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  • Der Sherlock erwacht

    pixxelio-entfernt

    Ich schrieb gerade bei Facebook;

    Ach, da sind ja auch meine gesammelten iPhone-Ohrhörer!
    Hm, habe ich die Kinder zu Unrecht beschuldigt…

    Nur… warum haben die damals gleichermaßen schuldig und doch erleichtert geguckt?
    Wenn sie die Ohrhörer nicht weggemacht haben, was haben sie dann angestellt?

    Der Sherlock in mir erwacht!

    In einer Schachtel habe ich die Ohrhörer gefunden, jetzt nach dem Umzug.
    Ich sammele die da, weil ich seit Jahren immer nur iPhones habe und noch nie einen Ohrhörer kaputt gemacht habe. Die nutzen sich ja auch nicht ab, meine Ohren sind eher Bewegungsverweigerer und das gilt zum größten Teil auch für den Rest meines Körpers.

    Derzeit verwende ich die Ohrhörer, die beim iPhone 5 dabei waren, die sind etwas schöner als die bisherigen.

    Bei den Kindern, immerhin jetzt schon eigentlich keine Kinder mehr (aber doch!!!), denn mit 16 und 19 muß man ja schon von Jugendlichen sprechen bzw. von zumindest einem jungen Erwachsenen.
    Nein, ich weigere mich das zu tun. Ich erlebe die beiden hier tagtäglich und sehe den lauwarmen Versuch, erwachsen zu wirken, dieses Hin- und Herpendeln zwischen Kindsein und Erwachsenwerden.

    Die hingegen machen ihre Kopfhörer ständig kaputt. Es ist unglaublich, wie oft ich von Sohn oder Tochter höre, daß die Dinger, wie durch Zauberhand („Ich konnte gar nichts dafür!“) kaputt gegangen seien.
    Einfach so sei der Stecker abgerissen, einfach so sei das Kabel gerissen, alles immer einfach so, von ganz alleine.
    Na ja, ich gebe zu, die beiden benutzen die Dinger ja auch häufiger als ich, da nutzt sich vielleicht mehr ab und besonders stabil sind die Ohrhörer ja auch nicht, zugegeben.


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    Trotzdem: Mindestens zwei Paar iPhone-Kopfhörer sind dennoch verschwunden. Es wird immer ein Mirakel bleiben, wo die geblieben sind.
    Dafür wird es nie eine Erklärung geben, so wie auch für andere Geschehnisse, die bei uns schon vorgekommen sind.

    Normalerweise reicht ein strenger väterlicher Blick und im Zweifelsfall das bis jetzt zwar immer folgenlos gebliebene Herunterzählen von Eins auf Drei durch den Ernährer. Spätestens bei „Zwei!“ gestehen sie.
    Nie habe ich gesagt, was passieren würde, wenn bei Eins kein Geständnis vorliegt, aber der Respekt ist so groß, daß sie gestehen.
    Irgendwann habe ich mal in einem sehr günstigen Moment hinterfragt, wovor man denn wohl am meisten Angst hätte, käme es mal dazu, daß ich bis ein herunterzählen müßte.

    Haben die Kinder Angst vor körperlichen Züchtigungen (die sie bisher nie erfahren haben)?
    Schreckt sie die Vorstellung, bei Brot und Wasser im Keller darben zu müssen (was sie bisher auch nie mußten)?
    Oder wollen sie nicht in arabische Ausland verkauft werden?

    Nein, wie aus einem Mund wird als schrecklichste aller Strafen genannt: „…daß Du uns das Handy wegnimmst!“

    Das ist aber erst so, seit es Smartphones gibt. Die normalen Handys, mit denen man nur telefonieren konnte, haben sie früher hingegen oft mal daheim vergessen oder abgeschaltet, damit ein elterlicher Komm-nach-Hause-Ruf nicht gehört werden konnte.
    Heute dreht sich aber irgendwie alles um die Wazzäpp-Fatzbuck-Welt und ohne dauerndes In-Kontakt-Stehen zu allen „Freunden“ und „Likern“ kommt man um.

    Leider hatte die Kinder noch keine solchen Handys, als eines Tages nach unserer Rückkehr ein Liter Orangensaft aus meiner Computertastatur lief.
    Und es gab dieses Druckmittel auch noch nicht, als wir einmal nach Hause kamen und der Türrahmen der Badezimmertür lauter kleine Löcher aufwies. Von unseren Kindern wollte es keins gewesen sein, der da mit spitzen Metallpfeilen auf die elektronische Plastikdartscheibe geworfen hat.

    Früher sind auch ständig Lebensmittel verschwunden. Eben waren wir im Supermarkt und haben unsere Vorräte aufgefrischt, alles was man so braucht um vier Wochen über die Runden zu kommen, damit man nicht so oft wegen Kleinigkeiten einkaufen gehen muß.
    Schon drei Tage später will man eine Dose Erbsensuppe aufmachen und es ist nichts mehr da. Nichts mehr heißt, daß keine Erbsensuppe mehr da ist und auch nichts anderes mehr, keine Linsen, keine Gemüsekonserven, keine Ravioli usw.
    In der Mülltonne schlummern zwar die leeren Dosen, aber selbst bei Androhung sowjetischen Straflagers hätten die beiden Freßrüben niemals zugegeben, etwas davon genommen zu haben.

    Und das ist Jahre her, viele Jahre, so viele Jahre, daß sie es heute, wo doch längst viel Wasser den Neckar hinuntergeflossen ist und man ja auch als Jugendlicher sagen könnte, daß man das als dummes Kind gemacht habe, nicht mehr mit irgendeiner Bestrafung zu rechnen hätten. Nein, sie waren das nicht, Punkt.


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    1 Kommentar

    1. Stimmeisen

      6. Januar 2014 at 20:08

      Peter, gib’s zu, du unterhältst Beziehungen zum russischen Geheimdienst. Ich zähle: drei, gib’s zu, zwei, gib’s zu…

      Antwort

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