lesezeit ca.: 3 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: | Nele Sanddorn 12. Februar 2024

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